Lernen wie Gott in Frankreich – dank der Deutsch-Französischen Hochschule
Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenz gehören heute zu den Schlüsselqualifikationen auf dem Arbeitsmarkt. Eine beliebte Möglichkeit zum Erwerb dieser Kompetenzen sind die ERASMUS-Studienaufenthalte. Doch Frankophilen bietet die Deutsch-Französische Hochschule (DFH) weitaus mehr: Ein grenzübergreifendes Studium an zwei oder drei Hochschulstandorten mit zwei Abschlüssen innerhalb der Regelstudienzeit.
Wie oft hört man Klagen von Studierenden, die nach einem Auslandsaufenthalt feststellen müssen, dass sich ihre dort erbrachten Leistungen gar nicht oder nur schwer an der Heimatuniversität anrechnen lassen. Häufig fallen auch Sätze wie „Ich wäre so gerne noch länger geblieben. Nach einem Semester hatte ich mich gerade erst eingelebt.“ Diesen Problemen können Studenten entgehen, die sich für ein durch die DFH organisiertes Studium entscheiden.
Was ist die DFH?
Die DFH ist eine binationale Hochschule mit Verwaltungssitz in Saarbrücken. Sie hat es sich zum Ziel gemacht, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich im Hochschul- und Forschungsbereich zu stärken und die Mobilität von Studierenden und Hochschullehrern zu steigern. Die DFH versteht sich als ein Netzwerk aus rund 180 Mitglieds- und Partnerhochschulen in Deutschland und Frankreich mit 4.800 Studierenden. Diese sind in etwa 145 binationalen und trinationalen Studiengängen und rund 25 binationalen Doktorandenkollegien eingeschrieben.
Was erwartet mich in Frankreich?
In der Regel verbringen die Studierenden die Hälfte ihres Studiums im Partnerland. In einem BA-Studium kann das eine Zeit von 18 Monaten an der französischen Uni bedeuten und fließendes Französisch in Wort und Schrift ist nach einer solchen Phase garantiert! Sicherlich sind die ersten Wochen an einer französischen Uni anstrengend. Zum einen kämpft man mit den Herausforderungen der Fremdsprache, zum anderen kann das Lehrsystem Frankreichs zunächst Irritationen mit sich bringen. Doch Studierende der DFH werden auf diesen „Kulturschock“ schon an ihren Heimatuniversitäten vorbereitet. In besonderen Kursen werden neben der französischen Sprache auch fachliche und organisatorische Kompetenzen vermittelt. So lernt man etwa die Anforderungen an Hausarbeiten oder Referate im französischen Hochschulsystem kennen. Diese Kurse finden, wie der Austausch selbst, in kleinen Gruppen statt. Der größte Teil des Studiums wird gemeinsam in einer integrierten Gruppe absolviert – das gibt Sicherheit und Mut für die Herausforderungen, die im Partnerland warten.
Was kann ich studieren?
Die Kooperationen deutscher und französischer Hochschulen sind vielfältig. Man muss kein Romanistikstudent sein, um ein Studium der DFH zu absolvieren. Ein binationales Studium der Chemie kann beispielsweise in Bielefeld und Paris durchgeführt werden, die Universitäten Nancy und Freiburg kooperieren in der Forstwissenschaft und im Bereich der Rechtswissenschaft lässt sich in Mainz und Nantes studieren. Auch trinationale Studiengänge befinden sich im Programm der DFH: Betriebswirtschaft etwa wird in einer Kooperation von Universitäten in Berlin, London und Paris angeboten. Auf der Website der DFH kann man sich über die zahlreichen Kooperationen genau informieren.
Was bietet mir ein Studium über die DFH?
Das Studium über die DFH wird schließlich von einem bi- bzw. trinationalen Abschluss gekrönt. Bedingung dafür ist es, die Abschlussarbeit sowohl auf deutsch als auch auf französisch zu verfassen und von Professoren beider Universitäten betreuen zu lassen. Was im ersten Moment kompliziert klingt, erweist sich nach einer erfolgreichen Phase im Partnerland jedoch als weniger schwierig, denn schließlich ist man mit der französischen Sprache nun bestens vertraut. Außerdem unterstützt die DFH die Zeit im Partnerland mit einer Mobilitätsbeihilfe von aktuell 270 € im Monat.
Stehen diese Studiengänge jedem Interessierten offen?
Grundvoraussetzung für ein Studium über die DFH ist, wie für jedes andere Studium, das Abitur bzw. das Baccalauréat. Außerdem werden von den Bewerbern gute Französischkenntnisse, die gegebenenfalls in einem Eignungsgespräch geprüft werden, verlangt.
Was ist ein DFH-Studium wert?
Ein DFH-Studium ist sicherlich mit Aufwand und mehrmaligem Umziehen in relativ kurzer Zeit verbunden, doch es lohnt sich: Das berufsqualifizierende Studium ist nicht nur eine persönliche wertvolle Erfahrung. Es garantiert auch sehr gute Fremdsprachkenntnisse sowie interkulturelle Kompetenz und sorgt so für bessere Karrierechancen auf dem deutschen, französischen und europäischen Arbeitsmarkt.
Frauke Janzen


