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Auslands - Knigge Argentinien

Kommunikation

Zur Begrüßung gibt man sich die Hand und lächelt dabei. Kommt man in eine Gruppe, werden alle Mitglieder einzeln begrüßt. Das gilt auch für die Verabschiedung. Am besten ist es, wenn man wartet, bis man vorgestellt wird. Ältere Menschen werden zuerst begrüßt, da sie besonders respektiert werden. Titel haben Relevanz und man spricht den Anderen mit seinem passenden Titel an. Wie viele Hispanics haben die meisten Argentinier einen Doppelnamen. Der erste Name stammt vom Vater, der zweite von der Mutter. Spricht man jemanden an, benutzt man nur den Nachnamen des Vaters. Auf die Frage, wie es einem geht, sollte man immer reagieren. Alles Andere gilt als unverschämt. In Argentinien wird das meiste offen und direkt besprochen, was nicht bedeutet, dass man sich zu Unhöflichkeiten hinreißen lassen darf. Diplomatie geht mit der Ehrlichkeit Hand in Hand. Während eines Gesprächs wird Körperkontakt gesucht und kaum Distanz gehalten, Augenkontakt wird als Interesse am Gesprächspartner gewertet und sollte deswegen aufrechterhalten werden. Berührungen und Umarmungen können während eines Gespräches häufiger vorkommen, als man es in Deutschland gewöhnt ist.

Essen und Trinken

Argentinier sind leidenschaftliche Mateteetrinker. Bekommt man Matetee angeboten, sollte man nicht mit einem Trinkhalm im Becher herumstochern. Messer und Gabel zu kreuzen bedeutet, dass mit dem Essen fertig ist. Wein rückhändig einzuschenken wird als unhöflich angesehen. Die Hände werden auf dem Tisch behalten und nicht in den Schoß gelegt. Geht man im Restaurant essen, wartet man, bis einem der Ober einen Tisch zuweist. Auf keinen Fall setzt man sich an einen besetzten Tisch. Rechnungen werden nicht getrennt bezahlt. Nach dem Essen hinterlässt man etwa 10% Trinkgeld auf dem Tisch.

Kultur

Argentinier sind offene und warmherzige Menschen. Ist man irgendwo eingeladen, verschenkt man keine persönlichen Gegenstände und kommt auf keinen Fall pünktlich. Gastfreundschaft wird sehr hoch geschätzt. Ein wichtiger Bestandteil argentinischer Kultur ist der Fußball, der sich auch gut als Gesprächsthema eignet. In Argentinien gibt es noch die traditionelle Rollenverteilung zwischen Mann und Frau. Bei Männern ist eine Einstellung, die sich Machismo nennt, vorherrschend. Es ist gut möglich, dass man sehr offene Bemerkungen über sein Aussehen erhält. Als Frau sollte man das nicht unbedingt persönlich nehmen. Es ist nicht herablassend gemeint. Am besten ist es zu lächeln und sich zu bedanken. Der argentinische Humor neigt manchmal dazu, sich über Kleidung oder Gewicht des Anderen lustig zu machen. Auch das ist nicht beleidigend gemeint.

Kirche in Buenos Aires
Kirche in Buenos Aires

Business

Der Dresscode ist konservativ. Gedeckte Farben werden bevorzugt. Ein geschäftliches Mittagessen ist nur in der Hauptstadt Buenos Aires gängig. Im restlichen Argentinien essen die meisten Menschen zu Hause. Bevor man mit Argentiniern verhandelt, wird erwartet, dass man ein persönliches Verhältnis aufbaut. Bei einem Geschäftstermin taucht man pünktlich auf, kann aber nicht erwarten, dass der Verhandlungspartner rechtzeitig erscheint. Oft ist es mit einem Termin nicht getan. Eine Woche vor einem Meeting sollte man sich vergewissern, dass es wirklich stattfindet. Geht man mit Geschäftspartnern essen, spricht man erst über geschäftliche Angelegenheiten, wenn die Gesprächspartner davon anfangen.

Tabus

In der Öffentlichkeit wird nicht gegessen. Das gilt auch für öffentliche Transportmittel. Tabuthemen im Gespräch sind die Peron – Ära, Religion und die außenpolitischen Probleme mit den Falkland – Inseln. Vergleiche mit den USA und speziell mit Brasilien sind unerwünscht. Man knallt niemals mit der Autotür. Das wird als störend empfunden. Das „Ok“ Zeichen und die „Daumen Hoch“ Geste werden als vulgär angesehen. Die Faust der rechten Hand in die Handfläche der linken zu schlagen bedeutet, dass man dem, was der Andere sagt keinen Glauben schenkt.

Sonstiges

Beim Husten oder Gähnen wird Wert darauf gelegt, dass man seinen Mund bedeckt. Fragt man nach dem Weg, kann es sein, dass man eine falsche Information erhält, weil der Argentinier zu stolz ist zuzugeben, dass er nicht weiter weiß. Da ist es also ratsam, mehrere Leute zu fragen. Man setzt sich nur auf Sitzmöbel. Alles Andere wird als unhöflich angesehen.

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