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Auslands-Knigge Japan

Kommunikation

Die übliche Begrüßung in Japan ist eine Verbeugung. In den letzten Jahren ist aber auch der Handschlag gebräuchlicher geworden. Man kann sich am Gesprächspartner orientieren und kurz abwarten, welche Form der Begrüßung gewählt wird. Bei der Verbeugung muss man genaue Regeln beachten, z. B. muss der Rangniedere sich länger verbeugen. Japaner spricht man ganz normal mit der Bezeichnung Herr bzw. Frau und dem Nachnamen an. An den Nachnamen hängt man noch ein „san“ an. Dies ist eine Höflichkeitsform, die man nicht bei seinem eigenen Namen oder den Namen von Bekannten verwendet. Bei Akademikern hängt man ein „sensei“ an. Duzen wird nur unter sehr guten Freunden praktiziert. Im Gespräch machen Japaner oft längere Gesprächspausen. Das ist kein Zeichen von Desinteresse. Im Gegenteil – in Japan folgt die Kommunikation zwei Leitsätzen: Es ist extrem unhöflich, einen Anderen zu unterbrechen und man braucht immer etwas Zeit, um das Gesagte zu verarbeiten. Beim Sprechen viel zu gestikulieren, verunsichert Japaner. Ablehnung wird nicht direkt formuliert, sondern höflich umschrieben. Außerdem sieht man sich während einer Unterhaltung nicht direkt in die Augen. Das gilt als peinlich. Die Beine übereinander zu schlagen gilt als arrogant.

Essen und Trinken

Vor dem Essen erhält man ein feuchtes Tuch, das zum Säubern der Hände benutzt wird. Der Ranghöchste am Tisch isst und trinkt zuerst. Er darf auch als Erster einen Toast aussprechen. Es wird erwartet, dass man mit Essstäbchen isst. Man darf sich selbst keine Getränke einschenken, es wird aber gern gesehen, wenn man dies für Andere macht. Hat man genug getrunken, lässt man einfach einen Rest im Glas. Möchte man keinen Alkohol trinken, muss man dies erklären. Nach einem Essen gehen Japaner gern in Karaoke – Bars. Wird man dazu eingeladen, gilt es als Beleidigung, dies auszuschlagen. Suppen aus der Schüssel darf man schlürfen, man muss aber nicht. Seine Ellenbogen stellt man nicht auf der Tischplatte ab. Sushi darf man mit den Händen essen. Wird man zu einem Essen im Restaurant eingeladen, sollte man der Empfehlung folgen, die der Gastgeber vorgibt. Empfiehlt er ein bestimmtes Gericht, bestellt man dieses auch. Nach dem Essen die Essstäbchen gekreuzt abzulegen, gilt als unhöflich. Die Rechnung wird nicht geteilt, sondern von einer Person gezahlt. Trinkgelder werden nicht gegeben. Eine große Ehre ist es, zu einer Teezeremonie eingeladen zu werden. Daran muss man teilnehmen.

Kultur

Japan ist ein statusbewusstes Land. Der gesellschaftliche Status setzt sich aus Ausbildung, beruflicher Stellung, Familienzugehörigkeit und Alter zusammen. Lehrer, Beamte und Firmenleitern kommt ein hoher Status zu. Ältere Personen werden ebenso mit besonderem Respekt behandelt. Japaner denken teamorientiert. Einen Japaner vor einer Gruppe herabzusetzen, ist eine Beleidigung. Macht ein Anderer einen Fehler, weist man ihn unter keinen Umständen darauf hin. Selbst bei den kleinsten Fehlern sollte man sich sofort entschuldigen, da Japaner dies gewöhnt sind. In allen Kontexten ist Pünktlichkeit extrem wichtig.


Japanische Frauen

Business

Das Begrüßungsritual im japanischen Geschäftsleben ist immer gleich: Man nennt seinen Namen und den Namen der Firma. Dann fragt man, ob man seine Visitenkarte übergeben darf. Nach dem Austausch der Visitenkarten verbeugt man sich. Hierarchie und Status wird in Japan ein großer Wert beigemessen. Der Dresscode im Geschäftsleben sieht für Männer Anzüge in Schwarz oder Grautönen und eine Krawatte vor. Frauen müssen etwas mehr beachten: Kurze Röcke sind unpassend, schon weil man sich in Japan öfter auf den Boden setzen muss. Die Kleidung sollte in dunklen Farben gehalten sein. Langes Haar wird zurückgebunden, auf zu viel Make – Up und Nagellack verzichtet man besser. Schuhe mit hohen Absätzen gelten als unangemessen. Designerkleidung macht auf die meisten Japaner einen guten Eindruck, da sie den Status unterstreicht. Möchte man seinen Geschäftspartnern ein Geschenk machen, eignen sich teure und hochwertige Produkte am besten. Wird man von japanischen Geschäftspartnern um einen Gefallen gebeten, ist es ratsam, dass man diesen sofort erfüllt. Das wird als Zeichen von Respekt gewertet.

Tabus

Japaner sind keine Chinesen und möchten nicht miteinander verwechselt oder verglichen werden. In der Öffentlichkeit die Nase zu putzen, gilt als schlechtes Benehmen. Wut und Aggressionen werden nie öffentlich gezeigt. In der Öffentlichkeit laut zu lachen, gilt als peinlich.

Sonstiges

Die Zahl vier ist im Japanischen synonym mit dem Wort für Tod. Deswegen gilt sie als Unglücksbringer.


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