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Auslands-Knigge – Ungarn

Kommunikation

Zur Begrüßung sagt man Jó napot kivánok (“Guten Tag”), Jó reggelt kivánok (“Guten Morgen”) und Jó estét kivánok (“Guten Abend”). In weniger förmlichen Situationen kann man das kivánok auch weglassen oder durch einen Namen ersetzen. Männer begrüßen Frauen mit Kezét Csókolom (“Ich küsse Ihre Hand”), um ihren Respekt auszudrücken. Informelle Begrüßungen sind Szervusz oder Szia (“Bis dann.”) Nach dem Gruß kann ein Hogy vagy? (“Wie geht es?”) oder eine andere Frage anhängt werden. Es zeugt von Höflichkeit den Titel (“Doktor,” “Professor,” “Direktor”) mit dem Nachnamen zu verwenden. Viele Ungarn stellen sich mit ihren Familiennamen vor, manchmal gefolgt von ihrem Vornamen. Unter guten Freunden und Verwandten grüßt man sich mit Vornamen. Zum Abschied sagen Ungarn Viszontlátásra (“Auf Wiedersehen”) oder einfach Viszlát.

Essen und Trinken

In Ungarn sehen es die Leute als unhöflich an, beim Bier trinken mit dem Glas oder Krug anzustoßen. Dagegen ist es üblich, bei anderen Getränken wie Wein, Champagner oder Likör anzustoßen.


Kettenbrücke in Budapest

Kultur

Bei der Begrüßung reicht man sich gewöhnlich die Hände. Gute Freundinnen umarmen sich und küssen sich auf die Wange. Einer Frau sollte niemals zuerst die Hand gegeben werden, es empfiehlt sich den Handkuss zu üben.

Für gewöhnlich werden Besuche angekündigt. Gute Freunde, Verwandte und Nachbarn können auch unerwartet erscheinen. Der erste Besuch eines neuen Bekannten ist in der Regel kurz, er dauert nur bis nach dem Kaffee. An Wochentagen verabschieden sich Gäste bis spätestens 23.00 Uhr, (auf dem Land auch früher) wegen des frühen Arbeitsbeginns. Während der Besuche herrscht eine lockere Atmosphäre.

In Ungarn wird sehr viel Wert auf Höflichkeit gelegt. Wörter wie "köszönöm" (danke), "kérem" (bitte) und "bocsànat" (Entschuldigung) sollte man daher unbedingt kennen.

Die Ungarn halfen vielen DDR-Bürgern bei ihrer Ausreise oder Flucht in den Westen. Darauf sind sie sehr stolz und hören auch gerne anerkennende Worte.

Business

Auch in Ungarn werden Kritik bzw. abweichende Meinungen nie direkt geäußert. Erst innerhalb einer vertrauten Beziehung würde dies auf informeller Ebene geschehen. Nach Besprechungen empfiehlt es sich daher, in einer kleinen Kaffeerunde nach den Vorstellungen der ungarischen Partner zu fragen.

Der persönliche Kontakt zu den ungarischen Geschäftspartnern ist wichtig, daher sollte man auch das Telefongespräch der E-Mail vorziehen. Zur Kontaktpflege ist es ratsam, jeden kleinen Anlass zu nutzen, zum Beispiel den Geburtstag oder Namenstag.

Für Frauen gilt es, sich betont weiblich zu kleiden und zu geben. Geschäftsfrauen sollten mit Komplimenten rechnen, sie werden dadurch aber nicht in ihrer Position abgewertet. Auch deutsche Geschäftspartner brauchen nicht mit Komplimenten sparen und zum Beispiel zu bestimmten Anlässen Blumen für die Sekretärin mitbringen.

Die Umgangsformen sind in Ungarn eher konservativ, dass gilt auch für die Business-Kleidung.

Tabus

Alle osteuropäischen Staaten zu verallgemeinern macht keinen guten Eindruck. Auch sollten Ungarn nicht mit Russen verwechselt werden. Damit beleidigt man die Ungarn, da sie von der UdSSR besetzt wurden. Es gilt auch als sehr unhöflich nicht zu wissen, dass Ungarn nicht slawischer Herkunft sind und das die ungarische Sprache andere Wurzeln hat als die tschechische, slowakische, russische, serbische usw. Wenn das Thema Transsilvanien im Gespräch aufkommt, sollte man nicht Dracula oder die Rocky Horror Picture Show erwähnen. Transsilvanien hat eine besondere Bedeutung in der ungarischen Geschichte. Die Ungarn könnten beleidigt sein, wenn man diese Region nur mit der bekannten Horror-Story verbindet. Die Freiheitskämpfer oder die Revolutionäre von 1848 und 1956 sollten nicht als Rebellen bezeichnet werden.

Sonstiges

Wenn man einer Frau oder einem Mädchen einen Blumen überreicht, sollte die Unzahl der Blumen ungerade sein. Außerdem werden rote Rosen nur verschenkt, wenn man in eine Frau verliebt ist oder um sie kämpfen möchte. Weiße und gelbe Rosen haben in Ungarn keine negative Bedeutung wie in anderen Ländern.


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