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Das System der dualen Ausbildung

Die meisten Auszubildenden in Deutschland durchlaufen eine sogenannte duale Ausbildung. Sie bezeichnet die gleichzeitige Ausbildung der Jugendlichen im Betrieb und in der Berufsschule. Das bedeutet, dass die Jugendlichen die Kenntnisse und Fähigkeiten rund um ihren Beruf praktisch im Betrieb und theoretisch in der Berufsschule lernen.

Das System der dualen Ausbildung

Drei bis vier Tage pro Woche verbringen die Azubis im Unternehmen. Dort erlernen sie im laufenden Betrieb die praktischen Kenntnisse und Fähigkeiten, die sie für ihren späteren Job benötigen. Ein bis zwei Tage sind für den Unterricht in der Berufsschule reserviert. Dort werden Fachtheorie und Allgemeinwissen vermittelt. Oft wird auch in mehreren Wochen am Stück unterrichtet. Die Durchführung der Berufsausbildung wird je nach Beruf und Ausbildungsbetrieb durch Industrie- und Handelskammern (IHK), Handwerkskammern (HWK) oder sonstige Kammern beaufsichtigt.

Die duale Ausbildung genießt in Deutschland ein hohes Ansehen, da sie in der Praxis stattfindet und sich – beispielsweise durch Aktualisierung der Ausbildungsregelungen – an die sich wandelnden Anforderungen des Arbeitsmarktes anpasst. Sie ist sehr nah am Beschäftigungssystem. Das ermöglicht den Unternehmen, die Fachkräfte von morgen bedarfsgerecht auszubilden. Den Auszubildenden sind auf diese Weise hohe Übernahmequoten in den Beruf sicher.

Nicht zuletzt sorgen diese Vorteile dafür, dass die Jugendarbeitslosigkeit 2010 in Deutschland mit 9,9 Prozent im internationalen Vergleich niedrig ist. Bessere Werte können nur die Niederlande mit 8,7 Prozent und Österreich mit 8,8 Prozent aufweisen. Der durchschnittliche Wert aller EU-Staaten liegt bei 21 Prozent.

Für den beruflichen Werdegang ist es für junge Menschen am vorteilhaftesten, wen sie unmittelbar nach dem Schulbesuch direkt eine duale Berufsausbildung in einem Betrieb anstreben. Hier erwerben sie die notwendigen Qualifikationen im beruflichen Alltag, sodass eine Einarbeitung nach der Ausbildung nicht mehr erforderlich ist.

Die duale Ausbildung in Zahlen

Anzahl der Ausbildungsberufe (Stand: 1. August 2011)

− 345

Anzahl abgeschlossener dualer Ausbildungsverträge in Deutschland

− 2010: 560.000

Anzahl Ausbildungsbetriebe in Deutschland

− 495.000

Berufe mit der höchsten Anzahl Auszubildender 2010

− Bürokaufmann/-frau

− Industriemechaniker/-in

− Kaufmann/-frau im Einzelhandel

− Kraftfahrzeugmechatroniker/-in

− Verkäufer/-in

Berufe mit guten Chancen für Bewerber

− Kaufleute für Verkehrsservice

− Fleischer/-in

− Restaurantfachleute

− Gebäudereiniger/-in

− Beton- und Stahlbetonbauer/-in

Ausbildungsgehalt im letzten Lehrjahr (Auswahl)

− Automobilkaufmann/-frau (Handwerk): 648 Euro

− Hochbaufacharbeiter/-in : 943 Euro

− Kaufmann/-frau für Bürokommunikation: 854 Euro

− Restaurantfachmann/-frau: 680 Euro

− Zimmerer/-in: 1.191 Euro

Anteil Azubis, die während der Ausbildung ins Ausland gehen

− 3 Prozent

(Quelle: BMBF, Berufliche Bildung – praktisch unschlagbar, 10.11.2011)

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