Auslands-Knigge Belgien
Kommunikation
Zur Begrüßung und zum Abschied schütteln Belgier allen Anwesenden die Hände und schauen Ihrem Gegenüber dabei in die Augen. Belgien ist sprachlich geteilt, hauptsächlich in die Sprachgruppen Französisch und Niederländisch, es gibt aber auch eine kleine deutsche Enklave. Man sollte daher aufpassen, dass man die kulturellen Gruppen und ihre Sprachen nicht verwechselt. Dabei gilt es drei Regeln zu beachten: 1. Sprechen Sie nie französisch mit einem Flamen, dies könnte auf Ablehnung stoßen. 2. Sprechen Sie nie niederländisch mit einem Wallonen, denn es könnte sein, dass er es nicht versteht. 3. Sprechen Sie außerhalb der kleinen deutschen Enklave nie deutsch mit einem Belgier.
Die niederländischen Anreden sind „meneer“ („Herr“), „mevrouw“ („Frau“) und „mejuffrouw“(„Fräulein“). Bei französisch sprechenden Partnern benutzen Sie „Monsieur“ („Herr“) und „Madame“ („Frau“). Die Benutzung von „Mademoiselle“ („Fräulein“) ist dagegen selten geworden.
Essen und Trinken
Das Mittagessen wird in Belgien gern für Geschäftsessen genutzt. Wenn Sie keine Reservierung haben, sollten Sie versuchen bis 12:30 Uhr einen Tisch gefunden zu haben, da Restaurants besonders in den Stadtzentren gegen ein Uhr mittags meistens voll sind. Muscheln und Pommes Frites (die Belgier behaupten, Pommes erfunden zu haben) sind wahrscheinlich die Nationalgerichte Belgiens, die belgische Küche hat aber durchaus mehr zu bieten. Berühmt sind vor allen Dingen auch der belgische Käse und Waffeln sowie die feine belgische Schokolade. Generell werden Rechnungen zu einem Trinkgeld von bis zu zehn Prozent aufgerundet.
Kultur
Belgier sind freundliche Leute, die gern intelligente, aber nicht immer ernste Unterhaltungen führen. Jedoch werden keine persönlichen Themen besprochen. In einer Konversation können Sie sich dafür beispielsweise über den Teil Belgiens, in dem Sie sich gerade befinden, unterhalten. Auch das belgische Essen und Bier, belgische Kunst und Architektur sowie Sport (insbesondere Radsport und Fußball) sind weitere gute Themen. Sie sollten jedoch stets darauf achten, dass Sie mit einer gemäßigten Lautstärke reden und nicht zu viel Aufgeregtheit an den Tag legen. Auch in Bezug auf Ihren Reichtum oder Ihre beruflichen Erfolge sollten Sie sich zurückhaltend geben. Generell sind Belgier nicht von akademischen und beruflichen Titeln besessen. 
Es ist relativ selten in Belgien, zu jemandem nach Hause eingeladen zu werden. Falls Sie doch die Gelegenheit bekommen, bringen Sie am besten Blumen für die Frau des Hauses (keine Chrysanthemen, Lilien oder rote Rosen – und in alter europäischer Tradition eine ungerade Zahl, aber nicht dreizehn) sowie einen guten Tropfen für den Herrn des Hauses. Geschenke werden bei der Ankunft übergeben. Nach einer Einladung sollten Sie auf jeden Fall eine handgeschriebene Danksagungskarte an Ihre Gastgeber schicken.
Business
Für Geschäftstermine kontaktieren Sie die Firma mindestens eine Woche im Voraus, dann richtet die Firma genügend Zeit für Sie ein. Sie sollten pünktlich erscheinen. Beachten Sie, dass es um Brüssel zu einem sehr hohen Verkehrsaufkommen kommen kann. Geschäftstermine werden meist in der Mitte des Vormittags oder Nachmittags vereinbart.
Belgische Geschäftsleute sind meist sehr formal und erwarten Formalität auch von anderen. Sie sollten sich deshalb eher konservativ kleiden. Für Männer werden dunkle Anzüge, weiße Baumwollhemden, Seidenkrawatte sowie hoch polierte Lederschuhe empfohlen. Für Frauen sind einfache, aber elegante Anzüge oder Kleider Standard, eventuell durch diskreten Schmuck oder andere Accessoires.
Obwohl die Benutzung von Vornamen in der Geschäftswelt ein zunehmender Trend ist, sind Vornamen allgemein doch eher guten Freunden und Familie vorbehalten.
Tabus
In Unterhaltungen sollten Sie auf alle Fälle Themen wie die Geschichte Belgiens, die „Deutschen“, Politik und Witze über Flamen oder Wallonen absolut vermeiden. Ähnliches gilt für ein von Ihnen vielleicht empfundenes Fehlen einer spezifisch „belgischen Kultur“ oder die Thematik der verschiedenen Sprachen in Belgien. „Knacken“ Sie nicht Ihre Finger an beiden Händen, dies gilt als geschmacklos. Gähnen, das Benutzen von Zahnstochern sowie Nase putzen in der Öffentlichkeit gelten ebenfalls als unhöflich.
Sonstiges
Bei Unterhaltungen sollten sie immer auf die Distanz von etwa einer Armlänge zu Ihrem Gesprächspartner achten. Des Weiteren sollten Sie es vermeiden, die Hände in den Hosentaschen zu haben, da dies als Zeichen schlechter Manieren angesehen wird. Auch auf wildes Gestikulieren sollten Sie verzichten, auch eine gute Haltung ist immer wichtig.
Ein belgisches Gesetz erfordert das stetige Mitführen einer Identifikationsmöglichkeit.
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