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Auslands-Knigge – Russland

Kommunikation

Zur Begrüßung reicht man sich die Hände und sagt Sdrastwuitje, Dobri djien (Guten Tag) oder Privjiet (Hallo). Danach kann sich die Frage Kak dela? (Wie geht's?) anschließen. Bei älteren oder übergeordneten Person wird die Anrede mit Vor- und Vatersnamen gewählt. Zu offiziellen Anlässen wird jedoch die Anrede mit dem Titel und dem Nachnamen verwendet.


Die Auferstehungskirche in St. Petersburg

Essen und Trinken

Zu Besuchen zieht man sich vor dem Betreten der Wohnung die Schuhe aus. Die Gastgeber bieten häufig Erfrischungen an, die auf keinen Fall abgelehnt werden sollten, da dies sonst als unhöflich gewertet wird. Bei Einladungen empfiehlt es sich dem Gastgeber ein Geschenk mitzubringen. Kleinigkeiten wie Blumen, Pralingen oder Wodka sind beliebt. Man sollte sich auch nicht verweigern, die angebotenen Hausschuhe anzuziehen.

Kultur

Zwischen der Hauptstadt Moskau und dem Rest des Landes gibt es große Unterschiede im Grad der Weltoffenheit. Häufig wird sich an Moskau orientiert, so fahren zum Beispiel alle Züge im Land nach Moskauer Zeit.

Business

Utro ist einer der meist genutzten Wörter in Russland, übersetzt heißt es soviel wie „morgen“. Deutsche Geschäftsleute müssen sich darauf einstellen, dass vieles nicht sofort und nicht dann erledigt wird, wenn man es gerne hätte, sondern oft erst morgen. Daher sollte sich auch darauf eingerichtet werden, dass Termine nicht immer eingehalten werden. Vor einer Besprechung empfiehlt es sich einen Tag vorher oder am selben Tag anzurufen, ob sie auch stattfindet. Für Russen sind Verspätungen nicht schlimm. Aber von den Deutschen wird dagegen Pünktlichkeit erwartet. Oft muss viel nachgefragt und nachgehakt werden, dabei sollten die Fragen sehr speziell und direkt gestellt werden. Wichtig ist jedoch, nicht zu belehrend oder besserwisserisch aufzutreten. Es ist auch immer von Vorteil, ein paar Grundkenntnisse in Russisch zu beherrschen. Vor allem für Geschäftsessen, die meist vier bis fünf Gänge umfassen. So hat man die Möglichkeit, höflich zu verstehen zu geben, dass man nicht mehr möchte oder dass es sehr gut geschmeckt hat. Das Vorurteil vom ständigen Wodkatrinken in Russland ist zumindest im Geschäftsleben überholt. Die russischen Geschäftspartner halten sich zurück, denn auch sie müssen am nächsten Tag wieder fit sein. Auch in Russland wird versucht eine persönliche Beziehung aufzubauen, um zu wissen, mit wem sie es zu tun haben. Auch hier gilt es sich Zeit zu nehmen für den Small-Talk. Die formelle Anrede Frau oder Herr plus Nachname wird in Russland nur selten verwendet. Es ist üblich jemanden mit dem Vornamen und Vatersnamen anzusprechen. Nach eins, zwei Wodka gehen die Russen manchmal auch schnell zum „Du“ über.

Es ist hilfreich, herauszufinden, wer der richtige Ansprechpartner ist – im Sinne von, wer was zu sagen hat und wer in einer auf Dauer tragfähigen Position sitzt. Hierarchien spielen in Russland ein weitaus größere Rolle als in Deutschland. Die Korruption gehört in Russland zum Geschäft dazu, es darf jedoch nicht darüber geredet werden, wie sehr man selbst in die Korruption verstrickt ist.

Tabus

Das Wort Toilette sollte nicht verwendet werden. Besser ist es zu umschreiben, und fragen, wo man sich die Hände waschen kann. Taschentücher werden nur im Bad benutzt und auf keinem Fall am Tisch. Man sollte nicht zu direkt sein und Kritik mehr durch die Blume äußern. Über die Zarenfamilie sollte nie schlecht geredet werden, sie wird von den Russen verehrt. Auch das Thema Politik sollte gemieden werden. Wenn es doch zum Thema kommt, sollte man vortäuschen, dass man die Lage nicht einschätzen kann.


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