Eine Übersicht zu den verschiedenen Lektoratsmodellen des DAAD
Jungen Wissenschaftlern und Hochschulabsolventen bietet der DAAD vier verschiedene Lektoratsmodelle im Ausland an: das Regellektorat, das Fachlektorat, das IC-Lektorat und Dozenturen für Deutschland und Europastudien. Die Anforderungen an die Programmteilnehmer und die Vergütung der Arbeit im Ausland hängen davon ab, für welches Modell sich der Kandidat entscheidet.
Rund 70% aller vom DAAD vermittelten Stellen umfassen Regellektorate. Zumeist handelt es sich dabei um Stellen im europäischen Ausland. Im Rahmen des Regellektoratsmodells vermittelt der Entsandte zumeist Sprachkenntnisse des Deutschen als Fremdsprache (DaF) und lehrt literatur- und/oder sprachwissenschaftliche Themen. Der Lektor unterrichtet etwa 12 bis 15 Semesterwochenstunden in den Bereichen Germanistik oder Deutschlandkunde, Lehrerausbildung, Dolmetscher- oder Übersetzerausbildung sowie Deutsch für Hörer aller Fakultäten. Ergänzend zur Lehrtätigkeit ist der Lektor auch dazu verpflichtet, kulturpolitische Aufgaben wahrzunehmen. Dieses Aufgabengebiet nimmt circa 2 bis 4 Semesterwochenstunden in Anspruch. Zu den kulturpolitischen Aufgaben zählten unter anderem die Durchführung einer Studienberatung für einheimische Studierende zu Themen wie den Studienmöglichkeiten in Deutschland, die Durchführung von Sprachtests und die Repräsentanz der deutschen Hochschulen und Förderinstitutionen.
Eine zweite Form des Lektorats sind die Fachlektorate. Die Bezeichnung „Fachlektorat“ beschreibt einen dem Regellektorat ähnlichen Aufgabenkatalog mit dem wesentlichen Unterschied, dass die Programmteilnehmer nicht Germanistik, sondern Fächer wie Jura, Geschichte, Wirtschaftswissenschaften, Sozialwissenschaften, BWL, Politik und Philosophie mit Deutschlandbezug unterrichten. In den ersten Wochen und Monaten halten die Lektoren ihre Veranstaltungen in der jeweiligen Landessprache ab, wechseln jedoch mit der Zeit zur deutschen Sprache. Die reine Vermittlung von Sprachkenntnissen gehört hingegen nicht zu den Aufgaben der Fachlektoren. Vor Ort betreuen Fachlektoren außerdem wissenschaftliche Arbeiten der Studierenden.
Die so genannten IC-Lektorate bilden eine dritte Kategorie. Die Abkürzung „IC“ steht dabei für „Informationszentrum“ (Information Centre). Beim IC-Lektorat steht die beratende Aufgabe im Vordergrund, weshalb die Lehrtätigkeit in den Bereichen Deutsch als Fremdsprache oder Germanistik häufig auf etwa 6 Semesterwochenstunden reduziert wird. IC-Lektoren leiten ein Informationszentrum zu Studium und Forschung in Deutschland, welches sich häufig im Goethe-Zentrum befindet. Darüber hinaus sind IC-Lektoren unter anderem auf Bildungsmessen vertreten, betreiben Hochschulmarketing, führen Studienberatungen und Informationsveranstaltungen durch und engagieren sich in der Kulturarbeit.
Die vierte Kategorien bilden schließlich Dozenturen für Deutschland- und Europastudien. Lektoren in diesem Bereich unterrichten in interdisziplinär konzipierten Studiengängen und vermitteln die Fächer wie z.B. Politikwissenschaften mit Deutschlandbezug. Als Unterrichtssprache dient dabei Englisch. Ausgeschrieben wird diese Lektoratsform in der Regel für Kandidaten, die eine Habilitation oder eine ähnliche Qualifikation vorweisen können. Zumeist arbeiten die Programmteilnehmer vor Ort an konkreten Forschungsprojekten mit.
Ausführlichere Informationen zu den unterschiedlichen Lektoratstypen finden Sie unter www.daad.de/ausland/lehren-im-ausland/00654.de.html.


