Auslands-Knigge Finnland
Kommunikation
Ein fester Handschlag ist die übliche Form der Begrüßung. Dabei wird Augenkontakt gehalten. Wenn man Augenkontakt vermeidet, glauben Finnen, dass man etwas zu verbergen hat. Während man sich die Hände schüttelt, ist es üblich, dass man seinen Vor-und Nachnamen wiederholt. Begrüßt man ein verheiratetes Paar, grüßt man die Frau zuerst. Die richtigen Grußformeln sind: Hyvää päivä (“Guten Morgen” oder “Guten Tag”) oder nur Päivä. Man wird meist gleich mit dem Vornamen angesprochen und es ist üblich, dies auch zu erwidern. Man sollte ruhig und bescheiden mit einem Finnen sprechen und nichts tun, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, Zu laut zu sein oder öffentlich eine Szene zu machen, gilt als unhöflich. Körperkontakt wird weitgehend vermieden und es gilt beispielsweise als gönnerhaft, wenn man jemandem auf den Rücken klopft. Jemanden zu unterbrechen wird als unhöflich angesehen. Es wird sehr geschätzt, wenn man offen und ehrlich spricht. Zudem wird erwartet, dass man mit Kritik sachlich umgehen kann. Smalltalk schätzen Finnen nicht. Damit fühlen sie sich nicht wohl. Bevor sich Finnen dem Smalltalk widmen, schweigen sie lieber.
Essen und Trinken
Im Restaurant ist ein Bedienungsgeld bereits im Rechnungsbetrag enthalten. In der Woche sind dies 14%, an Wochenenden und Feiertagen 15%. Bei einem privaten Essen bietet man der Gastgeberin an, beim Abräumen zu helfen. Man wartet, bis einem gesagt wird, dass man sich setzen darf. Gegessen wird erst, wenn der Gastgeber einen dazu einlädt. Brot und Schrimps sind das Einzige, was mit den Händen gegessen werden darf. Für alles Andere, selbst für Obst, wird Besteck benutzt. Wird man nach dem Salz- oder Pfefferstreuer gefragt, stellt man diese in die Nähe des Fragenden, gibt sie ihm aber nicht direkt. Wird einem ein Nachschlag angeboten, sollte man akzeptieren. Grundsätzlich sollte man aufessen, darauf legen Finnen Wert.
Kultur
Die gesellschaftlichen Strukturen orientieren sich an egalitären Leitsätzen. Demokratische Werte werden ebenfalls groß geschrieben. Bescheidenheit und Demut werden als Tugenden angesehen. Unsympathisch erscheint den Finnen hingegen jemand, der auf seinen Erfolgen und Errungenschaften „herumreitet.“ Finnen möchten, dass ihre Privatsphäre respektiert wird und achten im Gegenzug auch die Privatsphäre anderer Menschen. Pünktlichkeit ist in allen Kontexten wichtig und spielt auch bei privaten Einladungen eine wichtige Rolle. Als Gastgeschenke eignen sich Wein, Markenschokolade und Blumen. Bei Letzterem muss man darauf achten, dass man keine gerade Anzahl verschenkt. Weiße und gelbe Blumen, sowie Topfpflanzen, sind keine geeigneten Geschenke. Vorher erkundigt man sich, ob erwartet wird, dass man etwas zu essen mitbringt. Man sollte sich nicht zu konservativ anziehen. Finnen kleiden sich im Allgemeinen eher leger. Wenn man sich verabschiedet, bedankt man sich als Erstes bei den Gastgebern für die Gastfreundschaft.
Helsinkier Dom
Business
Die Arbeitsweise ist individualistisch orientiert. Die meisten Finnen sind daran gewöhnt, allein und hart zu arbeiten. Obwohl sich diese Einstellung in den letzten Jahren etwas gelockert hat. Saunen spielen im kulturellen Leben Finnlands eine große Rolle. Deswegen kann es gut sein, dass man nach einem Geschäftsabschluss zu einem Saunabesuch eingeladen wird. Einen Saunabesuch darf man auf keinen Fall ausschlagen, das ist eine Beleidigung. Dabei darf man dann aber nicht mehr über Geschäftliches sprechen. Das finnische Geschäftsleben ist effizient und nach einem strikten Zeitplan geregelt. Der Dresscode ist etwas lockerer als in vielen Ländern. Männer tragen zum Beispiel keine Krawatten zum Anzug und Jeans und Chinos werden grundsätzlich auch im Geschäftsleben akzeptiert.
Tabus
Finnen mögen es nicht, wenn man sie mit den Skandinaviern in einen Topf wirft. Finnen sehen sich selbst nicht so sehr als Skandinavier. Vor allem möchten sie nicht mit den Schweden verwechselt werden.
Sonstiges
Taxifahrern und Toilettenpersonal muss kein Trinkgeld gezahlt werden.


