Große Auswahl an Ausbildungsberufen
Dank der großen Vielfalt an Berufen haben die Jugendlichen gute Chancen, einen Job passend zu den eigenen Wünschen und Fähigkeiten zu finden. Sie haben die Wahl aus mehr als 340 offiziell anerkannten Ausbildungen mit einer Ausbildungsdauer je nach Beruf von zwei bis dreieinhalb Jahren.
Allerdings konzentrieren sich die meisten Bewerber auf fünf Berufe: Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/-in, Bürokaufmann/-frau, Kraftfahrzeugmechatroniker/-in und Industriekaufmann/-frau. In diesen Berufsbildern werden auch die meisten Lehrstellen angeboten – die Wünsche der Jugendlichen und das Angebot decken sich in dieser Hinsicht.
Gleichzeitig bleiben in anderen Berufsfeldern oftmals Stellen unbesetzt. Mehr Lehrstellen als Bewerber finden sich beispielsweise im gastronomischen Bereich. Den Betrieben fehlen Bewerber für die Ausbildungen zu Fachverkäufern im Lebensmittelhandwerk, zu Restaurantfachkräften oder Fleischern und Bäckern.
Für welchen Beruf sich Schulabgänger entscheiden, hängt auch in starkem Maße vom Geschlecht ab. Weibliche Bewerber entscheiden sich zumeist für die Bereiche Gestaltung/Design, Gesundheit/Pflege, Bildung/Erziehung, Medien/Werbung und Hotel/Gastronomie. Männliche Bewerber hingegen interessieren sich vor allem die Richtungen Technik/Mechanik, Bau/Handwerk, Polizei/Verteidigung, Sport/Freizeit und Informatik. Stark männerdominierte Berufe sind deshalb die Kraftfahrzeugberufe, Bauberufe, Mechatroniker sowie Metall- und Elektroberufe. Den höchsten Frauenanteil verzeichnen die Kosmetikbranche, die Hauswirtschafts- und die Erziehungsbranche.
Die Auswahl an Berufen verändert sich jedes Jahr ein wenig. Berufsbilder werden modernisiert oder gleich ganz neu erschaffen. Seit 2011 gibt es beispielsweise den Medientechnologen Druckverarbeitung. In den Jahren zuvor kamen unter anderem moderne Berufe wie der Industrieelektriker, der Fotomedienfachmann und der Produktionstechnologe hinzu.
Ob neues oder altes Berufsbild – Schulabsolventen haben gute Gründe, sich für ihren Beruf zu entscheiden. Im Vordergrund steht, dass der Beruf Spaß macht und zu den eigenen Interessen und Fähigkeiten passt. Wichtig sind den Jugendlichen aber auch Sicherheitsaspekte. Viele Jugendliche suchen sich Berufe aus, mit denen sie bessere Chancen haben, eine Lehrstelle zu finden, und in denen sie sich keine Sorgen um mögliche Arbeitslosigkeit machen müssen. Die späteren Verdienstmöglichkeiten spielen ebenfalls eine Rolle bei der Entscheidung für eine Ausbildung.
(Quelle: BMBF, Berufliche Bildung – praktisch unschlagbar, 10.11.2011)

