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Ausland-Knigge Thailand

Kommunikation

Thailänder begrüßen sich untereinander mit dem „Wai“, einer angedeuteten Verbeugung. Bei dieser werden die Handflächen über der Brust aneinander gelegt. Der Wai eird nicht nur zur Begrüßung und zum Abschied angewendet, sondern ist auch ein Zeichen für „Danke“, eine Geste der Entschuldigung, für das Zeigen der Ergebenheit gegenüber der Königsfamilie und hoher religiöser Verehrung gegenüber Buddha, Mönchen sowie religiösen Orten. Der Wai ist als Zeichen der Höflichkeit und des Respekts sehr variabel: Je tiefer man seine Stirn neigt und je höher dabei die aneinander gelegten und hochgehaltenen Finger, desto höher wird dadurch der Respekt geäußert. Mehrere Personen können gleichzeitig mit nur einem Wai begrüßt werden. Bei der Begrüßung mit einem Wai sagt der Mann „Sawad-di krap“ und die Frau „Sawad-di kaa“, was, je nach Tageszeit, unserem „Guten Morgen“/ „Guten Tag“/ „Guten Abend“entspricht. Dienstmädchen, Taxifahrer, Arbeiter, Kinder und Personen niedriger sozialer Herkunft werden nicht mit einem Wai begrüßt, auch sollte man ihren Wai-Gruß nicht erwidern, sondern nur mit einem Lächeln und/oder leichtem Kopfnicken antworten. Andernfalls könnte eine Situation der Verlegenheit entstehen.


Thailändischer Markt auf dem Wasser

Trotz allem ist auch der Händedruck als Begrüßungs- und Abschiedsform im Zuge des interkulturellen Austausches inzwischen in Thailand bekannt und wird insbesondere gegenüber Ausländern und westlich orientierten Geschäftsleuten angewandt.

Generell sollte beachtet werden, dass die jüngere Person meist zuerst grüßt.

Thailänder reden sich üblicherweise nur mit dem Vornamen an, vor den ein „Khun“ (entspricht Herr und Frau) gesetzt wird. Der Nachname wird nur bei äußerst förmlichen Anlässen benutzt.

Wie in vielen Ländern Asiens sagt man auch in Thailand nur ungern „Nein“. Lieber windet man sich, sucht Ausreden und gibt eine falsche Antwort, als das man zugibt, dass man nicht helfen kann. Das ist nicht böse gemeint und sollte toleriert werden.

Essen und Trinken

Die thailändische Küche ist sehr vielfältig, gesund und scharf. In den meisten Restaurants wird jedoch berücksichtigt, dass Europäer scharfes Essen nicht gewöhnt sind. Vor allem Pri-Kee-Noo, kleine rote und grüne Pfefferschoten, sind mit Vorsicht zu genießen.

Beliebte Gerichte sind zum Beispiel Tom Ka (Kokosmilchsuppe mit Makroot-Blättern), Kaeng Khiaw (»Grüner« Curry mit Auberginen, Rind oder Huhn), Kui Tiao Nam (Nudelsuppe mit Schweinefleisch), Tom Yam Gung (Suppe mit Hühnerfleisch in Kokosnussmilch) oder auch Yam Wunsen (Glasnudelsalat mit Kräutern, Garnelen und Schweinhack). Zur Nachspeise gibt es Salim (süße Nudeln in Kokosmilch) oder auch Songkaya (Pudding aus Kokosmilch, Ei, Zucker).

Das Essen in Thailand wird in mundgerechten Stücken serviert. So ist ein Messer überflüssig, gegessen wird mit dem Löffel in der rechten und der Gabel in der linken Hand. Dabei wird mit der Gabel die gewünschte Essensmenge auf den Löffel geschoben. Essstäbchen gibt es in der Regel nur zu Nudelgerichten. Ein typisches Thaimenü besteht aus einem Topf Reis und mehreren Gerichten, die gleichzeitig serviert werden. Jeder bedient sich selbst, die Reihenfolge der Gerichte spielt keine Rolle.

Vor dem Essen werden meist heiße oder kalte Erfrischungstücher zum Hände abwischen gereicht.

Kultur

Wer eingeladen wird, kann gern ein kleines Geschenk mitbringen Ein kleines Souvenir oder auch Blumen sind hier angebracht. Bei Gastgeschenken ist allerdings auf die Angemessenheit zu achten. Das Einkommen in Thailand ist nicht hoch, mit zu wertvollen Gaben kann man den Beschenkten in Verlegenheit bringen.

Auf eine Einladung sollte eine Gegeneinladung folgen.

Zu Hause sitzt man normalerweise auf dem Boden: Frauen ziehen die Beine seitlich und nach hinten an den Körper, Männer sitzen im Schneidersitz. Auf keinen Fall sollten die Beine nach vorne ausgestreckt werden, da man nicht mit Füßen auf etwas zeigt.

Die Kleidung ist eher leger, von Männern wird selten erwartet, dass sie einen Anzug tragen. Ein traditionelles thailändisches Hemd ist oft die beste Bekleidung für besondere, formelle Anlässe. Mit Rücksicht auf die örtlichen Sitten sollte man sich nicht zu knapp kleiden. Kurze Röcke und weite Ausschnitte sind dem horizontalen Gewerbe vorbehalten. Wer sich trotzdem so kleidet, kann sich leicht lächerlich machen.

In Restaurants wird etwa 10% der zu bezahlenden Summe an Trinkgeld erwartet. Weniger als 10 Baht Trinkgeld wird als Beleidigung verstanden. In Hotels wird 10% Bedienungsgeld und 11% Regierungssteuer berechnet. Taxifahrer und Friseure und erwarten kein Trinkgeld.

Business

Pünktlichkeit wird immer geschätzt.

Visitenkarten spielen eine große Rolle, ihnen sollte genügen Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Bei Gesprächen sollte man ein ausreichendes Interesse an der Familie des Gegenübers zeigen. Politische Themen sollte man vermeiden. Gespräche über das Könighaus, insbesondere Witze und Kritik über die Königsfamilie sollte man vermeiden. Die Thais identifizieren sich in hohem Maße mit ihrer Monarchie, auf Majestätsbeleidigung stehen hohe Strafen.

Ein gepflegtes Äußeres ist in Thailand äußerst wichtig. Wer nicht darauf achtet, „verliert sein Gesicht“. Es kann sogar sein, insbesondere bei Tempelbesuchen, Behördengängen oder ähnlichem, dass man aufgrund eines ungepflegten Äußeren keinen Einlass erhält.


In Thailand

Tabus

Oben ohne wird nicht gerne gesehen, Badebekleidung ist nur in Strandgebieten in Ordnung.

Vor dem Betreten von Gebäuden, insbesondere von Tempeln, sollte die Schuhe ausgezogen werden. Wer nicht barfuß gehen möchte, kann sich in der Regel Socken mitbringen.

Der Austausch von Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit gilt als unhöflich und als schlechtes Beispiel für Kinder. In Städten ist Händchenhalten jedoch mittlerweile relativ normal.

Thailänder sollte man nicht unbedacht berühren, schon gar nicht am Kopf, da dieser auch im übertragenen Sinne als höchster Teil des Körpers gilt. Der Fuß als niederstes Körperteil darf nicht auf andere gerichtet werden. Auch mit dem Fuß auf etwas zeigen, zum Beispiel auf ein Bodenmosaik, sollte man unterlassen. Frauen sollten darauf achten, keinen buddhistischen Mönch zu berühren, da dieser sich danach einer komplizierten Reinigungszeremonie unterziehen müsste. Ebenso sollten Frauen vermeiden, sich zum Beispiel im Bus neben einen Mönch zu setzen oder ihm etwas in die nackte Hand zu geben.

Mönche sollten nicht ohne deren Einwilligung fotografiert werden.

In buddhistischen Tempeln müssen Knie und Schultern bedeckt sein. In der Tempelanlage sollte man darauf achten, in die richtige Richtung zu laufen. Wer gegen den Uhrzeigersinn läuft, bringt Unglück bzw. eine Art Fluch.

Es gehört sich nicht, beim Sitzen die Füße in die Richtung einer anderen Person zu strecken.

Es gilt als unhöflich, seinem Gegenüber permanent in die Augen zu blicken.

Niemals sollte man abfällige oder kritische Bemerkungen über das Königshaus äußern, denn darauf stehen harte Strafen. Daher sollte man auch nie auf einen Geldschein, der weg fliegt, mit einem Fuß drauftreten. Man würde auf das Bild des Königs treten.

Wer mit Drogen handelt, muss in Thailand mit der Todesstrafe rechnen. Ausländer werden davon zwar verschont, aber 15 Jahre in einem Thai-Gefängnis kommen der Todesstrafe gleich.

An Kinder sollten keine Geschenke verteilt werden, auch nicht, wenn diese betteln. Sie sollen nicht zum Betteln erzogen werden, daher ist nur für eine Dienstleistung ein kleiner Lohn in Ordnung.

Die Thailänder sind ein sehr höfliches und freundliches Volk. Sie sind sehr zurückhaltend und zeigen ihren Ärger nie. Auch Ausländer sollten ihre Regungen bei eventuellen Auseinandersetzungen nicht zeigen, sondern ruhig und höflich bleiben. Wer laut wird und sich aufregt, verliert den Respekt und wird belächelt. Daher sind Beherrschung und Geduld gefragt.

Sonstiges

Aufgrund einiger Anschläge in den letzten Jahren und Monaten sollten belebte Märkte und Menschenansammlungen vermieden werden. Mit einer erhöhten Gefahr terroristischer Anschläge muss gerechnet werden. Ziel dieser Attentate sind wahrscheinlich in erster Linie Einrichtungen der thailändischen Sicherheitskräfte, des thailändischen Staates oder belebte Plätze, touristische Ziele, große Einkaufszentren oder Flughäfen.

In Thailand muss man sich um viele Dinge nicht selbst kümmern. Übernachtungsmöglichkeiten, Bars, Restaurants und ähnliches werden einem häufig von sogenannten Schleppern empfohlen, die einen auf der Straße ansprechen und zur jeweiligen Örtlichkeit führen. Viele von ihnen sind Abzocker, später hat man dann eine horrende Rechnung vor sich.

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