X-Mas
Wer mag das zu Weihnachten nicht - ein schön geschmückte Tannenbaum, Kerzenschein in jedem Raum und der Duft frisch gebackene Kekse. Aber wie wird Weihnachten eigentlich in anderen Ländern gefeiert?

Aus Amerika kam der Begriff X-Mas nach Europa und ist eine Abkürzung für Christmas. Das X ist allerdings kein modischer Schnickschnack, sondern steht für den ersten Buchstaben des Griechischen Wortes für Christus. Also für das Xi (ξ).
Das traditionelle Aussehen des Weihnachtsmanns wurde natürlich auch in den USA erfunden. 1931 beauftragte die Coca-Cola Company einen schwedisch-amerikanischen Zeichner, einen Santa Claus für eine Werbekampagne zu zeichnen. Es wurde auf diese Weise ein sympathischer Weihnachtsmann zum Anfassen geschaffen. Die Vorlage für den Zeichner war übrigens das Gesicht eines pensionierten Coca-Cola Fahrers.
Bis 1966 schuf der Zeichner jedes Jahr einen fröhlichen Santa Claus für die Coca-Cola Weihnachtswerbung. Am Ende nahm er sein eigenes Gesicht als Vorlage und mixte ein Gesicht, das heute der auf der ganzem Welt der Inbegriff für den Weihnachtsmann ist: ein großväterlicher Mann mit einem weißen Rauschebart und einem roten Mantel mit weißem Pelzbesatz.
Frankreich
In Frankreich heißt der Weihnachtsmann Père Noël und trägt ebenfalls ein rotes Gewand. Die Geschenke trägt der Père Noël allerdings in einem Korb, anstatt in einem Sack. Wie in Deutschland wird auch in Frankreich am 6. Dezember Nikolaus gefeiert.
Belgien und die Niederlande
In den Niederlanden hat der Nikolausabend (Sinterklaasavond) am 6. Dezember (in Belgien am 5.12.) größere Bedeutung als Weihnachten. Am Vorabend stellen die Kinder ihre Schuhe vor die Tür, die dann in der Nacht mit Süßigkeiten gefüllt werden. Dennoch wurde in Belgien und den Niederlanden angefangen, Weihnachten mit einem typischen Weihnachtsmann zu feiern. Der Nikolaus hingegen trägt einen Bischofshut und einen Stab. Der Legende nach lebt er das ganze Jahr über in Spanien und kommt am Sinterklaasavond mit dem Schiff an der Küste an. Diese Szenerie wird von den einheimischen Kindern oft nachgespielt. Der Sinterklaasavond gilt hier als Geschenktag und der 25. Dezember wird als religiöses Ereignis gefeiert.
Groß Britannien und Irland
Das Weihnachtsfest in Groß Britannien und Irland unterscheidet sich nicht besonders von den Feierlichkeiten in Amerika, Australien oder Neuseeland. Die ganze Familie kommt am Weihnachtstag zusammen und es wird außergewöhnlich viel fern gesehen. Zudem schauen sich die Briten traditionell die Weihnachtsansprache der Queen an. Am 26. Dezember wird in Groß Britannien der Boxing Day und in Irland der St. Stephen´s Day gefeiert. St. Stephen war ein Heiliger, der als erster Christ aufgrund seines Glaubens den Märtyrertod fand und so zu ewigem Ruhm gelangte. Am Boxing Day haben die adligen Herrschaften ihren Hausangestellten Geschenke in Schachteln (Box) überreicht. Eine andere Überlieferung lautet, dass am Tag nach Weihnachten, wenn die Arbeit wieder anfing, die Angestellten mit kleinen Schachteln zu ihren Arbeitgebern gingen, um sich ihren Jahresbonus abzuholen. An diesem Tag werden aber auch Spenden an karitative Einrichtungen und an Bedürftige vergeben.
Schweden
Die Weihnachtszeit beginnt in Schweden am 1. Advent. Das Fest der Heiligen Lucia am 13. Dezember ist jedoch die Hauptfestivität vor Weihnachten. Die Heilige Lucia ist eine uralte Gestalt. Ihre Funktion als Lichtbringerin im dunklen schwedischen Winter ist unverändert. Am Morgen des 13. Dezember bekommt das älteste Mädchen der Familie ein weißes Kleid und trägt einen grünen Kranz mit brennenden Kerzen auf dem Kopf. Sie weckt so alle anderen im Haus, die schon sehnsüchtig darauf warten, denn sie bringt die ersten Weihnachtsplätzchen. Ihr Licht ist der Vorbote des Weihnachtslichtes. Die Geschenke werden hingegen am 24. Dezember vom Weihnachtsmann gebracht. Am Nachmittag des heiligen Abend wird in Schweden ab 15.00 Uhr im Fernsehen ein Disney-Spezialprogramm angeschaut. Nach dem großen Weihnachtsessen, dem Julbord, werden die Geschenke ausgepackt. Frühmorgens am 25.12. gehen die Schweden in die Messe.
Norwegen
In Norwegen ist der 24. Dezember bis 16.00 Uhr ein gesetzlicher Arbeitstag. An Weihnachten (Julenissen) hat das Fernsehen einen besonderen Stellenwert. Bei den Einheimischen kommt nicht so richtig Weihnachtsstimmung auf, bevor sie nicht das tschechische Märchen "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" gesehen haben. Die Geschenke, die unter dem Weihnachtsbaum liegen, werden vom jüngsten Anwesenden verteilt. Am 26. Dezember verkleiden sich die Kinder als Julebukk (Ziegenbock aus Stroh, der ein Zeichen für die Weihnachtszeit ist) und ziehen von Haus zu Haus um Bonbons zu sammeln, wie es amerikanische Kinder an Halloween machen. Die Weihnachtszeit endet in Norwegen am 6. Januar.
Finnland Der Weihnachtsmann, der in Finnland Joulupukki heißt, wohnt in Finnisch-Lappland und klopft an Heilig Abend an die Haustür und kommt nicht durch den Kamin. Er fährt auf einem Rentierschlitten und hat in Finnland sogar eine Frau (Joulumuori), die besonders leckeren Weihnachtsporridge zubereiten kann.
Polen
In Polen beginnt am 1. Advent eine Zeit des Fastens, die erst am Heiligabend endet. Das Weihnachtsessen beginnt erst, wenn der erste Stern am Himmel auftaucht. Das Essen besteht wegen der 12 Apostel aus zwölf Gerichten. Die Gerichte sind, abgesehen von Fisch, alle vegetarisch zubereitet. Darüber hinaus wird immer ein Gedeck mehr als nötig gedeckt, für den unerwarteten Gast. Das gilt als Zeichen der Gastfreundschaft. Zudem haben alle am Tisch eine Oblate, die mit einem Bild bedruckt ist. Vor dem Essen geht nun jeder reihum, gibt ein Stück von seiner Oblate ab und bricht ein Stück von der anderen ab. Während dieses Brauchs, spricht man die besten Wünsche für das neue Jahr aus. Nach dem Essen werden die Geschenke ausgepackt und um Mitternacht gehen alle gemeinsam in die Messe.
Ungarn
In Ungarn wird, ebenso wie in Schweden, der Luca-Tag am 13. Dezember gefeiert. Zu Weihnachten werden dann an die Tannenbäume Süßigkeiten gehängt und das Jézuska bringt die Geschenke. Zur Weihnachtszeit führen Kinder Krippenspiele auf, um Spenden für arme Leute zu sammeln, wie die Sternsinger in Deutschland.
Russland
In Russland werden die Geschenke von Ded Moros (Väterchen Frost) und seiner Enkelin Snegurotschka (Schneeflöckchen) gebracht. Weihnachten wird jedoch erst am 7. Januar gefeiert. Dieses Datum entspricht im Julianischen Kalender allerdings dem 25. Dezember. Das Weihnachtsessen besteht aus zwölf Gerichten, als Anlehnung an die zwölf Apostel. Die Tradition des Weihnachtsbaums in Russland geht auf die Reisen Peter des Großen im 17. Jahrhundert zurück.

Spanien
In Spanien werden in den Haushalten keine Weihnachtsbäume aufgestellt. Dafür sind in den Häusern Weihnachtskrippen zu finden. Zudem bringen in Spanien die Heiligen Drei Könige am 6. Januar die Geschenke. Eine Bescherung am 24. Dezember setzt sich jedoch mehr und mehr durch, damit die Kinder noch mit ihren Geschenken spielen können. Denn im Gegensatz zu Weihnachten, ist der Dreikönigstag am letzten Ferientag. Eine Besonderheit ist in Spanien die Weihnachtslotterie, die am 22.12. alle Spanier vor den Fernseher fesselt.
China
In China ist der 25.12. kein Feiertag. Die in China lebenden Christen feiern Weihnachten nur inoffiziell und im privaten Rahmen. In Hongkong und Macao hingegen ist der 25. Dezember ein Feiertag. Denn Hongkong und Macao sind ehemalige Kolonien und haben daher einen christlichen Hintergrund.
Japan
Weihnachten wird in Japan zwar immer populärer, ist aber offiziell kein Feiertag. Dem Neujahrstag kommt eine größere Bedeutung zu. Weihnachten gibt den Japanern die Gelegenheit Partys zu feiern. Der Neujahrstag hingegen wird beschaulich im Kreise der Familie gefeiert. Zu Weihnachten wird in Japan eine Torte gereicht, die eine Geburtstagstorte für das Christkind darstellen soll.
Australien/Neuseeland
Australien und Neuseeland liegen auf der Südhalbkugel, daher liegt dort Weihnachten im Sommer. Obwohl es dann sehr warm ist und die Sonne scheint, werden die gleichen winterlichen Ikonografien verwendet. Man findet in Australien und Neuseeland dann also einen pelztragenden Weihnachtsmann, Schlitten und Schneeszenen auf Weihnachtskarten. Darüber hinaus werden Weihnachtslieder bei Kerzenschein gesungen, die sogenannten Carols by Candlelight. Für Gäste und Touristen wird jedes Jahr am Bondi Beach in Sydney ein Truthahn Barbecue veranstaltet und eine als Santa Claus verkleidete Person führt Kunststücke auf dem Surfbrett vor. Am 25. Dezember veranstalten die Familien ein traditionelles Picknick am Strand.
Mexiko
Für die Kinder gehört an Weihnachten eine "Piñata" einfach dazu. Eine "Piñata" ist ein Tongefäß, das mit Süßigkeiten gefüllt ist. Die Kinder müssen mit verbundenen Augen versuchen das Tongefäß zu zerschlagen. In verschiedenen Regionen versammeln sich die Familien am 24. Dezember um Mitternacht vor einer Kirche, wo Freudenfeuer und Feuerwerke abgebrannt werden.
USA
In den USA bringt der Santa Claus die Geschenke, indem er in der Nacht vom 24.12. auf den 25.12. auf seinem Schlitten angerauscht kommt. Der Schlitten wird von den Rentieren Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Donder, Blitzen, Cupid, Comet und Rudolph gezogen. Durch den Kamin gelangt Santa in das Haus und füllt die "Christmas-stockings" mit Geschenken. "Christmas-stockings" sind lange Strümpfe, die die Familie am Kaminsims aufgehängt hat. Als Wegzehrung wird dem Weihnachtsmann oft ein Glas Milch und ein paar Kekse hingestellt. Als Weihnachtsessen gibt es in der Regel Truthahn.


