Die fünf Weltreligionen
Wer in einem anderen Land leben möchte, sollte sich im Vorfeld über die jeweilige Kultur und über Land und Leute informieren, um sich möglichst schnell in das Leben integrieren zu können. Dazu gehört auch, dass man sich mit der Religion des Landes ein wenig vertraut macht, da diese in vielen Ländern weite Teile des täglichen Lebens beeinflusst. Die am meisten verbreiteten Religionen werden als Weltreligionen bezeichnet.
Zu den fünf Weltreligionen zählen:
- Christentum
- Islam
- Hinduismus
- Buddhismus
- Judentum
Christentum

Mit über zwei Milliarden Anhängern ist das Christentum die größte Religion der Erde. Das Christentum ist aus dem Judentum hervorgegangen und geht zurück auf Jesus von Nazareth, genannt Christus, der vor etwa 2000 Jahren in Palästina lebte. Er wurde zum Tode verurteilt und ans Kreuz genagelt. Durch seinen Tod am Kreuz, so steht es in der Bibel, erlöste er die Menschen von all ihrer Schuld. Daher gilt das Kreuz als Symbol des Christentums. Die Christen glauben, dass Jesus, den sie für den Sohn Gottes halten, nach seinem Tod wiederauferstanden ist.
Zentrale Elemente in der christlichen Lehre sind außerdem die Liebe zu Gott, die Nächstenliebe und die Liebe zu sich Selbst. Zudem sollte ein Christ nach den zehn Geboten handeln. Die Bibel gilt als Bezugsquelle des Christentums und wird als „Heilige Schrift“ bezeichnet.
Das Christentum verbreitete sich über das ganze damalige Römische Reich. Der Papst, Oberhaupt der katholischen Christen, lebt noch heute in Rom. Innerhalb des Christentums entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Gemeinschaften. Die protestantische, die anglikanische und die christlich-orthodoxe Kirche sind nur einige von ihnen.
Die Bedeutung des Glaubens ist nicht in allen Ländern gleich. Es gibt Länder, wie z.B. die USA, Polen, Portugal und Kroatien, in denen ein großer Teil der Menschen ihrem Glauben eine Große Bedeutung zuschreibt. In anderen Ländern spielt der Glaube eine weniger große Rolle.
Islam
Das Wort „Islam“ ist arabisch und bedeutet Unterwerfung oder Hingabe an Gott. Mit ca. 1,3 Milliarden Anhängern ist der Islam die zweitgrößte Religion der Welt. Die Anhänger werden als Moslems, Muslime oder Mohammedaner bezeichnet.
Der islamische Glaube stützt sich auf den Koran, der für die Muslime „das unverfälschte Wort Gottes“ darstellt.
Der Religionsstifter Mohammed (bedeutet „der Vielgelobte“) wurde 571 in Mekka geboren. Islamische Anhänger glauben, dass ihm im Alter von etwa vierzig Jahren der Erzengel Gabriel erschien. Dieser diktierte ihm Verse der göttlichen Offenbarung, deren Verkündung von nun an Mohammeds Aufgabe darstellte. Die Sammlung dieser Offenbarungen ist der Koran. Es gibt im Islam fünf Grundsätze, auch die fünf Säulen genannt, die jeder Muslim erfüllen muss. Zudem gibt es die folgenden sechs Glaubensgrundsätze, nämlich den Glauben an:
- den einzigen Gott (Allah)
- seine Engel und die Dschinn
- seine Gesandten, die Propheten Gottes
- den Tag des jüngsten Gerichts und das Leben nach dem Tod
- die göttliche Vorsehung
- Allah's Offenbarung
Hinduismus
Zum Hinduismus, der seinen Ursprung in Indien hat, bekennen sich etwa 900 Millionen Menschen. Der Hinduismus ist eine Religion, die aus verschiedenen Richtungen mit unterschiedlichen Schulen und Ansichten besteht.
Wichtig ist, dass man nicht einfach Hindu werden kann, sondern in diese Religion hineingeboren wird. Hindus werden in eine bestimmte Kaste hineingeboren. Eine Kaste ist eine Gesellschaftsschicht, die von allen anderen Schichten der Gesellschaft getrennt ist. Zur obersten Kaste gehören Priester, dann folgen Krieger, Bauern, Handwerker und Knechte. Außerhalb der Kasten befinden sich die „Parias“, die Rechtlosen und Geächteten.
Zu den Grundtendenzen des Hinduismus zählt die Annahme, dass alle Lebewesen in der ständig entstehenden und vergehenden Welt eine Stufenleiter bilden, die bei den Pflanzen beginnt und bei den höchsten Göttern endet. Welchen Platz man in dieser Rangfolge hat, ist kein Zufall, sondern eine Frage des Karmas. Die Seelenwanderung hat keinen Anfang und findet ihr Ende erst, nach zahlreichen tierischen, menschlichen, höllischen und himmlischen Inkarnationen (Wiedergeburten).
Die Hindus verehren keinen Gott oder Gründer ihrer Religion, wie es bei den anderen Weltreligionen der Fall ist. Dennoch gibt es eine Vielzahl von hinduistischen Gottheiten, zu denen gebetet wird und denen Opfer gebracht werden. Die wichtigsten Gottheiten sind der Gott Brahma, der die Welt erschuf, der Gott Vishnu, der das Leben erhält, der Gott Shiva, der für Vergänglichkeit und Tod steht. Weltweit gibt es etwa 850 Millionen Hindus.

Buddhismus
Buddha war ein junger Prinz der vor etwa 2500 Jahren im indisch-nepalesischen Grenzgebiet lebte. Nachdem er erkannt hatte, wie groß das Leid der Menschen durch Krankheit, Alter und Tod ist, wendete er sich von seinem bisherigen, vom Wohlstand geprägtem Leben ab und begab sich auf die spirituelle Suche. Dabei lernte er sechs Jahre lang bei verschiedenen Lehrern und praktizierte sogar strenge Askese, was bedeutet, dass er allen Genüssen des Lebens widersagte, um sich auf seinen Geist zu besinnen.
Die Lehre Buddhas lässt sich bildlich in drei Säulen mit einem Dach darstellen. Die erste Säule besteht aus dem notwendigen Wissen über den Buddhismus. Einem Buddhisten reicht Wissen allein jedoch nicht aus, darum bezieht sich die zweite Säule auf die Umsetzung des Wissens in Erfahrung. Dies geschieht durch Meditationen. In der dritten Säule erklärt Buddha, wie man das Wissen und die Erfahrung aus der Meditation dauerhaft absichert.
Die Säulen lassen sich auch horizontal in drei Ebenen unterteilen, welche verschiedene Menschen ansprechen sollen. Die erste Ebene spricht Menschen an, die vor allem ihre eigene Entwicklung im Auge haben. Diese Menschen haben den Wunsch, so schnell wie möglich aus dem Kreislauf des Leidens herauszukommen. Hierbei geht es darum, zu verstehen, dass positive Handlungen zu Glück und negative Handlungen zu Leid und Schwierigkeiten führen. Das Ziel ist also, positives Karma anzuhäufen, um ein inneres geistiges Gleichgewicht zu erreichen.
Die zweite Ebene wendet sich an Altruisten, also an Menschen, denen das Wohl anderer wichtiger als das eigene ist. Hier gilt es zu lernen, dass man zwei Dinge braucht, um anderen helfen zu können: einerseits Mitgefühl für andere Menschen, die im Kreislauf des Leidens gefangen sind und andererseits intuitive Weisheit, um anderen Menschen das zu geben, was sie benötigen.
Die dritte Ebene spricht Verwirklicher an, also Menschen, die sich mit dem Ziel der Erleuchtung identifizieren und denen das Wohlergehen der anderen wichtiger als das eigene ist.
Das Dach des Gebäudes bilden Buddhas Belehrungen über die kraftvollsten Meditationen, die unmittelbar auf die Natur des Geistes zielen. Hier übt man die Einheit von Grundlage, Weg und Ziel. Der Buddhismus hat weltweit etwa 375 Millionen Anhänger.
Judentum
Das Judentum ist die Mutterreligion des Christentums und des Islams und sieht Abraham als den Begründer des Monotheismus, des Glaubens an einen einzigen, unsichtbaren Gott. Die Bezeichnung „Juden“ geht auf das Königreich Juda zurück. Nach der jüdischen Religion hat Moses von Gott die Tora erhalten, welche die schriftliche und die mündliche Lehre beinhaltet. Gott gab Moses 613 Gebote, nach denen das jüdische Volk leben und handeln soll.
Das Gebet nimmt für die etwa 15 Millionen Juden auf der Welt einen hohen, wenn nicht sogar den höchsten Stellenwert in ihrem Leben ein. Durch das Gebet erreicht der Jude die Möglichkeit, in direkten Kontakt mit seinem Gott (Jahwe) zu treten.


