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Auslands-Knigge Marokko

Kommunikation

Die Staatssprache in Marokko ist Arabisch. Die zweite Amts- und Verkehrssprache ist Französisch.

Eine marokkanische Begrüßung ist eher förmlich. Nur bei den Jugendlichen ist es etwas lockerer, da genügt ein einfaches "Salam" (Hallo, Tschüss), meist gefolgt von einem "Labas" (wie geht´s ?) Förmlicher ist die Begrüßung mit einem "Salamu-Alaicum", auf das man mit einem "Oua-Alaicum-A-Salam" antwortet. Begleitet wird dieser Empfang mit einem Handschlag, in manchen Regionen wird das Herz mit der rechten Hand berührt, um auf diese Weise Anerkennung und Herzlichkeit auszudrücken. Oder man küsst sich in die eigene rechte Hand. Manchmal ist es üblich sich gegenseitig den Handrücken zu küssen, auch der Wangenkuss kommt häufig vor, ebenso wie das gegenseitige Küssen der rechten Schulter.

Frauen die Hand zu schütteln wäre ein grober Fehler.

Im Vergleich zu z.B. Tunesien nimmt Marokko den Islam etwas ernster. Daher ist auch die Toleranzgrenze gegenüber Ausländern geringer.

Essen und Trinken

Hammelfleisch, Rindfleisch und Geflügel sind in Marokko sehr beliebte Fleischsorten. Harira (Tomatensuppe mit Rind- oder Hammelfleisch), Kefta (gewürztes Hack- oder Hammelfleisch) und Tajine (Fleischeintopf mit Mandeln und vielen anderen Zutaten) gehören, ebenso wie Couscous (Gries, Gerste oder Hirse), zu den traditionellen marokkanischen Gerichten.

Das Nationalgetränk ist Pfefferminztee. Der in Marokko servierte Kaffee ist sehr stark. Einheimisches Bier und vor allem marokkanischer Wein sind schmackhaft und preiswert. Zum Trinken sollte man allerdings nur abgepacktes Wasser verwenden. Obendrein sollte darauf geachtet werden, dass der Verschluss noch versiegelt und unbeschädigt ist.

In abgelegenen Gegenden wird noch mit den Händen gegessen. Dabei wird nur der Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger der rechten Hand benutzt. Das Brotstück zum Auflöffeln nur einmal nutzen!

Kultur

Bei einer privaten Einladung zieht man vor dem Betreten des Hauses die Schuhe aus. Vor dem Essen wird ein Tee getrunken, erst danach wird die Mahlzeit serviert. Vor und nach dem Essen werden die Hände in einer Schüssel gewaschen, die herumgereicht wird.

Eine Einladung, auch wenn sie noch so spontan ist, auszuschlagen, wäre sehr unhöflich. Zudem sollte einem Besuch immer eine Gegeneinladung folgen. Als Gastgeschenk werden Süßigkeiten oder Souvenirs aus dem Heimatland gern gesehen, Blumen oder Alkohol hingegen sind weniger passend.

Wenn man auf dem Boden sitzt, sollte man vermeiden, die Fußsohlen zu präsentieren, da diese als unrein gelten.

Ungeduld ist den Marokkanern nicht bekannt, daher erntet man nur Unverständnis, wenn man den Einheimischen mit Hektik begegnet.

Business

Der Status und hierarchische Strukturen sind in der arabischen Geschäftswelt sehr stark ausgeprägt. Wird ein Geschäftspartner von einem Ranghöheren abberufen, so wird ihr Geschäftsgespräch abgebrochen.

Bei der Business-Kleidung sollten Arme und Knie bedeckt sein, darüber hinaus sollte ein Kostüm oder Hosenanzug nicht zu eng anliegen.

In Marokko (aber auch in Algerien, Mauretanien und Lybien) sind gute Französischkenntnisse für den sozialen Aufstieg sehr wichtig.

Marokko
Marokko

In der arabischen Kultur steht ein persönlicher Kontakt an erster Stelle. Zuerst kommt das persönliche Kennenlernen und dann erst das Geschäft. Daher reicht es keineswegs nur einen Brief zu schicken oder Telefonate zu führen, um einen Vertrag abzuschließen. Demzufolge wird ein persönlicher Besuch zu Beginn der Geschäftsbeziehung als selbstverständlich angesehen, aber auch danach werden regelmäßige Besuche gern gesehen.

Tabus

Oben ohne, knappe Tops, kurze Hosen und Röcke sind in der Öffentlichkeit tabu, ein Bikini ist bestenfalls noch auf der Hotelanlage erlaubt.

Ein Austausch von Zärtlichkeiten auf offener Straße ist zu unterlassen, ebenso sollten Männer keinesfalls einheimische Frauen ansprechen.

Cafés sind eine Männerdomäne. Wer als Frau nicht angestarrt werden möchte, sollte daher nur in männlicher Begleitung ein Café betreten.

Die Geschäfte in einem Suk (kommerzielles Viertel einer arabischen Stadt mit vielen Läden für Einzelhandel oder Handwerk) nicht ohne Begrüßung betreten, denn dann könnte sich der Händler übergangen fühlen und dem Kunden die schlechteste Ware anbieten.

Das Fotografieren von Flughäfen, Bahnhöfen, Polizeistationen und Uniformierten ist strengstens untersagt.

Sonstiges

In Hotelrechnung ist das Bedienungsgeld normalerweise enthalten. Taxifahrer, Kellner oder Friseure erwarten allerdings etwas Trinkgeld.

Bei einer Reise nach Marokko sollte man darauf achten, ob diese in die Zeit des Ramadan fällt. Dann wird zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf Speisen, Getränke und Tabak zu verzichtet. Daran müssen sich auch Reisende halten.

Einige Moscheen bleiben für Nichtgläubige geschlossen. In allen, die für Besucher geöffnet sind, müssen die Schuhe vor dem Eingang ausgezogen werden. Frauen dürfen den Betbereich der Männer nicht betreten.

Marokkaner lassen sich nur ungern fotografieren und wenn, dann fordern sie, vor allem Kinder, eine Bezahlung. Außerdem muss man sich bei einer Reise durch das Land daran gewöhnen, dass man nirgendwo ungestört verweilen kann, ohne dass eine Gruppe von Jugendlichen ankommt und etwas verkaufen oder einfach nur Geld haben will.

Vor allem in den Städten und Suks auf die Wertsachen aufpassen.

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