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Mehr Einschreibungen von westdeutschen Abiturienten an Hochschulen im Osten

Es zeichnet sich ein positiver Trend bei den Einschreibungen westdeutscher Abiturienten an den Hochschulen in Ostdeutschland ab. Anlässlich des Semesterstarts sagte Henry Tesch, Präsident der Kultusministerkonferenz und Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern: „Wir freuen uns über die allerorts wachsenden oder stabilen Einschreibungszahlen. Dies zeigt deutlich, dass wir gemeinsam mit den anderen ostdeutschen Bundesländern auf dem richtigen Weg sind, den demografischen Herausforderungen der nächsten Jahre zu begegnen.“ Hochschulen, Bund und Länder arbeiten gemeinsam daran, westdeutsche Abiturienten für ein Studium in Ostdeutschland zu gewinnen. Neben Maßnahmen auf Hochschul- und Länderebene startete vor einem halben Jahr die Kampagne „Studieren in Fernost“, an der sich 44 ostdeutsche Hochschulen beteiligen. Hierzu Minister Tesch: „Es ist sehr erfreulich zu sehen, wie gut die Maßnahmen von Hochschulen, Ländern und Dachkampagne ineinander greifen und sich gegenseitig Rückenwind geben.“

Mehr Einschreibungen von westdeutschen Abiturienten an Hochschulen im Osten

So verzeichnet die Hochschule Magdeburg-Stendal (Sachsen-Anhalt) bei stabilen Einschreibungszahlen einen Zuwachs westdeutscher Studierender auf 18 Prozent, die Hochschule Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) meldet steigende Studierendenzahlen bei einer Verdopplung des Anteils westdeutscher Studierender auf 13 Prozent. Auch aus allen weiteren neuen Bundesländern gibt es positive Nachrichten. Die BTU Cottbus (Brandenburg) meldet einen Anstieg der Einschreibungszahlen von 35 Prozent, an der FH Nordhausen (Thüringen) immatrikulierten sich über 30 Prozent mehr Studierende als im vergangenen Jahr, der Anteil westdeutscher Studierender steigt auf fast 40 Prozent.

Auch an der Universität Leipzig (Sachsen) beginnen zum Wintersemester fast doppelt so viele westdeutsche Abiturienten ein Studium wie noch im letzten Jahr bei stabilen Einschreibungszahlen insgesamt. Gab es in der Vergangenheit nur geringe Wanderungsbewegungen unter Studierwilligen von West nach Ost, so scheinen nun immer mehr angehende Akademiker die Vorteile eines Studiums in den neuen Bundesländern zu erkennen: sehr gute Ausstattung, hohe Lehrqualität, gute Betreuung und niedrigere Lebenshaltungskosten.

Diese Trümpfe der ostdeutschen Hochschulen bei westdeutschen Schülern der Sekundarstufe II bekannter zu machen, ist auch das Anliegen der Kampagne „Studieren in Fernost“, die von der Hochschulinitiative Neue Bundesländer ins Leben gerufen wurde. Herzstück der Kampagne ist eine Kooperation mit dem Online-Netzwerk schülerVZ. In die Community wurde eine sogenannte „Studiensuchmaschine“ integriert, die bei den jugendlichen Nutzern auf spielerische Weise individuelle Vorlieben im Hinblick auf Studienrichtung und Studienort abfragt. Am Ende werden ihnen passende ostdeutsche Hochschulen angezeigt, nähere Informationen sind dann nur noch einen Klick weit entfernt.

Für jede beteiligte Hochschule stehen den schülerVZ-Nutzern auch sogenannte Campus Spezialisten als Ansprechpartner auf Augenhöhe zur Verfügung – Studierende der Hochschulen, die sich freiwillig als deren Botschafter engagieren. Seit die „Studiensuchmaschine“ im April 2009 online gegangen ist, haben sie bereits fast 97.000 schülerVZ-User durchgespielt. Über 28.000 Jugendliche haben in ihrem schülerVZ-Profil nun eine ostdeutsche Hochschule als Wunschhochschule angegeben, das zentrale Kampagnenprofil „Studieren in Fernost“ hat bereits über 35.500 Fans.

Hintergrund der Kampagne für die Hochschulen in Ostdeutschland ist die Umsetzung des Hochschulpakts 2020. In gesamtstaatlich wahrgenommener Verantwortung gilt es die Chancen der jungen Generation zur Aufnahme eines Studiums zu wahren, den notwendigen wissenschaftlichen Nachwuchs zu sichern und die Innovationskraft in Deutschland zu erhöhen. Zentrale Aufgabe ist es dabei, mehr westdeutsche Abiturienten für ein Studium in den neuen Bundesländern zu gewinnen. Denn während es demografisch bedingt an den ostdeutschen Hochschulen immer weniger Studienanfänger geben wird, stoßen die Hochschulen im Westen teilweise an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Ein Trend, der sich in den kommenden Jahren - auch durch die doppelten Abiturjahrgänge in den alten Bundesländern - noch dramatisch verschärft.

(Quelle: Hochschulinitiative Neue Bundesländer, 09.10.2009)

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