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Auslands-Knigge Tunesien

Kommunikation

Die Landessprache Tunesiens ist Arabisch. Es wird dort zwar in Arabisch geschrieben und gelesen, aber kaum (fast nur auf dem Land) geredet. Vielmehr wird, aufgrund der langen Kolonialzeit, Französisch gesprochen. In den Touristenzentren wird hingegen auch Deutsch, Englisch oder Italienisch verstanden.

Um ihre Anerkennung und Herzlichkeit auszudrücken, legen viele Tunesier bei der Begrüßung die Hand ans Herz. Freunde und Familienangehörige tauschen oft Wangenküsse untereinander aus. Generell ist es jedoch üblich, sich die Hand zu geben.

Zu den Standardbegrüßungen gehören "Ass'lama" (Hallo), "Sabah El-Kheer" (Guten Morgen), "Bisslama" (Auf Wiedersehen), und "Tass'bah Ala Kheer" (Gute Nacht).

Betritt man ein Geschäft oder ein Büro, ist es üblich den Eigentümer oder das Personal zu begrüßen.

Wenig als Gesprächsthemen geeignet sind Themen wie Religion, Politik und wegen der langen Kolonialzeit Frankreich, das man nicht zu sehr loben sollte.

Auf die Anrede mit korrekten, akademischen Titeln wird großen Wert gelegt.

Essen und Trinken

Das Nationalgericht in Tunesien ist Couscous. Couscous besteht aus gedünstetem und gewürztem Grieß und wird mit Fleisch und Gemüse angereichert. Weitere Spezialitäten sind Breek (dünner, gebratener Teig, gefüllt mit Ei, Gemüse und Thunfisch) und Tajine (Eintopf mit Fleisch und Gemüse). Lamm und Huhn sind sehr beliebte Fleischsorten und an der Küste ist man sehr gerne Fisch. Die Tunesier kochen gern mit Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln, Oliven und Paprika. Zudem werden die Gerichte mit Anis, Koriander, Kreuzkümmel, Kümmel, Zimt, Safran, Minze, Orangenblüten oder Rosenwasser gewürzt.

In Maurischen Cafés kann man hervorragenden türkischen Kaffee und Pfefferminztee mit Pinienkernen bekommen. Ferner hat Tunesien vorzügliche Tafelweine, beispielsweise Chardonnay, Sidi-Raïs, Merlot oder als Roséweine der Clos de Thibar oder Clairet de Bizerte. Aber auch Biertrinker kommen mit dem Celtia auf ihre Kosten. Gute Mineralwasser Marken sind Aïn Garci, Safia oder Melliti. Reisende sollten einheimische Liköre wie Boukha (aus Feigen destilliert) oder Thibarine (Dattellikör) probieren.

Kultur

Wenn man privat eingeladen ist, muss man vor dem Betreten des Hauses die Schuhe ausziehen. Nachdem man Kaffee oder Tee zu sich genommen hat, wäscht man sich in einer Waschschüssel die Hände und beginnt danach mit dem Essen. Danach werden die Hände erneut gewaschen.

Traditioneller Weise wird mit den Fingern der rechten Hand gegessen, wobei Brot benutzt wird, um Fleisch und Saucen zum Mund zu führen. Dabei sollte man niemals dasselbe Stück Brot zweimal verwenden. Mit Besteck und Tellern zu essen, ist jedoch ebenso verbreitet.

Als Gast sollte man aus Höflichkeit zwei- oder dreimal nachnehmen. Ist man satt, lässt man einen Rest auf dem Teller übrig und zeigt mit den Worten "el-Hamdullah" (Gott sei Dank), dass es geschmeckt hat.

Einladungen auszuschlagen gilt als unhöflich. Zudem sollte eine Frau eine Einladung nur annehmen, wenn sie die Frau des Hauses kennt, oder diese die Einladung ausgesprochen hat. Der Einladung sollte im Allgemeinen eine Gegeneinladung folgen.

Als Gastgeschenk werden Süßigkeiten oder Souvenirs aus Deutschland gern gesehen. Blumen oder Alkohol sind unangebracht.

Wird beim Essen auf dem Boden gesessen, sollte man seinem Gegenüber nicht die Fußsohlen zeigen, da sie als unrein gelten.

Business

Bei Geschäftstreffen wird Arabisch oder Französisch gesprochen. Ist der Geschäftsreisende dieser Sprachen nicht mächtig, sollte er sich nach einem Dolmetscher erkundigen.

Termine müssen vorher vereinbart werden. Dennoch kann es schon mal vorkommen, dass man über eine Stunde auf seinen Geschäftspartner warten muss. Das sollte man gelassen hinnehmen.

Bei Gesprächen ist eine längere Anlaufphase wichtig und man sollte sich immer ausführlich nach dem Befinden erkundigen; jedoch keine Fragen nach der Ehefrau stellen oder anderen Familienmitgliedern, die man nicht kennt.

Tabus Vor dem Besuch einer Moschee müssen die Schuhe ausgezogen werden. Frauen dürfen nicht in den Hauptbereich, wo Männer beten. An öffentlichen Stränden und Hotelanlagen ist oben ohne Baden oder in der Sonne liegen, nicht gern gesehen. In Cafés sitzen nur Männer. Als Frau wird man daher oft angesprochen und verwundert angesehen. Besucher dürfen einheimische Frauen nicht auf der Straße ansprechen. In Moscheen und militärischen Anlagen ist fotografieren verboten und bevor man Personen fotografieren möchte, sollte man um Erlaubnis bitten.

Der Austausch von Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit ist untersagt. Die Kleidung sollte Knie und Oberarme bedecken.

Von streunenden Tieren sollte man sich lieber fern halten, sie können Krankheiten übertragen.

Sonstiges

Im Islam sind Schweinefleisch und der Genuss von Alkohol zwar verboten, in den Städten und Tourismusgebieten wird dennoch Alkohol verkauft. Eine Servicegebühr ist bei den Restaurantrechnungen meist enthalten. Ansonsten sind 10–15 % für alle Dienstleistungen üblich.

Da Tunesien sehr stark vom Tourismus lebt, gestehen sie den Touristen mehr Toleranz zu, als andere islamische Länder.

Möchte man sich in einem Laden nur unverbindlich umschauen, sollte man dies vorher deutlich machen und nicht unnötig feilschen.

Nach Tunesien sollte man Geduld mitbringen, denn dort geht alles etwas langsamer.

Zur Zeit des Ramadan darf man in der Öffentlichkeit nicht essen.

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