"Mein erster Schultag" – Erste Eindrücke in der Berufsschule
Das Abschlusszeugnis aus der Schule halten sie gerade einmal in der Hand, und schon scheint alles wieder von vorn loszugehen – noch einmal zur Einschulung, noch einmal neue Lehrer und Mitschüler kennenlernen. Jedes Jahr gegen Ende August ist es wieder soweit: Tausende von Auszubildenden treten erneut ihre Schulzeit an – diesmal in der Berufsschule. So auch die 19-jährige Katharina, die von ihrer Einschulung und dem ersten Schultag in einem Interview mit Stellenboersen.de berichtet.
Katharina ist gerade von ihrem ersten Schultag in der Berufsschule für Wirtschaft und Verwaltung zurück. Sie sitzt am Schreibtisch – vor ihr eine Schultüte, gefüllt mit Schokolade. Eine Kollegin hatte ihr die Tüte zur Einschulung gebastelt. Darauf angesprochen, ob sich der erste Tag in der Berufsschule sehr von dem in der Grundschule unterschieden habe, sagt Katharina: "Eigentlich ist es nicht viel anders. Als ich im Bus auf dem Weg zur Schule saß, war es mit der Ruhe vorbei. Mein Herz schlug schneller und ich fühlte mich wie das kleine Mädchen neben mir, das ihrem Papa gerade erzählte, wie aufgeregt sie darüber sei nun endlich in die Schule zu kommen."
Seit dem 01. August 2007 ist die 19-Jährige in der Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation. Den Ausbildungsvertrag musste sie am ersten Tag mit in die Schule bringen, denn erst dann fand die offizielle Anmeldung statt. So weiß die Schule vorher nicht, wie viele Auszubildende letztendlich auftauchen werden. Dementsprechend kam es bei Katharina's Gruppe gleich zu Beginn zu einer bösen Überraschung. "Wir waren viel mehr Schüler als die Koordinatoren erwartet hatten. Während im letzten Jahr nur knapp über zwanzig Schüler auftauchten, waren es dieses Jahr über vierzig", erzählt sie. So wurde die Klasse kurzerhand zweigeteilt.
Auf die Frage, was sie sich von den ersten Tagen erwartet hatte, antwortet Katharina, dass sie zuerst Angst hatte zu spät zu kommen (wozu es aber nicht kam, da sie bei einer Fußstrecke von zehn Minuten bereits eine Stunde vor Veranstaltungssbeginn den Bus nahm) und dass sie natürlich auf ihre Lehrer und vor allem auf ihre Mitschüler gespannt war. Der erste Eindruck war auch gleich ein positiver: Als sie sich bei einem Schüler nach dem Raum erkundigte, bot ihr dieser gleich an, sie persönlich zu begleiten. Gefunden hat sie den Raum jedoch ganz allein. Dabei war die Schülerin insbesondere von ihren männlichen Schulkameraden begeistert: "Ich habe selten eine Schule gesehen, auf der es so viele gut aussehende Männer gab", schwärmt sie.
Doch auch die Schule selbst sowie ihr Klassenlehrer machten einen guten Eindruck auf sie. Das einzige, was ihr zur Zeit Sorgen bereitet, ist ihr Stundenplan. "Ich habe ausschließlich wirtschaftliche Fächer, dabei habe ich vorher noch nie etwas mit diesem Gebiet zu tun gehabt. Ich komme von einer sozialwissenschaftlichen Schule. Die meisten anderen Schüler in meiner Klasse haben schon Vorkenntnisse in Wirtschaft. Da habe ich mich erst schon gefragt, ob diese Ausbildung überhaupt etwas für mich ist." Nachdem Katharina zusammen mit allen anderen die nötigen Formalitäten, wie Anmeldung, Schulordnung oder Waffenerlass, geklärt hatte, erhielt sie ihren Stundenplan und durfte nach Hause gehen.
Am Tag danach fand der erste Schultag statt. Auf dem Lehrplan standen Fächer wie "Bürokommunikation" oder "Wirtschaftsenglisch", wobei noch nicht unterrichtet wurde. Vielmehr bestand ihr Tag aus Organisatorischem, Rundgängen und Vorstellungsrunden – wie in der Schule eben. Ihre Mitschüler konnte sie schon ein bisschen besser kennenlernen als am Tag zuvor. Und auch der 16-jährige Patrick, der bei der Einschulung noch sehr eingeschüchtert war, wurde im Laufe des Tages immer gesprächiger. Patrick wird im Betrieb seines Vaters ausgebildet. Die anderen Schüler kommen aus den unterschiedlichsten Unternehmen.
Doch Katharina hat auch erfahren müssen, dass nicht alle Auszubildenden so zufrieden sind wie sie selbst. "Eine Mitschülerin war sehr unglücklich mit ihrem Betrieb. Sie scheint überhaupt nicht mit ihrem Chef zurecht zu kommen und ist mit vierzig Stunden in der Woche überfordert. Ich kann mich glücklich schätzen, dass mir alles so gut gefällt." Das einzige, was sie sich noch wünscht, ist etwas mehr Interaktivität in der Schule, denn von ihren Mitschülern hat sie noch nicht wirklich viel erfahren. Auf den Unterricht ist sie jedoch weiterhin gespannt. Von nun an geht sie zweimal in der Woche zur Berufsschule und dreimal zur Arbeit. Wir wünschen ihr dabei viel Spaß und Erfolg!
Von Sarah Czuratis

