Auslands - Knigge Peru
Beim Thema Peru fallen den meisten wohl spontan nur die Anden ein. Aber wie benimmt man sich dort? Das erfahrt ihr hier.
Kommunikation
Zur Begrüßung reicht ein Handschlag. Kennt man sich gut, umarmen sich Männer, Frauen küssen ihre Wangen. Jemanden mit dem Vornamen anzusprechen ist unüblich. Titelbezeichnungen sind sehr wichtig und sollten unbedingt benutzt werden, wenn man einen Peruaner anspricht. In Peru sind häufige Begrüßungen üblich und man verabschiedet sich selbst von Menschen, mit denen man nur kurzen Kontakt hatte. Während einer Unterhaltung steht man in Peru dicht nebeneinander. Man sollte nicht vom Gesprächspartner abrücken, das wird als beleidigend empfunden. Peruaner sprechen gern über die Familie und freuen sich, wenn man selbst über seine eigene Familie redet. Weitere gute Gesprächsthemen sind peruanische Sehenswürdigkeiten und Restaurants. Es kann gut sein, dass man als „Gringo“, bzw. „Gringa“ bezeichnet wird. Das ist keine Beleidigung und es wäre falsch, darauf empfindlich zu reagieren. Mit dem Zeigefinger auf jemanden zu deuten, um ihn dazu zu bringen, dass er kommt, gilt als unhöflich. Besser ist es, seine Handfläche nach unten zu drehen und seine Finger in Richtung des Körpers zu schwenken. Seine Beine übereinander zu schlagen, gilt ebenso als unangemessen.
Essen und Trinken
Im Restaurant sind 18% Trinkgeld in der Rechnung enthalten. Dennoch erwartet die Bedienung weitere 5%. Lädt man jemanden zum Essen ein, wird erwartet, dass man die Rechnung vollständig übernimmt.
Verlassene Inka Stadt Machu Picchu
Kultur
Auf überkorrekte Kleidung wird nicht so viel Wert gelegt. Pünktlichkeit steht in Peru nicht hoch im Kurs. Die Peruaner haben „peruanische Zeit“, also ein ganz eigenes Zeitverständnis. Bei privaten Einladungen zählt es sogar zum guten Benehmen, wenn man 30 Minuten zu spät kommt.
Business
Beim Dresscode geht es nicht besonders streng zu. Hemden ohne Krawatte sind vor allem im Sommer allgemein akzeptiert. Shorts gehören trotzdem an den Strand. Gut geschnittene Kleidung wird erwartet. Frauen können gern Schmuck und Make – Up tragen. Bei abendlichen Anlässen wird festliche Kleidung erwartet. Man sollte zu einem geschäftlichen Treffen immer pünktlich erscheinen, obwohl es gut sein kann, dass man selbst 15 – 30 Minuten auf seinen Kontakt warten muss. Darüber darf man nicht wütend werden. Anrufe sollte man vorher ankündigen. Dies gilt auch für Anrufe, die man bei Ämtern tätigt. Geschenke, die geschätzt werden, sind Wein, Gegenstände, die man mit Deutschland verbindet und Bürozubehör (gern auch elektronisches). Vermeiden sollte man: Dunkelrote oder schwarze Objekte, Halstücher, Messer und alles mit einem scharfen Rand.
Tabus
Gesprächsthemen, die es zu vermeiden gilt, sind: Fragen nach der Abstammung eines Peruaners, Politik, Drogen und die Preise, die man für bestimmte Dinge gezahlt hat. Die 13 gilt als Unglückszahl. Man verschenkt also nichts, was mit dieser Zahl in Zusammenhang steht. Den Begriff „Indio“ sollte man grundsätzlich vermeiden, da er herabsetzend ist. Obwohl Peru ein armes Land ist und man meist mehr Geld hat als die Einheimischen, sollte man das nicht überbetonen. Wird man nach dem Wert seiner Kleidung oder seinen Besitztümern gefragt, sollte man ausweichend antworten.
Sonstiges
Taxifahrern wird üblicherweise kein Trinkgeld gezahlt. Wenn man Geld in der eigenen Währung mitbringt, sollte man darauf achten, dass es in einem sehr guten Zustand ist. Andererseits wird es unter Umständen nicht angenommen. Männer gehen oft Arm in Arm mit anderen Männern. Dies ist auch unter Frauen üblich. Wird man von einem Einheimischen eingehakt, sollte man sich freuen, da dies bedeutet, dass die Beziehung eine persönliche Ebene erreicht. Fragt man nach dem Weg, ist es immer ratsam, mehrere Leute zu fragen. Der Stolz lässt es nicht zu, dass ein Peruaner zugibt, dass er den Weg nicht kennt. Lieber gibt er eine falsche Antwort.


