Auslands-Knigge Kolumbien
Kommunikation
Männer schütteln sich die Hand und halten dabei Augenkontakt. Dazu wird der für die Tageszeit passende Gruß ("buenos dias" morgens bis mittags, "buenas tardes" am Nachmittag und "buenas noches" am Abend) genannt. Frauen fassen sich zur Begrüßung an die Unterarme. Als Mann muss man darauf warten, dass die Frau die Hand zuerst ausstreckt. Gute Bekannte umarmen, bzw. küssen sich. Für die Begrüßung nimmt man sich viel Zeit, da dies als Respekt dem Anderen gegenüber gewertet wird. Während einer Unterhaltung steht man dicht beieinander, berührt sich aber nicht häufig. Die meisten Kolumbianer haben zwei Nachnamen – den der Mutter und den des Vaters. Der des Vaters wird zuerst aufgelistet und ist auch derjenige, der während einer Unterhaltung benutzt wird. Titel sind sehr wichtig und sollten bei der Anrede benutzt werden. In Kolumbien wird Kritik nicht direkt geäußert. Möchte man einen Kritikpunkt anbringen, sollte man ihn umschreiben. Vor allem vor einer Gruppe sollte man dafür sorgen , dass niemand sein Gesicht verliert. Andersherum muss man darauf gefasst sein, dass Phrasen wie „vielleicht werde ich das einmal tun“ bedeuten, dass nichts passieren wird. Gute Themen für eine Unterhaltung sind Geschichte, Kultur, Fußball, Kaffee und das Goldmuseum. Themen, die man vermeiden sollte, sind Drogenschmuggel, Politik und Religion.
Essen und Trinken
Bei einem privaten Essen wartet man, bis man vom Gastgeber einen Platz zugewiesen bekommt. Um das Essen zu eröffnen sagt der Gastgeber "buen provecho" (soviel wie Guten Appetit.) Es ist höflich, alles, was einem angeboten wird, zu probieren. Normalerweise wird alles mit Besteck gegessen. Selbst Obst wird mit Messer und Gabel klein geschnitten. Während des Essens behält man seine Hände sichtbar oberhalb des Tisches und legt seine Ellenbogen nicht auf dem Tisch ab. Es gilt als höflich, einen kleinen Rest auf dem Teller liegen zu lassen, wenn man das Essen beendet hat. Am Tisch werden keine Zahnstocher benutzt. Geht man in ein Restaurant, zahlt derjenige die Rechnung, der die Einladung ausgesprochen hat.
Kultur
In Kolumbien ist die Gesellschaft hierarchisch organisiert. Der soziale Status ergibt sich aus Alter und Position. Ältere Personen werden als weise angesehen und deswegen zollt man ihnen großen Respekt. Bei einer privaten Einladung sind Obst, Markenschokolade und Topfpflanzen gern gesehene Geschenke. Blumen schickt man vorher an die Gastgeber. Lilien und Ringelblumen werden nicht verschenkt, da sie mit Beerdigungen in Verbindung gebracht werden. Rosen werden aber gern genommen. 
Business
Trifft man sich geschäftlich, wird erwartet, dass man persönliches Interesse am Geschäftspartner zeigt und nicht gleich zum Geschäft übergeht. Zeit spielt keine so große Rolle. Ein Meeting dauert genau so lange, wie es dauert. Augenkontakt wird positiv gewertet. Werden einem Visitenkarten überreicht, behandelt man sie mit Respekt. Wichtige Entscheidungen werden nur von älteren Personen getroffen, da man ihnen eine natürliche Weisheit zuschreibt. Beim Dresscode gilt die Regel, dass die Kleidung formaler wird, wenn man sich Richtung Inland bewegt.
Tabus
In der Öffentlichkeit zu gähnen, gilt als unhöflich. Zwei Zeigefinger aufzurichten (um eine Länge anzuzeigen) gilt in Kolumbien als obszön. Keine negativen Bemerkungen über Stierkämpfe machen, da diese populär sind.
Sonstiges
Tippen Kolumbianer mit ihren Fingern gegen den Ellenbogen, bedeutet das, dass sie jemanden für geizig halten.


