Auslands-Knigge – Schweden
Kommunikation
Die Schweden gelten als bodenständig, daher haben Titel auch nur eine geringe Bedeutung. Außerdem gilt die allgemeine Duz-Kultur. Es ist in Schweden allgemein üblich, sich mit dem Vornamen anzureden. Nur in sehr förmlichen Situationen redet man sich mit “Sie” und dem Nachnamen an. Förmlichere Begrüßungen sind God dag (“Guten Tag”) oder God morgon (“Guten Morgen”). Unter Freunden sind die meisten Schweden jedoch lockerer und sagen einfach nur Hej. Beim Abheben des Telefons nennen die Schweden im Allgemeinen ihren Namen, sagen aber hallå, wenn sie den Anrufer nicht hören können. “Auf Wiedersehen” heißt Adjö oder ungezwungener Hej då.
Zurückhaltung gilt bei dem Thema Einwanderung, politisch unkorrekten und zum Rassismus tendierenden Äußerungen. Dagegen ist bei allen Unterhaltungen ein bisschen Understatement wichtig. Man sollte daher nicht prahlen oder angeben – denn Geld ist ein besonders heikles Thema. Die Schweden neigen zur Tiefstapelei, um sich nicht über andere zu stellen und sie unterlegen fühlen zu lassen. Sie reden nicht viel herum, sondern setzen ihre Ideen um.
Auch wenn fast alle unter 50 Jahren Englisch sprechen können, sollte man vorher höflich danach fragen und sie dann für ihr Bemühen loben.

See in Schweden
Essen und Trinken
Beim Essen ist es üblich, sich selbst von den Gerichten auf dem Tisch zu bedienen. Auch beim Servieren von Kuchen schneidet man diesen vorher nicht auf, sondern überlässt es jedem selbst sich ein Stück auszuwählen. Deshalb gilt es als unhöflich, Reste auf dem eigenen Teller zu lassen. Mit dem Trinken wartet man normalerweise, bis der Gastgeber einen Tost (schwedisch Skål) ausgesprochen hat. Ist man zu einem Essen eingeladen worden, spricht immer der Gastgeber den ersten Tost. Es wird sich auch nicht hingesetzt, ohne vorher die Jacke abgelegt zu haben. Isst man sein Essen nicht auf, gibt das dein Eindruck, es habe so furchtbar geschmeckt, dass man es nicht essen konnte. Daher sollte man sich entschuldigen und es erklären. Sich das letzte Stück aufzufüllen, könnte man als gierig bzw. gefräßig interpretieren. Es ist im allgemeinen üblich, sich bei dem Gastgeber für das gute Essen zu bedanken. Dies gilt auch für förmliche Essen.
Kultur
Danke (tack) ist das wichtigste Wort der schwedischen Sprache. Floskeln und Höflichkeitswendungen werden von den Schweden häufig benutzt. Lieber zu viel danken, als zu wenig. Außerdem entschuldigt man sich viel, zum Beispiel, wenn man jemanden anspricht, um nach dem Weg zu fragen. Schweden sind gewöhnlicherweise sehr pünktlich. Außerdem sind sie eher zurückhaltend und lassen den anderen auf sich zukommen. Es ist nicht üblich, jemanden direkt die Wahrheit zu sagen. In der Regel wird das Thema nur indirekt angesprochen und dann Vor- und Nachteile diskutiert. Deutsche würden vermutlich zuerst nicht bemerken, dass man sie kritisiert.

Einsames Haus in Schweden
Business
In Schweden ist es üblich, dass nicht der Chef alleine entscheidet. Das Anliegen wird zuerst erklärt und dann vom gesamten Team diskutiert, bis die Mehrheit eine Entscheidung getroffen hat. Dabei wird nicht zu lange und umständlich über eine Sache geredet, sondern man kommt schnell und klar auf den Punkt. Die Schweden sind hierbei stets sehr höflich. In Schweden spielen die Hierarchien eine geringe Rolle. Schon nach kurzen Geschäftskontakten duzt man sich hier und spricht sich mit dem Vornamen an. Das gilt vom Azubi bis zur obersten Führungsetage. Die Gespräche sind im allgemeinen lockerer. Trotzdem sollte anfangs auf witzige und ironische Bemerkungen verzichtet werden. Die schriftliche Kommunikation ist oftmals formloser. Die Schweden drücken sich gerne einfach und klar aus. Die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“, gibt es nicht. Der Brief kann auch direkt mit dem Betreff beginnen, wenn man sich noch nicht so gut kennt. Im Unterschied zu Briefen, sind E-mails sehr informell und entsprechen dem amerikanischen Stil.
Tabus
In Schweden herrscht fast überall an öffentlichen Plätzen Rauchverbot. Auch wird es als sehr unhöflich angesehen an privaten Plätzen oder bei seinem Gastgeber zu rauchen, ohne vorher zu fragen.
Sonstiges
Es sollte nicht angenommen werden, dass der Euro als Zahlungsmittel akzeptiert wird. Dagegen hat man keine Probleme mit der Kreditkarte zu zahlen. Falls man in Schweden reist, wird es als unhöflich angesehen, große Mengen Essen, Alkohol oder andere Dingen mitzubringen. Es könnte so aussehen, als wenn die Produkte in Schweden keine gute Qualität haben. Ständiges Beschweren über das Wetter, finden die Leute gegenüber ihrem Land beleidigend.
Gastgeschenke werden gerne gesehen, vor allem Kleinigkeiten aus dem eigenem Land. Jedoch sollten sie nicht zu teuer sein, ansonsten bringt man den Gastgeber in Verlegenheit. Der Hut oder das Baseball Cap wird abgenommen, wenn man ein Gebäude betritt.


