Auslands-Knigge Israel
Kommunikation
Unter Einheimischen ist ein Händedruck eher unüblich. Ausländer werden aber oft damit begrüßt. Siezen existiert in Israel nicht. So wird jeder mit dem Vornamen angesprochen. Nur Titelträger werden mit dem Titel in Kombination mit dem Vornamen angesprochen. Darauf wird aber nicht unter allen Umständen beharrt, da Titel keine allzu große Rolle spielen. Israelis sprechen gern über ihr Land und - im Gegensatz zu vielen anderen Völkern – mögen sie es, über Politik und Religion zu sprechen. Allerdings darf man als Ausländer die israelische Politik nicht kritisieren. Am besten ist es, wenn man Zusammenhänge erfragt. Israelis freuen sich immer, wenn man Interesse an ihrem Land zeigt und tauschen sich dann gern darüber aus. Kultur und Sport sind ebenso beliebte Gesprächsthemen. Während des Sabbats (Freitagabend bis Samstagabend) ist es tabu, jemanden anzurufen. Wenn Israelis einem ins Wort fallen, darf man darauf nicht irritiert reagieren. Jemanden zu unterbrechen gilt nicht als Unhöflichkeit.
Tel Aviv
Essen und Trinken
In einigen Restaurants darf von Freitagabend bis Samstagabend nicht geraucht werden (Sabbat). Darauf wird man meist per Schild hingewiesen. Im Restaurant muss man darauf vorbereitet sein, dass die jüdischen Essensvorschriften eingehalten werden könnten. Das bedeutet, dass es beispielsweise nach einer Fleischmahlzeit unpassend ist, um Milch zu bitten. Trinkgeld ist im Rechnungsbetrag enthalten, Ist dies nicht der Fall, wird es extra ausgewiesen. Dann gibt man 10-15 %. Die Rechnung wird grundsätzlich für den ganzen Tisch gemacht. Obwohl es möglich ist, Einzelrechnungen zu bekommen, wenn man dies vorher ankündigt. Es gibt verschiedene religiöse Feierlichkeiten, die sich auch über mehrere Tage hinziehen können. An einigen dieser Feiertagen gilt es als eine schwere Beleidigung in der Öffentlichkeit zu essen.
Kultur
Die Umgangsformen sind eher zwanglos. Israelis interessieren sich nicht so sehr für die gesellschaftliche Stellung eines Menschen. Sie schauen weniger auf Ämter als auf die Person, die hinter dem Amt steht.
Business
Termine, die abgesprochen werden, gelten als verbindlich und werden eingehalten. Pünktlichkeit ist wichtig und man sollte die Geschäftspartner nicht warten lassen. Bei einer Verspätung ruft man an. Was den Dresscode anbelangt nehmen es die Israelis nicht ganz so genau. Es besteht meist kein Zwang dazu, Krawatte und Sakko zu tragen. Frauen können sich genau wie in Deutschland kleiden, aber es ist ratsam, dem Wetter angepasste Stoffe zu tragen. Kleinere Geschäftsgeschenke werden gern genommen, sind sie allerdings zu teuer, wird das als peinlich empfunden.
Klagemauer
Tabus
Bitte niemals die jüdische Religion kritisieren. Vor allem als Deutscher muss man sich damit sehr zurückhalten. Religionskritische Äußerungen, auch moslemischen Israelis gegenüber, sollte man generell unterlassen. Witze über Frauen und Minderheiten sind unter Israelis unpopulär. Über ultraorthodoxe Juden sollte man keine Witze machen, nicht einmal Bemerkungen über ihre Kleidung („Schwitzen die denn nicht?“) sind erwünscht. Auf keinen Fall darf man diese Juden fotografieren, wie man eine Sehenswürdigkeit fotografiert. Das wird als Beleidigung aufgefasst. Dies gilt auch für Moslems.
Sonstiges
Das Thema Holocaust ist immer noch lebendig und ein sehr sensibles Sujet. Wird der Holocaust zum Gesprächsstoff, muss man viel Fingerspitzengefühl beweisen.


