Auslands-Knigge Vereinigte Arabische Emirate
Kommunikation
In den Vereinigten Arabische Emiraten spielen Status und berufliche Position eine bedeutende Rolle. Daher ist es wichtig, die Personen formell anzusprechen. Falls der Gesprächspartner einen Titel trägt, wird dieser vor dem Namen genannt. Üblicherweise wird der Vorname verwendet (Good Morning, Mr./Dr. Binjamin).
Hochrangige Persönlichkeiten sollten mit Titel plus Vornamen angesprochen werden ( Shaik, His/Your Highness, His/Your Excellency). Die korrekte Anrede des Herrschers von Dubai würde also lauten: Your Highness Shaikh Mohammed. Frauen dürfen nicht mit dem Nachnamen ihres Mannes angesprochen werden, sondern nur mit ihrem Familiennamen.
Ein Handschlag zur Begrüßung ist üblich, er sollte nur nicht zu fest sein. Dabei sollte man seinem Gegenüber in die Augen schauen, bei Frauen darf der Blickkontakt allerdings nicht zu lange dauern. Unverfänglicher ist ein kurzes Zunicken.
Unter Freunden begrüßt man sich mit einer Umarmung und einem Wangenkuss. 
Bei einer Unterhaltung sollte niemals das Thema Religion zur Sprache kommen .
Essen und Trinken
Arabische Spezialitäten sind beispielsweise Houmus (Kichererbsen- und Sesampüree), Tabbouleh (Bulghurweizen mit Petersilie und Minze), Ghuzi (gebratenes Lamm auf Reis mit Nüssen), Warak Enab (mit Reis gefüllte Weinblätter) und Koussa Mashi (gefüllte Zucchini). Besonders beliebt sind aber auch Fischgerichte und Meeresfrüchte. Die Vorspeisen werden Mezze genannt.
Alkohol ist für Nicht-Muslime nur in lizenzierten Hotels erhältlich. Ansonsten gibt es als Spezialität Ayran (Joghurtgetränk) oder schwarzen, starken Kaffee.
Bei einer Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate sollte man darauf achten, ob diese in die Zeit des Ramadan fällt. Denn dann wird zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf Speisen, Getränke, Tabak und auf sinnliche Genüsse wie etwa Parfüm verzichtet. Daran sollte sich auch der Reisende halten. Selbst Kaugummi kauen in der Öffentlichkeit kann bestraft werden.
Wenn man Araber einlädt, darf man auf keinen Fall Schweinefleisch anbieten. Dieses zu essen, wird Muslimen durch den Koran verboten. Auch auf alkoholische Getränke sollte verzichtet werden, denn der Genuss von Alkohol unterliegt ebenfalls einem Verbot im Islam. Aus diesem Grund sollten Spirituosen auch nicht als Gastgeschenk mitgebracht werden.
In den meisten Hotels wird ein relativ hohes Bediengeld berechnet, weshalb ein Trinkgeld nicht erforderlich ist.
Kultur
Erhält man eine private Einladung, so sollte diese zunächst zweimal höflich abgelehnt werden ( Das ist wirklich nicht nötig, oder Ähnliches). Die dritte Offerte ist allerdings anzunehmen. Solche Einladungen sollten als große Ehre verstanden werden.
Gegenseitiges Helfen ist ein großer Bestandteil jeder Freundschaft in den Emiraten, daher sollte man die Bitte um einen Gefallen nie ausschlagen, auch wenn es unmöglich ist, ihn zu erfüllen. Allein der Versuch zählt.
Auf Pünktlichkeit wird sehr viel Wert gelegt.
Auf Blumen als Gastgeschenke sollte verzichtet werden, da sie nur für den Friedhof oder als Dekoration für Hochzeiten oder Geschäftseröffnungen gebraucht werden.
Business
Es ist von Vorteil, wenn der Geschäftspartner Gemeinsamkeiten mit seinem Gegenüber entdeckt, denn das fördert die Sympathien. Diese bilden wiederum die Grundlage einer erfolgreichen Geschäftsbeziehung.
Eine gute Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, sind Kontaktmessen, Agenten oder Außenhandelskammern. Die Visitenkarten sollten beidseitig bedruckt sein, die eine Seite in Englisch, die andere in Arabisch. Mündliche Absprachen haben Bedeutung.
Weicht das Gespräch mit dem Geschäftspartner immer mehr vom geschäftlichen Thema ab, so ist das als ein gutes Zeichen zu werten. Denn je weniger es ums Geschäft geht, desto interessierter sind die Araber an einer Person.
Wer in Dubai nachlässig gekleidet ist, wird nicht ernst genommen. Die Kleidung sollte erstklassige Qualität besitzen und zugleich Markenware sein, da dies auf die soziale Herkunft des Trägers hindeutet. Die Herren sollten im Anzug und Krawatte erscheinen, die Damen tragen Kostüme mit knielangen Röcken und auf jeden Fall Strumpfhosen. Die Farben sollten dezent gehalten werden.
Die Arbeitszeiten sind von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr mit einer zweistündigen Mittagspause. Das Wochenende ist nicht am Samstag und Sonntag, sondern Freitag und Samstag. Das liegt daran, dass der Freitag der Tag des öffentlichen Gebets und daher arbeitsfrei ist.
Tabus
Jemandem die Fußsohle zu zeigen, gilt als grobe Beleidigung, da diese als unrein gilt. Daher sollte man auf das Überkreuzen der Beine verzichten.
Vor dem Betreten einer Wohnung oder der Moschee müssen die Schuhe ausgezogen werden.
Lautes Niesen und Naseputzen in der Öffentlichkeit gilt als unhöflich, demzufolge sollte man sich etwas Abseits die Nase putzen.
Das in Deutschland als "OK" bekannte Zeichen, mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis zu formen, gilt in den Vereinigten Arabischen Emiraten als obszöne Geste.
Trägt der Araber besonders schöne Schmuckstücke (z.B. eine luxuriöse Uhr), sollte man diese nicht loben. Der Träger könnte sich sonst gezwungen sehen, sie dem Gesprächspartner zu schenken. Das Geschenk abzulehnen wäre dann wiederum sehr unhöflich.
Als Nichtmuslim sollte man den Namen Allahs oder des Propheten Mohammed nicht in den Mund nehmen, ihn nicht missbrauchen oder ins Lächerliche ziehen.
Wenn der Muslime betet, sollte man ihn dabei unter keinen Umständen stören. Verboten sind ferner: Pornographie, „jüdische Propaganda“, Schriften und Medien, die unvereinbar mit den religiösen, kulturellen, politischen und moralischen Werten der Vereinigten Arabischen Emirate sind, Trunkenheit und Drogen.
Sonstiges
Rauchen ist prinzipiell gestattet, es sei denn, es ist gegenteilig ausgewiesen. Ausgenommen ist die Zeit des Ramadan, wo Rauchen in der Öffentlichkeit strikt verboten ist.
Angesichts der allgemeinen Situation im Nahen und Mittleren Osten wird auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten zur Vorsicht geraten. Als Reisender sollte man in der Öffentlichkeit zurückhaltend auftreten und mit seinem Verhalten die religiösen, politischen, kulturellen und sozialen Traditionen des Landes beachten.
Die Verbreitung von Informationen unterliegt in den Vereinigten Arabischen Emiraten der Zensur. Importierte Zeitschriften müssen vor Verkauf der Zensurbehörde vorgelegt werden, die dann auf Bildern dargestellte Geschlechtsmerkmale mit einem schwarzen Filzstift übermalt. Privatpersonen können das Internet nur über einen Proxy (Rechnernetz) nutzen, welcher die Inhalte zensiert.


