Auslands-Knigge Island
Island ist die zweitgrößte Insel Europas, sie ist mit ca. 300.000 Einwohnern nur dünn besiedelt. Obwohl Isländer sehr weltoffen sind und sie feste und gute Beziehungen zum übrigen Europa haben, wissen die meisten sehr wenig über Island. Dabei haben auch Isländer ihre Eigenheiten, die man bei einer Reise in ihr landschaftlich und kulturell attraktives Land respektieren sollte.
Kommunikation
Wie in Deutschland begrüßt man sich auch in Island mit einem Händedruck. Die Begrüßungsformel für Männer ist „Sæll“, für Frauen „Sæl“, was soviel bedeutet wie „Glück“. Eine ungezwungenere Begrüßung, mit der man zum Beispiel Kinder anredet, ist „Halló. Eine höfliche Anrede ist in Island nicht üblich, man spricht sich ganz offiziell mit dem Vornamen an. (Nur der der Präsident und der Bischof Islands wird mit einer förmlichen Anrede bedacht). Auch das Telefonbuch ist nach Vornamen gelistet.
Wenn man sich besser kennt, begrüßt man sich manchmal mit einem Kuss auf die Wange.
Bei Gesprächen besonders zu beachten, ist, dass das Isländische keine internationalen Wörter kennt. Ein extra eingesetztes Komitee überwacht die Entwicklung der Sprache und veranlasst gegebenfalls Anpassungen: Begriffe des modernen Lebens, der Wissenschaft und der Technik wie Computer, Telefon oder auch Polizei werden durch Umschreibungen ins Isländische übersetzt und heißen dann Zählwerk(tölva), „Draht(sima) und „Gesetzesregler“(lögregla).
Die Landessprache ist isländisch, die meisten Isländer sprechen jedoch eine Fremdsprache. Englisch ist am geläufigsten, doch viele Isländer sprechen noch eine weitere skandinavische Sprache, aber auch Deutsch oder Französisch.
Geysire
Essen und Trinken
In Island ist es üblicher als in anderen Ländern, Gäste nach Hause einzuladen und nicht in ein Restaurant.
Wer trotzdem in einem Restaurant essen geht, sollte einen genauen Blick auf die Speisekarte werfen. Zu isländischen Spezialitäten gehören nämlich Gerichte, die ein mitteleuropäischer Magen nicht unbedingt gewohnt ist, wie Hákarl(Haifischfleisch), Hrútspungur (in Molke eingelegte und in eine Kuchenform gepresste Schafbockhoden) und Svid (ein gesengter, gekochter Schafskopf, dessen Augen eine ganz besondere Delikatesse darstellen). Außerdem gibt es Slátur (Schafsinnereien, die in einen Schafsmagen eingenäht und darin gekocht werden).
Aufgrund des reichhaltigen Angebots wird in Island viel Fisch gegessen, vor allem Kabeljau, Schellfisch, Heilbutt, Scholle, Hering, Lachs und Forelle. Aber auch Hammelfleisch, Lamm und Milchprodukte sind in der isländischen Küche gerne gesehen. Eine isländische Spezialität ist zum Beispiel Hangikjöt (geräuchertes Hammelfleisch), oder auch Skyr (eine joghurtähnliche Speise). Nach dem Essen trinkt man häufig einen isländischen Kartoffelschnaps mit Kümmelgeschmack (Brennivin).
Kaffee trinkt man in Island sehr gerne und zu jeder Tageszeit. Den ersten Kaffee muss man bezahlen, aber häufig bekommt man umsonst nachgeschenkt.
In Island ist die Bedienung und die Mehrwertsteuer grundsätzlich im Endpreis enthalten, ein Trinkgeld ist also nicht nötig und wird aus stolz empfundener sozialer Gleichberechtigung auch gar nicht erwartet.
Nach einer Mahlzeit oder einem Getränk ist es üblich, sich bei seinem Gastgeber mit einem Händedruck zu bedanken.
Wer sich nicht unbeliebt machen möchte, vermeidet Themen wie Walfang und den Kárahnjúkar-Stausee.
Kultur
Bei einer ersten Einladung ist es üblich, einen Blumenstrauß oder ein kleines Geschenk mitzubringen, oder aber am Tag nach der Einladung dem Gastgeber einen Strauß Blumen mit einer Karte zukommen zu lassen.
Die Sitzordnung entspricht dem internationalen Brauch: Der männliche Ehrengast sitzt rechts vom weiblichen Gastgeber, der weibliche Ehrengast sitzt rechts vom männlichen Gastgeber.
Häuser in Island
Business
Isländer arbeiten sehr hart, sie haben den längsten Arbeitstag in Europa. Die Kleidung ist abhängig von der Art des formellen Anlasses. Formelle Anlässe enden in der Regel um 23.30 Uhr, natürlich gibt es Ausnahmen.
Tabus
In Ísland geht man nicht mit Straßenschuhen in die Häuser. Auch in Schwimmbädern zum Beispiel gibt es beim Eingang Regale, damit man seine Schuhe ausziehen kann.
Sonstiges
Generell sind Isländer nicht so offene Menschen und respektieren die Privatsphäre ihrer Mitmenschen. Trotzdem gelten die Isländer als freundlich, hilfsbereit und äußerst interessiert am Rest der Welt und an ihren Mitmenschen.
Reykjavik ist eine der modernsten Städte Europas, deren Nachtleben als sehr hip gilt.


