Ausbildung bei der Polizei
Trotz der nicht immer ganz einfachen Arbeitsbedingungen ist die Karriere bei der Polizei immer noch sehr beliebt. Doch wer einmal Kommissar werden will, kommt um ein Studium nicht herum und muss vorher den harten Dienst auf den Straßen hinter sich bringen.
Bevor das Polizeistudium und damit die Aussicht auf den gehobenen Dienst winkt, haben die meisten eine Ausbildung im mittleren Dienst hinter sich. Die Berufserfahrung in dem Bereitschaftsdienst ist eine wertvolle Grundlage für die Aufgaben eines Kommissars. Die jungen Berufsanfänger machen viel mit von den Präsenzgängen in Bahnhöfen, Alkoholkontrollen und Sicherheitsdienst bei Staatsbesuchen oder Sportevents. Am Anfang der Polizeiausbildung steht die intensive Praxisschule, dabei werden die Anwärter unter anderem im Nahkampf und dem Umgang mit der Waffe geschult. Doch wichtiger als jede Waffe sind Worte zur Entschärfung brenzliger Situationen.
Ohne Studium geht heute nicht mehr
Die Polizei bietet jungen Menschen mit Karriereambitionen verschiedene Studiumsmöglichkeiten. Eine Grundlage ist zum Beispiel ein Bachelorstudium an einer Hochschule der Polizei. Weiter geht es dann mit einem Masterstudium in „Öffentlicher Verwaltung und Polizeimanagement“. Dieser Aufstiegsweg ist der Üblichste in der Polizei. Quereinsteiger in der Führung sind eher selten. Der oft als stupide verrufene Polizistenberuf ist heute zunehmend akademisiert, lebenslanges Lernen ist auch in der Polizei längst Standard. Wer aufsteigen will, muss nämlich einiges mitbringen, vor allem Persönlichkeit. Gerade in Großstädten wie Hamburg oder Berlin kommt es auch schon mal zu einer Geiselnahme oder schweren Massenunfällen mit vielen Toten und Verletzten.
In diesen Situationen muss die Polizeiführung den Überblick behalten und besonnen handeln. Für Panik oder zu große Emotionen ist da häufig kein Platz. In Berlin arbeiten zum Beispiel rund 16.000 Menschen bei der Polizei, die Angehörigen des Höheren Dienst allesamt mit abgeschlossenem Studium an der Hochschule der Polizei. Aber auch Experten aus anderen Wissenschaften werden gebraucht zum Beispiel Ärzte, Chemiker oder Biologen. Kurios: Viele Psychologieabsolventen bewerben sich als „Profiler“ bei der Polizei. Von diesen „Polizeilichen Fallanalytikern“ gibt es in ganz Deutschland aber nur 70 Stück und Bedarf besteht kaum. Polizeiarbeit hat einfach nicht viel mit Serien wie „CSI“ gemeinsam.
(Birk Grüling)

