Ausbildung zum Fotografen
Wer Fotograf werden will, muss Technik lieben und mit Menschen umgehen können. Im Sommer wurde die Ausbildungsordnung für Fotografen geändert. Sie sieht jetzt neue Schwerpunkte im dritten Ausbildungsjahr vor.
Angehende Fotografen müssen nicht nur kreativ sein und ein gutes Auge für das richtige Motiv haben. Sie müssen sich die Welt zweidimensional denken können und schnell die Auswahl der richtigen Technik treffen. Ob als Werbe- Poträt- oder Pressefotograf der Kontakt mit Menschen ist ebenfalls ein großer Bestandteil des Berufs. Schon beim Fotografieren muss der Fotograf das Motiv und das Bild in der endgültigen Form vor dem inneren Auge sehen. Die Arbeit als Fotograf ist ein harten und sehr anspruchsvolles Handwerk. Schulabgänger, die sich für diesen Beruf interessieren, müssen kommunikativ mit Kunden umgehen können und gute Computerkenntnisse mitbringen. Offiziell steht allen Schulabgänger die Ausbildung offen, dennoch haben inzwischen knapp 50 Prozent der Azubis Abitur. Besonders in Englisch und Mathematik sollten die Noten gut bis sehr gut sein.
Um auf neueste Trends im Berufsalltag zu reagieren, wurde im August die Ausbildungsordnung geändert. Es gibt vier neue Schwerpunkte: Porträt-, Produkt-, Architektur- und Wissenschaftsfotografie. Diese Spezialisierung kommt Betrieben mit besonderen Arbeitsschwerpunkten entgegen. Die Spezialisierung findet aber erst im dritten Ausbildungsjahr statt, die Ausbildung soll nicht an Breite verlieren. Diese Breite ermöglicht einen Einstieg in allen Bereichen der Fotografie. Die neue Ausbildungsordnung hat auch die Prüfungen für Fotoentwicklung in der Dunkelkammer abgeschafft, heute werden der Umgang mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop oder Gimp abgeprüft. Neue Inhalte sind außerdem auch noch das Urheberrecht und die Vermarktung eigener Bilder.
Nach der Ausbildung gibt es viele Arbeitsmöglichkeiten neben den klassischen Porträt-Angeboten, arbeiten sie auch in Werbeagenturen, bei Printmedien oder für Forschungseinrichtungen. Das große Geld verdienen nur die wenigsten Fotografen. Die Konkurrenz ist groß und nur mit hoher Qualität kann man sich am Markt behaupten. In der Ausbildung verdienen die Lehrling rund 400 Euro netto, weit weniger als in anderen Berufen. In kleineren Studios sind nach der Ausbildung 2500 Euro netto drin, bei größeren Agenturen, die große Werbekampagnen machen oder Fotos für Versandhäuser produzieren, sind auch 4000 Euro und mehr möglich.
(Birk Grüling)

