Ausbildung zum Papiertechnologen
Papier bestimmt unser Leben in einem hohem Maße. Von der Zeitung bis zum schönen Geschenkkarton ohne Papier und Pappe geht nichts. Die Papierindustrie in Deutschland ist eine der stärksten der Welt, aber die Spitzenposition ist in Gefahr. Es fehlt nämlich kompetenten Nachwuchskräften.
Es gibt mehr als 300 verschiedenen Sorten von Papier, vom Klopapier bis zur Zeitung insgesamt 23 Millionen Tonnen produziert die Papierindustrie jedes Jahr. Es gibt rund 100 Unternehmen an 140 Standorten vom internationalen Großkonzert bis zum kleinen Familienbetrieb. Mit einem Umsatz von 15 Milliarden ist Deutschland sogar Spitzenreiter in Europa. Doch diese Spitzenposition kann nur mit den entsprechenden Fachkräften gehalten werden und an denen fehlt es derzeit.
In diesem Industriezweig arbeiten rund 44.000 Menschen und trotzdem bleiben viele ausgeschriebene Stellen und sogar Ausbildungsplätze unbesetzt. Es mangelt dabei nicht unbedingt an den Bewerbern, sondern an der Qualifikation für die anspruchsvollen Berufe, gerade im naturwissenschaftlich-technischen Bereich sind die Anforderungen hoch. Erschwerend dazu kommt die weitgehende Unbekanntheit der Berufe rund um das Papier. Für Papieringenieure und Papiertechnologen sind deshalb die Jobschancen ausgezeichnet und ein Rückgang der Nachfrage ist auch nicht in Sicht. Gerade im Osten Deutschland ist der Fachkräftemangel inzwischen Besorgnis erregend.
Ausbildung zum Papiertechnologen
Die Ausbildung zum Papiertechnologen dauert drei Jahre, die Azubis können sich auf die einzelnen Sorten spezialisieren: Pappe, Karton oder Papier. Grundvorraussetzung für den Beruf ist ein sehr guter Hauptschulabschluss. Wichtig sind nicht zur Kenntnisse von Herstellungsprozessen und Produktionsverfahren, sondern auch soziale Kompetenzen und Verantwortungsbewusstsein. Immerhin arbeiten die Papierfachleute hauptsächlich in einem Produktionsteam und die bedienten Maschinen sind enorm komplex und teuer. Umsichtiges und gründliches Arbeiten sind deshalb Pflicht.
Nicht ganz einfache Arbeitszeiten
Nur die Arbeitszeiten sind etwas gewöhnungsbedürftig. In der Nacht stehen die Maschinen nicht still. Pro Schicht arbeiten rund fünf Arbeiter an bis zu 250 Meter langen Produktionsmaschinen. Ein weiterer branchentypischer Beruf ist der des Verpackungsmechaniker. Sie konstruieren und planen die Verpackungen und entwickeln am Computer geeignete Formen.
(Birk Grüling)

