Auslands-Knigge Kenia
Kommunikation
Die Amtssprache ist Kisuaheli, die Verkehrs- und Geschäftssprache ist jedoch Englisch. Außerdem hat fast jede der über 30 ethnischen Gruppen des Landes ihre eigene Sprache.
Aufgrund der ethnischen Vielfalt gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Begrüßungsformen,ein Händedruck oder eine Begrüßung in englischer Sprache werden jedoch landesweit akzeptiert. In der Amtssprache Kisuaheli grüßt man üblicherweise mit „Hujambo, habari gani?“, was soviel heißt wie „Geht es gut?Gibt es Neuigkeiten?“. Darauf antwortet man in der Regel mit „Sijambo“ („Mir geht es gut“). Die Begrüßung hat einen hohen Stellenwert. Da es als unhöflich gilt, sofort auf den Punkt zu kommen, folgen oft längere Erkundigungen über das Befinden der Familie und Diskussionen über das Wetter oder auch Erklärungen darüber, wo man gerade her kommt und hin möchte. Kenianer verabschieden sich häufig mit „Tuta onana“ („Wir sehen uns noch“) oder am Abend mit „Lala salama“ („Friedlichen Schlaf“).
Bei Gesprächen ist der Augenkontakt von besonderer Wichtigkeit, um den Eindruck von Vertrauenswürdigkeit zu vermitteln.
Der Kilimandscharo
Essen und Trinken
Die einheimische Küche ist viel mehr als in Europa einfach darauf angelegt, satt zu machen. Trotzdem kann sie auch sehr wohlschmeckend sein. Besonders gut ist einheimisches Rind, Huhn, Lamm oder Schwein. Je nach Jahreszeit gibt es auch Nilbarsche, Hummer, Garnelen oder Mombasa-Austern oder auch Wild. Während man dieses Essen in Hotels relativ reichlich vorfindet, gibt es solche Köstlichkeiten für die Einheimischen nur zu besonderen Anlässen. In der Regel beschränken sich ihre Mahlzeiten auf die Grundnahrungsmittel Maniok, Mais, Reis und Kochbananen, die zu einem ungewürzten Brei verarbeitet werden. Zum beliebten Ugali (Maisbrei) wird höchstens eine Soße aus Zwiebeln, Tomaten und anderen Gemüsesorten serviert. In den Städten bekommt man an zahlreichen Imbissständen Kleinigkeiten wie gegrillte Maiskolben, Fleischspieße, Teigtaschen oder auch das krapfenähnliche Gericht Manazis.
Zum Essen trinkt man einheimisches Bier (Tusker und White Cap) und in Flaschen abgefülltes Sodawasser. Weitere alkoholische Spezialitäten sind der Zuckerrohrschnaps Kenya Cane und der Kaffeelikör Kenya Gold. Das traditionelle Bier heißt Uki, es wird mit Honig gebraut.
Auf keinen Fall sollte man in Kenia das Leitungswasser trinken, nicht einmal in den besten Hotels. Selbst zum Zähneputzen sollten man entweder abgekochtes Wasser oder Mineralwasser, in Flaschen abgefüllt und verschlossen, verwenden.
In den größeren Städten des Landes findet man eine Vielzahl an Restaurants, die internationale Küche anbieten.
Fast alle Restaurantrechnungen enthalten einen Service-Betrag. Daher gibt man nur bei Zufriedenheit einen kleinen zusätzlichen Betrag, etwa 20-100 KSh als Trinkgeld. Gepräckträger bekommen etwa 10 KSh pro Gepäckstück, Taxifahrer - abhängig von der Strecke - 10-50 KSh und der Zimmerservice erhält etwa 20-30 KSh pro Tag. Mehr Trinkgeld zu geben sollte vermieden werden, es könnte als Beleidigung aufgefasst werden,
Kultur
Freunde und Familie besuchen einander gerne gegenseitig und ohne vorherige Anmeldung. Besonders der Sonntag erfreut sich als Besuchstag großer Beliebtheit. Kenianer sind sehr gastfreundlich und sehr bemüht darum, es ihren Gästen so angenehm und komfortabel wie möglich zu machen.
Kommen ausländische Gäste zu Besuch, freut man sich besonders über ein Geschenk aus dem Ausland. Gerne werden nützliche Gegenstände wie Kugelschreiber, Schulhefte oder auch Fußbälle für die Kinder gesehen.
In manchen Hotels ist es üblich, dass die Herren zum Dinner im Anzug mit Krawatte erscheinen, oft genügt auch eine lange Hose. Damen sollten keine Miniröcke und keine tiefen Ausschnitte tragen, denn das machen in Kenia nur die Prostituierten.
Kenianer sind im allgemeinen sehr ferundlich und hilfsbereit. Man sollte ihnen den nötigen Respekt erweisen und sie höflich behandeln.
Gerne sprechen Kenianer aus Neugierde Fremde auf deren Kultur und Leben an. Das ist Teil ihrer Kultur und sollte nicht negativ aufgefasst werden.
Business
Leichte Anzüge sind für alle Anlässe angebracht.
Termine sollten im Voraus vereinbart werden.
Englisch ist die offizielle Geschäftssprache.
Tabus
Einfuhr, Handel und Konsum von Rauschgiften ist verboten und wird sehr streng bestraft. Auch Muscheln dürfen weder Handelsgut sein noch ausgeführt werden.
Ebenfalls verboten ist das Nacktbaden- und sonnen sowie „Oben ohne“.
In Kenia gibt es viele Strandhändler, die meist relativ hartnäckig sind. Es ist angebracht, höflich darauf hinzuweisen, dass man nichts kaufen möchte („Hapana, asante“= „Nein, Danke“) oder dass man kein Geld hat („Hakuna Pesa“). Daraufhin sollte man den Händler ignorieren, auch wenn er einem folgt. Für gewöhnlich sucht er sich nach kurzer Zeit einen neuen Kunden. Tut er dies jedoch nicht, kann er beim nächstgelegenen Hotel gemeldet werden, denn Strandhandel und Touristenbelästigung sind strafbar. Jeder Gast des Landes sollte jedoch bedenken, dass die Strandhändler mit dieser Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen.
Es gilt als unhöflich, ältere Menschen zu berühren. Ebenso unangebracht ist es, die Zuneigung zum Partner öffentlich zu zeigen. (In Nairobi ist der öffentliche Austausch von Zärtlichkeiten mittlerweile üblich). Unter Männern, jedoch nicht unter Männern und Frauen, ist es üblich, sich beim Gehen und Reden an den Händen zu fassen.
Personen in Kenia sollten um Erlaubnis gefragt werden, bevor sie fotografiert werden. Es kann sein, dass sie dafür eine „Gewinnbeteiligung“ verlangen, weil sie glauben, dass ihre Bilder in Europa teuer verkauft werden. Andere glauben, dass man ihnen mit den Kameras ihre Seele rauben könne und lehnen es aus diesem oder ähnlichen religiösen Gründen grundsätzlich ab, fotografiert zu werden. Das Fotografieren des Präsidenten oder eines Bildes von ihm, der Nationalflagge, militärischer Anlangen und Regierungsgebäude, Polizisten oder der Fähre zur Südküste ist verboten.
Landesweit besteht ein öffentliches Rauchverbot.
Es gilt als unhöflich, mit dem Finger auf eine Person oder einen Gegenstand, der in der Nähe ist, zu zeigen.
Sonstiges
Höflichkeit und Menschlichkeit gebietet es, mit dem Wasserverbrauch umsichtig umzugehen, da in Kenia generell Wasserknappheit herrscht.


