Lehrer im Ausland
Die Wege, die Lehrkräfte beschreiten können, um im Ausland zu unterrichten, sind vielfältig. Die Zentralstelle für Auslandsschulwesen des Bundesverwaltungsamts (BVA) bietet drei unterschiedliche Programme für Lehrer an. Interessierte Lehrkräfte werden an deutsche Schulen oder Partnerschulen im Ausland, die über ein deutschsprachiges Unterrichtsangebot verfügen, vermittelt. Die 135 deutschen Schulen im Ausland und die 825 Partnerschulen mit deutschsprachigem Unterrichtsangebot sind in allen Kontinenten verteilt. Besonders in Mittel- und Osteuropa sowie in Zentralasien zeichnet sich ein großes Interesse an der deutschen Sprache ab.
Lehrkräfte, die direkt im Anschluss an das Referendariat ins Ausland gehen möchten, werden als Bundesprogrammlehrkräfte (BPLK) bezeichnet. Sie bewerben sich direkt beim BVA und erhalten bei erfolgreicher Bewerbung ihr Lehrergehalt von der jeweiligen Schule sowie eine Pauschale vom BVA. BPLK verpflichten sich für mindestens zwei Jahre und können auf maximal sechs Jahre verlängern.
Lehrer, die sich bereits im Schuldienst befinden, müssen sich vom jeweiligen Kultusministerium freistellen lassen. Diese Auslandsdienstlehrkräfte (ADLK) werden unter Fortfall der Bezüge beurlaubt und erhalten vom BVA ihr bisheriges Inlandsgrundgehalt sowie einen Auslandszuschlag, der je nach Einsatzort variieren kann. ADLK werden für mindestens drei Jahre im Ausland eingestellt und können dort höchstens sechs Jahre bleiben.
Die dritte Möglichkeit besteht darin, sich direkt bei den Schulen im Ausland zu bewerben. Als Ortskraft (OK) handelt der Lehrer sein Gehalt direkt mit der Schule aus.
Die Voraussetzung für den Einsatz als Lehrkraft im Ausland ist das Bestehen des ersten und zweiten Staatsexamens. Die einzige Ausnahme besteht im Programm der BPLK, welches auch Magister im Bereich Deutsch als Fremdsprache (DaF) und Magister Linguistik mit dem Schwerpunkt DaF vermittelt. Bedarf an deutschen Lehrkräften im Ausland herrscht bezüglich der Fächer Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften und moderne Fremdsprachen auf Gymnasialniveau. Die Unterrichtssprache ist, ausgenommen bei den Fremdsprachen, deutsch. In den aufgezählten Fächern herrscht ein regelrechter Mangel an Lehrern, welcher sich auf die Einstellungssituation in Deutschland zurückführen lässt. Besonders in Zeiten, in denen in den deutschen Bundesländern Lehrermangel herrscht, weigern sich die Kultusministerien vermehrt, Lehrkräfte für den Auslandsdienst freizustellen. Zu viele Bewerbungen gehen hingegen im Grundschulbereich ein. Pro Jahr vermittelt das BVA 250 Lehrkräfte ins Ausland.
Bewerber sollten anpassungsfähig und bereit sein, für mehrere Jahre in einem multikulturellen Umfeld zu leben und zu arbeiten. Bei einer erfolgreichen Bewerbung werden die Kandidaten zu einem Auswahlverfahren nach Köln eingeladen, wo sie sich in psychologischen Tests und Einzelgesprächen bewähren müssen. Diese Hürden werden lediglich von rund 12% der Bewerber nicht gemeistert.
Für Lehrkräfte lohnt sich die Auslandserfahrung vor allem, da sie den eigenen Horizont erweitern können und lernen, ihren Unterrichtsstil an eine Schülerschaft mit einem anderen kulturellen Hintergrund anzupassen.


