Auslands-Knigge Saudi-Arabien
Kommunikation
In Saudi-Arabien werden Männer mit „Ä-s-si Muhämmäd!“, Frauen mit „Ä-lella!“ plus dem vollen Namen begrüßt.
Gespräche über Terrorismus oder die aktuelle politische Situation besser meiden, auch Frauen sind kein Gesprächsthema.
Die Amtssprache ist Arabisch. Als Geschäftssprache wird zusätzlich Englisch gesprochen.
Zur Begrüßung reicht man sich die Hand, man sollte allerdings darauf warten, bis der Gastgeber die Hand reicht. Hält dieser die Hand länger fest, ist das ein Zeichen von Freundschaft.
Essen und Trinken
In Saudi-Arabien wird mit den Fingern gegessen, deshalb wäscht man sich vor dem Essen die Hände. Beim Essen ist zu beachten, dass nur die rechte Hand benutzt wird, da die Linke als unrein gilt. Oft steht aber auch Besteck zur Verfügung.
Ist man satt, wird ein bisschen Essen auf dem Teller übrig gelassen, sonst könnte es für den Gastgeber so aussehen, als sei man nicht satt geworden.
Pitta (flaches, ungesäuertes Brot) wird in Saudi-Arabien zu jeder Mahlzeit gegessen. Dazu werden Reis, Linsen, Kichererbsenpüree (Hummus) und gemahlener Weizen (Burghul) gereicht. Oft wird auch Lamm (Kabsa: pikantes Lammgericht oder Seleq: Lamm mit Milchreis) oder Huhn gegessen und Kultra (Fleischspieße) oder Kebabs sind ebenfalls sehr beliebt. Mezzeh ist eine Vorspeise, die aus bis zu 40 Gerichten bestehen kann.
In Saudi-Arabien gibt es keine Bars und Alkohol ist gesetzlich verboten. Alkoholverstöße werden hart bestraft, ohne Rücksicht auf Nationalität oder Konfession. Selbst in den Hotels wird nur alkoholfreies Bier ausgeschenkt, ebenso gibt es dort nur alkoholfreie Cocktails.
Wird nach einem Essen Kaffee serviert, ist das ein Zeichen, dass man bald aufbrechen sollte.
An Trinkgeld erwarten Kellner, Taxifahrer und Hotelportiers 10-15 % der zu zahlenden Summe.
Kultur
Einladungen zu den Saudis nach Hause sind eher selten.
In Restaurants ist es üblich, dass Männer und Frauen in getrennten Räumen essen. Gelegentlich gibt es aber auch einen gemeinsamen Bereich.
Auf Pünktlichkeit wird sehr viel Wert gelegt, obwohl es Saudi-Araber selbst mit der Pünktlichkeit nicht so genau nehmen.
Business
Araber sind beziehungsorientiert, daher ist eine gute persönliche Beziehung zum Geschäftspartner Grundlage für ein erfolgreiches Geschäft.
Als Frau in Saudi-Arabien Geschäfte zu machen ist sehr schwierig, weil Frauen dort keine Rolle spielen. Geschäftspartnerinnen werden unter Umständen keine Termine bekommen und mitreisenden Sekretärinnen werden eventuell nicht ins Land gelassen. Frauen und Männer dürfen nur mit einer beglaubigten und übersetzten Heiratsurkunde in das Land gemeinsam einreisen. Hilfreich ist es, wenn das Unternehmen mehrmals ausdrücklich ankündigt, dass eine Frau die Geschäftsreise unternimmt und dass sie fachlich sehr gut ist.
Es empfiehlt sich, ein dunkles Kostüm mit einem mindestens kniebedeckenden Rock zu tragen. Die Haare sollten die Damen mit einem Tuch bedecken oder aber zu einem Zopf zusammenbinden.
Als Gastgeschenk werden Souvenirs aus der Heimat oder kleine Firmenpräsente gern gesehen. 
Tabus
Alkohol ins Land zu schmuggeln sollte noch nicht einmal versucht werden, da als Strafe Ausweisung oder Gefängnis drohen.
Zudem ist die Einfuhr von anti-islamischen und pornographischen (z.B. der Playboy) Zeitschriften verboten und Frauen unter 40 dürfen nur mit einem männlichen Verwandten einreisen.
Man sollte nie herumschreien oder die Fassung verlieren, da dies als Charakterschwäche ausgelegt wird.
Ausländer sollten unter keinen Umständen die einheimische Tracht tragen, aber auch Jeans sind sowohl für Männer als auch für Frauen tabu.
Frauen dürfen kein Auto fahren, das ist sogar ausländischen Besucherinnen verboten. Sie müssen ein Taxi nehmen oder sich von einem Chauffeur fahren lassen.
Sonstiges
In Saudi-Arabien gibt es fast keinen Tourismus. Pauschalreisen sind nur in festgelegten Gebieten erlaubt, denn Saudi-Arabien ist wohl das konservativste von allen arabischen Ländern. Der Auslandstourismus beschränkt sich fast nur auf die arabischen Nachbarländer.
Die Sicherheitslage in Saudi-Arabien ist angespannt, daher wird Reisenden zu besonderer Vorsicht geraten, vor allem auf öffentlichen Plätzen und bei großen Menschenansammlungen.
Gesonderte Nichtraucherzonen sind gekennzeichnet und sollten auch beachtet werden.
Seit 2006 ist das öffentliche Fotografieren auch in Saudi-Arabien gestattet. Dennoch sollte man vorher immer um Erlaubnis fragen. Reisende sollten niemals Frauen fotografieren, das kann zu Auseinandersetzungen mit den Männern oder der Religionspolizei führen. Es ist verboten militärische Anlagen, Einrichtungen in Grenznähe, Flughäfen und andere öffentliche Gebäude zu fotografieren.


