Neue IHK-Angebote in der Westpfalz: Fachkräfte durch Weiterbildung sichern!
Bislang lag eine Stärke des Westpfälzer Arbeitsmarktes in seiner großen Branchenvielfalt, die einen breiten Mix an gut ausgebildeten Fachkräften hervorgebracht hat. Doch der Fachkräftemangel ist auch hier absehbar, wie IHK-Vizepräsident und Sparkassendirektor Franz Link erläutert:
„Gut ein Fünftel weniger Einwohner, gleichzeitig 50 % mehr Ältere im Jahr 2050 machen deutlich, dass das Reservoir an Fachkräften wesentlich schrumpfen wird.“ Was bleibt, ist die Chance, vorhandene, „treue“ Mitarbeiter weiter zu qualifizieren. Denn diese Mitarbeiter werden länger arbeiten als ihre Kollegen in den zurückliegenden Jahrzehnten. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz erweitert daher nicht nur ihr Lehrgangsangebot in der Westpfalz deutlich, sondern analysiert mit einer neuen Qualifizierungsberaterin den Status quo und die nötigen Maßnahmen direkt in den Unternehmen vor Ort.
Die Qualifizierungsberaterin untersucht zunächst die vorhandenen Personal- und Altersstrukturen. Darauf aufbauend erarbeitet sie mit der Firmenleitung ein Konzept, mit welchen Qualifizierungsmaßnahmen Defizite abgebaut und mit welchen Ausbildungen das Unternehmen zukunftssicher gemacht werden kann – für IHK-Mitglieder kostenlos, neutral und Träger-unabhängig.
Die ersten Engpässe in Bezug auf Fachkräfte zeigen sich heute vor allem bei den Ingenieuren und den sozialen Berufen. Daher bietet die IHK neu in der Westpfalz Lehrgänge in Hydraulik und Pneumatik an, die jeweils etwa 40 Stunden umfassen und mit einem IHK-Zertifikat abschließen. Ganz neue Zertifikatslehrgänge zum Alltagsbegleiter und zur Fachkraft für Gesundheits- und Sozialdienstleistungen werden hier ebenfalls etabliert. Aufgrund der hohen Nachfrage werden neben dem ohnehin geplanten dreijährigen Lehrgang nun zwei weitere mit dem Abschluss „Industriemeister Metall“ in Kaiserslautern angeboten. Ebenfalls neu im Programm für 2012: der „Geprüfte Aus- und Weiterbildungspädagoge“ und der „Betriebswirt (IHK)“, die beide rund zwei Jahre dauern und auf eine IHK-Prüfung vorbereiten.
IHK-Weiterbildung kann an den IHK-Standorten ebenso wie in den Unternehmen realisiert werden; tagsüber ebenso wie abends oder zu unterschiedlichen Zeiten. Die enge Verzahnung durch die Mitwirkung von Unternehmern in IHK-Prüfungsausschüssen und -Arbeitskreisen ist die beste Voraussetzung für stets hochaktuelle Lehrgangskonzepte. Auch die Dozenten sind in den Unternehmen tätig und können so stets aktuell aus der Praxis berichten. Dass dieses Konzept aufgeht, zeigen die stetig steigenden Teilnehmer- und Lehrgangszahlen: 2010 hat die IHK-Weiterbildung mit 3.800 Teilnehmern die höchste Zahl seit Jahren erzielt. Den Löwenanteil daran (2.410 TeilnehmerInnen) halten die umfassenden Lehrgänge, die zu Fachwirten, Fachkaufleuten oder Industriemeistern qualifizieren. Deren Absolventen erwerben in Rheinland-Pfalz mit dem Abschluss auch das Recht auf einen direkten Hochschulzugang.
Dass die IHK Pfalz damit ganz nah am Bedarf der Unternehmen ist, zeigt auch eine aktuelle IHK-Umfrage. Auf die Frage, wie sie mittelfristig auf das altersbedingte Ausscheiden von Mitarbeitern reagieren wollen, antwortete mehr als die Hälfte der Befragten, die benötigten Fachkräfte durch vom Betrieb organisierte und finanzierte Weiterbildung gewinnen zu wollen.
Heute verabschiedet die IHK Pfalz in Kaiserslautern 114 erfolgreiche TeilnehmerInnen an Weiterbildungslehrgängen zu Industriekaufleuten und Industriemeistern aus der gesamten Pfalz.
(Quelle: IHK Ludwigshafen, 2011)


