Auslands-Knigge Schweiz
Kommunikation
In der Schweiz wird die förmliche Anrede und der Nachname verwendet. Titel werden sowohl bei schriftlichen als auch bei der mündlichen Anrede gebraucht.
Jugendliche sprechen sich mit dem Vornamen an, Erwachsene benutzen diesen nur bei guten Freunden oder Verwandten.
In der Schweiz sollte man sich nicht mit einem "Tschüss" verabschieden, denn das ist den Schweizern zu salopp.
Eine typische, schweizerische Grußformel ist "Gruezi", auch bei formellen Anlässen.
In der Schweiz gibt es verschiedene Sprachen: Französisch, Italienisch, Rätoromanisch und Deutsch, wobei Hochdeutsch nur mit Nichtschweizern gesprochen wird. Im Fernsehen taucht es nur bei Informationssendungen auf, ansonsten ist die Sprache Schwyzerdütsch.
Eine Eigenart der Schweizer gibt es beim Telefonieren: sollte der Telefonpartner das Gespräch unterbrechen, egal wie kurz diese Unterbrechung ist, wird er die Unterhaltung mit den Worten "Sind Sie noch da?" wiederaufnehmen. Darauf sollte man mit einem einfachen "Ja" antworten, alles andere würde den Gesprächspartner nur befremden.

Blick auf Bern
Essen und Trinken
Die Essgewohnheiten sind stark durch das Berufsleben geprägt. Daher wird die Hauptmahlzeit meistens abends eingenommen.
Das Essen sollte einfach sein, d.h. man muss davon satt werden, es soll einfach in der Herstellung und nicht zu teuer sein.
Eine Schweizer Spezialität ist Käse. Beliebte Mahlzeiten sind daher Käse-Fondue und Raclette. Fleischgerichte werden mit reichhaltigen Saucen serviert und als Vorspeise werden oft Aufschnittplatten gereicht. Süßwasserfische werden vor allem in den Gebieten um die Schweizer Seen angeboten.
Schweizer Bier, Obstbranntweine und einheimische Weine sind als Getränke sehr beliebt.
Eine regionale Spezialität ist Bündnerfleisch (getrocknetes Rindfleisch). Papet vaudois ist ein Gericht aus Lauch und Kartoffeln. Daneben gibt es unzählige Salamisorten und Würste aus Schweinefleisch, darunter Engadinerwurst oder Knackerli. Rösti (geschnittene und gebratene Kartoffeln) und Fondue Bourguignonne (mit verschiedenen Saucen serviertes Fleischfondue) sind ebenfalls bekannte Schweizer Gerichte. Gugelhopf (Napfkuchen, oft mit Sahnecremefüllung) und Fasnachtsküchli (Puderzuckergebäck, das in der Karnevalszeit gegessen wird) sind besonders leckere Süßigkeiten. Weitere süße Köstlichkeiten sind Engadiner Nuss- , Zuger Kirsch- und Aargauer Rüblitorte. Nicht zu vergessen die weltberühmte Schweizer Schokolade.
Möchte man in der Schweiz ein Müsli essen, so wird das unter der Bevölkerung Heiterkeit auslösen. Denn Müsli bedeutet Maus. Die gesunde Haferflockenmischung heißt in der Schweiz Müesli.
Trinkgeld ist grundsätzlich in den Preisen mit inbegriffen, bei guter Bedienung rundet man die Summe großzügig auf.

Eine Kuh in den Alpen
Kultur
Besuche werden in der Schweiz vorher angemeldet und beim ersten Besuch ist ein Gastgeschenk mitzubringen.
Die Schweizer sind ein sympathisches und gastfreundliches Volk, können aber bisweilen etwas distanziert sein.
Business
39% aller Erwerbstätigen sind Frauen.
Pünktlichkeit wird in der Schweiz sehr geschätzt, ein bis zwei Minuten Verspätung werden gerade noch toleriert.
Die Schweizer sind in ihrer Sprache nicht besonders direkt und haben eine weiche Ausdrucksform.
Tabus
Die Verkehrsregeln sollten strikt eingehalten werden, denn die Polizei ahndet jeden Verstoß. Besonders sollten Geschwindigkeitsbegrenzungen beachtet und jederzeit eingehalten werden.
Wohnmobile dürfen nicht einfach am Straßenrand zum übernachten abgestellt werden, sondern nur auf speziell ausgewiesenen Parkplätzen. Das Zelt in freier Landschaft aufzustellen, ist bei Strafe verboten.
Bloß nicht die Züri Metzgete mit einer Schlachtplatte verwechseln, denn die Züri Metzgete ist das einzige große Weltcup-Radrennen der Schweiz.
Die Schweizer sollten auf keinen Fall als humorlos bezeichnet werden. Ihr Witz mag etwas skurril sein, aber sie haben eine lange komödiantische Tradition.
Sonstiges
Das Rauchen ist in Restaurants, Bahnhöfen und öffentlichen Verkehrsmitteln nicht gestattet. Im Kanton Tessin ist das Rauchen, wo Speisen serviert und Getränke ausgeschenkt werden generell nicht erlaubt. Dort darf nur in ausgewiesenen Bereichen geraucht werden.
Ironie wird im Zweifelsfall eher nicht verstanden.
Die Kellnerin wird Serviertochter genannt.
Wird von der Langsamkeit der Schweizer gesprochen, so ist meisten die Behäbigkeit der Berner gemeint, die das Leben gern etwas ruhiger angehen.


