Start des Programms für lebenslanges Lernen: Auftaktveranstaltung in Berlin
Am 6. und 7. Mai wird auf einer vom deutschen EU-Ratsvorsitz veranstalteten zweitägigen Konferenz in Berlin der europäische Startschuss für das neue Programm für lebenslanges Lernen gegeben. Ausgerichtet wird die Konferenz vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit Unterstützung der Europäischen Kommission. Das auf die allgemeine und berufliche Bildung ausgerichtete Programm, dessen Laufzeit von 2007 bis 2013 reicht, ist das Aushängeschild unter den Finanzierungsprogrammen der EU. Es ist das erste europäische Programm, das das gesamte Spektrum des Lernens vom Kleinkind- bis zum Rentenalter abdeckt.
Das Programm für lebenslanges Lernen ist der Nachfolger der Programme Sokrates, Leonardo da Vinci und eLearning. Den Beschluss zur Einrichtung des Programms haben das Europäische Parlament und der Rat am 15. November 2006 angenommen. Das Gesamtbudget des Programms für den Siebenjahreszeitraum vom 1. Januar 2007 bis zum 31. Dezember 2013 beträgt 6 970 Mio. EUR. Die aus diesen Mitteln finanzierten Projekte und Aktivitäten unterstützen Millionen von Bürgern bei Studien-, Ausbildungs- und Lehraufenthalten im Ausland und fördern den Austausch, die Zusammenarbeit und die Mobilität zwischen Bildungs- bzw. Berufsbildungseinrichtungen und -Systemen in der EU, damit sich die Bildungssysteme der EU zu einer weltweiten Qualitätsreferenz entwickeln.
Auf der zweitägigen Auftaktkonferenz wird über die Möglichkeiten informiert, die das neue Programm für lebenslanges Lernen bietet, und es wird erörtert, welchen Beitrag das Programm zur europäischen Politik im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung leisten kann. Zudem ist die Konferenz eine Gelegenheit, die Erfolge der einschlägigen Vorgängerprogramme bekannt zu machen und herausragende Projekte auszuzeichnen.
Der für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend zuständige EU-Kommissar Ján Figel' erklärte: „Allgemeine und berufliche Bildung sind der Kitt, der die Gesellschaft im wirtschaftlichen und demografischen Wandel zusammenhält. Eine der Komponenten dieses Kitts ist das neue Programm für lebenslanges Lernen mit seinen zahlreichen Möglichkeiten. Es ist ein glücklicher Zufall, dass die Lancierung des Programms mit dem 20. Jahrestag des Programms Erasmus zusammenfällt. Meiner Ansicht nach unterstreicht dies die Kontinuität und die Wirksamkeit der Gemeinschaftsaktionen im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung.“
Im Rahmen der Konferenz werden die jeweils drei besten Projekte der früheren Programme Comenius, Erasmus, Leonardo da Vinci, Grundtvig, Jean Monnet und Lingua mit Preisen für lebenslanges Lernen ausgezeichnet.
Das Programm für lebenslanges Lernen ist ein Rahmenprogramm, das vier thematische Einzelprogramme und zwei unterstützende bereichsübergreifende Programme umfasst. Jedes dieser Programme sieht Finanzhilfen für Einzelpersonen und Projekte vor, um die länderübergreifende Mobilität der Bürger zu fördern, bilaterale und multilaterale Partnerschaften zu unterstützen und die Qualität der Einrichtungen und Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung zu verbessern.
Die vier sektoralen Einzelprogramme:
1. Comenius (Anteil am Gesamtbudget mindestens 13 %; 906 Mio. EUR) ist ausgerichtet auf die Lehr- und Lernbedürfnisse aller Beteiligten der Vorschul- und Schulbildung bis zum Ende des Sekundarbereichs II sowie auf die Einrichtungen und Organisationen, die entsprechende Bildungsgänge anbieten.
2. Erasmus (Anteil am Gesamtbudget mindestens 40 %; 2 788 Mio. EUR) ist ausgerichtet auf die Lehr- und Lernbedürfnisse aller Beteiligten der formalen Hochschulbildung (einschließlich Auslandspraktika von Studierenden in Unternehmen) sowie auf die Einrichtungen und Organisationen, die entsprechende allgemeine oder berufliche Bildungsgänge anbieten oder fördern.
3. Leonardo da Vinci (Anteil am Gesamtbudget mindestens 25 %; 1 743 Mio. EUR) ist ausgerichtet auf die Lehr- und Lernbedürfnisse aller Beteiligten der beruflichen Bildung (außer Praktika von Studierenden) sowie auf die Einrichtungen und Organisationen, die entsprechende Bildungsgänge anbieten oder fördern.
4. Grundtvig (Anteil am Gesamtbudget mindestens 4 %; 279 Mio. EUR) ist ausgerichtet auf die Lehr- und Lernbedürfnisse aller Beteiligten der Erwachsenenbildung jeglicher Art sowie auf die Einrichtungen und Organisationen, die entsprechende Bildungsgänge anbieten.
Diese vier Säulen werden durch ein „Querschnittsprogramm“ unterstützt, das die folgenden vier Schwerpunktaktivitäten umfasst:
1. politische Zusammenarbeit und Innovation in Bezug auf lebenslanges Lernen
2. Förderung des Sprachenlernens
3. Entwicklung von innovativen, IKT-gestützten Inhalten, Diensten, pädagogischen Ansätzen und Verfahren für das lebenslange Lernen
4. Verbreitung und Nutzung der Ergebnisse von Maßnahmen, die im Rahmen des Programms für lebenslanges Lernen und seiner Vorgängerprogramme gefördert wurden
Ergänzt werden diese Maßnahmen außerdem durch das neue Programm Jean Monnet, das weltweit die universitäre Forschung und Lehre im Bereich der europäischen Integration fördert. Die Europäische Kommission wird ferner mit einem Stand auf dem Lernfest vertreten sein, das ebenfalls am 6. und 7. Mai im neuen Berliner Hauptbahnhof stattfindet.
(Quelle: Europäische Kommission, 04.05.2007)


