Auslands-Knigge Großbritannien
Kommunikation
Eifriges Händeschütteln ist hierzulande nicht üblich. Man gibt sich nur einmal die Hand und zwar beim ersten Zusammentreffen. Es ist nicht persönlich zu nehmen, wenn Begrüßung und Abschied ohne körperliche Berührung verlaufen. Ein freundliches "Good Morning" mit entsprechendem Blickkontakt genügt. Auf die Frage "How do you do"? antworten Sie mit der Gegenfrage "How do you you?" - und schon ist die Begrüßung erledigt. Die Benutzung der Vornamen ist inzwischen relativ normal, Sie sollte jedoch immer erst auf eine Einladung dazu warten.
Die Briten sind ein sehr höfliches Volk. Es ist wichtig, "Bitte" und "Danke" nicht zu sparsam zu verwenden. Wenn man etwas möchte bitte immer "Please", und wenn man etwas erhalten hat, "Thank you" verwenden – oder wenn es locker zugeht auch "Thanks".
Wenn sich jemand bedankt, sollte man darauf entgegnen "You´re welcome“. Störungen im weitesten Sinne sollte man mit "Excuse me" entschuldigen und ankündigen. Wer bereits eine Störung verursacht hat, sollte sich stets mit einem "Sorry" entschuldigen. 
Allgemein sollte man beachten, dass in Großbritannien vieles zwischen den Zeilen gesagt wird. Wenn z. B. jemand sagt "very interessting", kann man das nicht mit sehr interessant übersetzen, sondern dies kommt eher einem "okay" gleich. Ebenfalls sollte man sich nicht von höflichen Umschreibungen blenden lassen direkte Antworten, wie sie in Deutschland üblich sind, vermeiden.
Essen und Trinken
Bei der Tischkultur hat jedes Land seine Eigenheiten. In Großbritannien spielt die Tea-Time eine wichtige Rolle, sie wird oft regelrecht zelebriert (zwischen vier und sechs Uhr) und kann durchaus das Abendessen ersetzen.
Bei informellen Anlässen wird meistens Bier getrunken, das bei Keller-Temperatur serviert wird. Bier ist außerdem oft in verschiedenen Sorten und Stärken erhältlich. „Bitter“ wird am häufigsten konsumiert, sodass viele Bars diese Sorte oft von verschiedenen Marken anbieten. Bestellt wird entweder ein „pint“ (großes Glas) oder auch nur „half a pint“ (kleines Glas).
Da die britische Küche sehr international geworden ist, gibt es nur noch wenige Nationalgerichte. „Haggis“ ist beispielsweise eine schottische Spezialität: Schafsmagen gefüllt mit Rindertalg, Haferflocken, Gewürzen und Schafsinnereien.
In den meisten Restaurant- und Hotelrechnungen ist meist bereits ein Trinkgeld von 10 bis 15 Prozent enthalten. Wenn Sie in einem Restaurant trotzdem Trinkgeld geben wollen, geben Sie dies lieber den Angestellten in bar als dass Sie dies auf Ihrer Kreditkarte verrechnen lassen. Geben Sie kein Trinkgeld in Bars oder Pubs, in denen es keine Tischbedienung gibt. Taxi-Fahrer hingegen erwarten 10 bis 15 Prozent oder ein paar Pfund (was von beiden mehr ist) als Trinkgeld.
Kultur
Das Vereinigte Königreich ist ethnisch wie kulturell sehr facettenreich. Obwohl jede Form von Diskriminierung tabu ist, wird es sich kaum ein Waliser oder Schotte als „Engländer“ bezeichnet zu werden.
In vielen ländlichen Gebieten gibt es starke, lokale Akzente. In Wales spricht außerdem etwa ein Viertel der Bevölkerung Walisisch, eine keltische Sprache, die mit dem modernen Englisch nicht verwandt ist und in den entsprechenden Gebieten auch offizielle Amtssprache neben Englisch ist. Etwa 60.000 Schotten sprechen auch eine eigene Version des Gälischen.
London
Briten sind sehr reserviert und finden es meist schwierig, mit einem Fremden Small Talk zu führen. Menschen aus dem Norden sind im ersten Moment meist freundlicher als Leute aus dem Süden. Zumeist sprechen Briten leise und mit gemäßigtem Tonfall sowie ohne große Gesten.
Gute Gesprächsthemen sind vor allem das Wetter, Sport (insbesondere Fußball), Tiere (aber Vorsicht bei Vegetariern), Britische Geschichte, Kultur, Literatur, Kunst und Musik, aktuelle Ereignisse, Ihre positiven Erfahrungen mit Großbritannien sowie Ihre direkte Umgebung, das gute Essen und wirkliches „ale, das traditionelle Bier.
In Großbritannien erkennt man überall, wo Menschen warten, Schlangen. Die Anweisung "Please queue here" sollte dabei stets beachtet werden. Unüblich ist es, im Bus oder in der U- Bahn für ältere Menschen aufzustehen.
In Großbritannien sind Geschäftsgeschenke absolut unüblich. Sollten Sie jedoch einmal privat eingeladen worden sein, ist es normal, Wein, Blumen und/oder Schokolade für Ihre Gastgeber mitzubringen.
Business
Für ein Geschäftstreffen sollten Sie sich mindestens ein paar Tage im Voraus anmelden. Pünktlichkeit wird immer geschätzt, obwohl sich wohl niemand wirklich daran stört, wenn Sie bei einem Treffen mit einer Einzelperson einige Minuten zu spät sein sollten.
In Großbritannien meldet man sich am Telefon nicht dem eigenen Namen, sondern mit einem Gruß (z.B. Hello) oder mit dem Unternehmensnamen. Falls man selbst jemanden anruft, verhält man sich ebenso.
Bei einem geschäftlichen Meeting sollte man sich nicht davon irritieren lassen, wenn sich die Geschäftspartner nicht an die Punkte der Tagesordnung halten. Sollten Aspekte offen bleiben, ist es üblich, diese per Telefon oder E-Mail zu klären.
Bei Verhandlungen, sollte man vor allem auf die kurzfristigen Erfolge verweisen, um Erfolg zu haben, da die Briten nicht so langfristig denken wie möglicherweise ihre deutschen Geschäftspartner.
Ein Tipp für Arbeitnehmer in London: Nach der Arbeit ist es üblich, dass man sich mit den Kollegen noch auf ein Feierabendgetränk in einem Pub trifft. Diese Treffen sind sicher kein Ausdruck inniger Freundschaft, aber sie haben oft einen positiven Einfluss auf das Miteinander im Büro. Der Höflichkeit wegen sollte man dies auch nicht ständig ablehnen.
Die Arbeitskleidung ist eher konservativ. Für Männer sind Anzug und Krawatte angemessen, für Frauen hingegen gilt, dass die Kleidung nicht zu aufreizend sein sollte. Außerdem ist eine dezente Farbwahl erwünscht.
Tabus
Vermeiden Sie halbfertige Sätze und unterbrechen Sie nie jemanden. Briten finden solche Angewohnheiten sehr lästig. Außerdem Sie die Briten sehr stolz auf ihre Kultur und ihr Erbe, sodass dies respektiert und nicht lächerlich gemacht werden sollte.
Außerdem sollten Sie unbedingt die Themen Nordirland, Religion, die Monarchie und die königliche Familie, die EU, „Brüssel“ und der Euro, aber auch den Nahen Osten, persönliche Fragen, das Klassensystem der britischen Gesellschaft, Rasse und Immigration sowie Sex (insbesondere Homosexualität).
Sonstiges
Die offizielle Bezeichnung des Staates lautet seit 1927 Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland. Jedoch verschwimmt die Genauigkeit des Begriffs oft. Die Bewohner des Landes werden oft einfach nur als „Briten“ oder gar nur als „Engländer“ bezeichnet. Doch selbst Großbritannien besteht aus drei Teilen, die man vor Ort nicht verwechseln sollte: England, Wales und Schottland.
Links zu Großbritannien:
- Erfahrungsberichte England
- Erfahrungsberichte Schottland
- Sprachreisen nach Großbritannien
- Sprachschulen in Großbritannien
- Bewerbungstipps Großbritannien


