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GeistesWISSENschaffen durch Austausch und Vernetzung

Der geisteswissenschaftliche Nachwuchs vernetzt sich: Junge Doktoranden und Postdocs haben das erste "Forum der NAchwuchswissenschaftler/innen aus den SCHlüsselthemen der Geisteswissenschaften" - kurz "NASCH" - ins Leben gerufen, das vom 22. bis 24. März 2010 im nordrhein-westfälischen Geseke stattfindet. Auf der Veranstaltung mit dem Titel "GeistesWISSENschaffen - Perspektiven und Methoden" wollen sich die jungen Forscherinnen und Forscher aus Projekten, die aktuell in der Initiative "Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften" gefördert werden, austauschen und vernetzen, um so von der Vielfalt unterschiedlicher Kompetenzen und Erfahrungen in dieser explizit interdisziplinär angelegten Initiative zu profitieren. Zugleich soll das NASCH-Forum Perspektiven über die Projekte hinaus eröffnen und unter anderem Karriereoptionen für Geisteswissenschaftler jenseits der Hochschulen aufzeigen.

Den hohen Ansprüchen an die Interdisziplinarität und Originalität der "Schlüsselthemen"-Initiative wurden seit 1999 50 Vorhaben gerecht, deren Realisierung von der VolkswagenStiftung mit insgesamt 24,2 Millionen Euro unterstützt wurde. "Die Projektgruppen betreiben erstklassige Forschung und machen die hohe Qualität der Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum sichtbar", betont Generalsekretär Dr. Wilhelm Krull. "Dass nun junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus diesem Kreis in Eigenregie das NASCH-Forum organisiert haben, ist für die VolkswagenStiftung ein besonders begrüßenswerter "Nebeneffekt" ihrer Förderung. Ich freue mich sehr, wie engagiert und zukunftsorientiert der Nachwuchs in den häufig als rückwärts gewandt gescholtenen Geisteswissenschaften an dem Ausbau der eigenen Kompetenzen arbeitet und damit zugleich zur Optimierung der interdisziplinären Methodik und Infrastruktur beiträgt."

Wie lässt sich Interdisziplinarität konkret in der Projektarbeit gestalten und welche Probleme und Lösungsstrategien gibt es? Welche Trends in der wissenschaftlichen Arbeit der jeweiligen Fächer zeichnen sich ab? Wie können sich die Disziplinen gegenseitig befruchten? Und: welche beruflichen Chancen und Alternativen bieten sich den Nachwuchskräften nach der Promotion - innerhalb und außerhalb der Hochschule? Das fünfköpfige NASCH-Organisationsteam hat das Tagungsprogramm speziell auf diese Fragen zugeschnitten und die Optimierung der praktischen Arbeit in den Fokus des Forums gestellt.

Neben dem Generalsekretär der VolkswagenStiftung, Dr. Wilhelm Krull, sind weitere Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Kommunikation eingeladen, um sich mit dem Nachwuchs über Rolle und Bedeutung der Geisteswissenschaften und entsprechende Karriereoptionen auszutauschen: Stephan Lohr, NDR-Kultur; Professor Manfred Harnischfeger, ehemaliger Direktor Konzernkommunikation Bertelsmann AG und Deutsche Post/DHL, Hochschule für Musik und Theater Hamburg; Professor Dr. Ulrich Raulff, Direktor des Schiller Nationalmuseums und des Deutschen Literaturarchivs Marbach.

Außerdem werden externe Referenten über die jüngsten Entwicklungen im Bereich Digitalisierungstechnik berichten und darstellen, welche Qualifikationen Geisteswissenschaftler für solch zukunftsträchtige Aufgaben benötigen. Experten aus der Wissenschaftsförderung (Dr. Vera Szöllösi-Brenig von der VolkswagenStiftung; Vertreter der DFG und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung) informieren über Karrierechancen nach Abschluss der Dissertation und Finanzierungsmöglichkeiten geisteswissenschaftlicher Forschung an Hochschulen des In- und Auslands.

Die teilnehmenden Nachwuchsforscher werden im Rahmen von verschiedenen Workshops die Gelegenheit nutzen können, mit ihren Kolleginnen und Kollegen auch aus fortgeschrittenen bzw. bereits abgeschlossenen Schlüsselthemenprojekten ins Gespräch zu kommen und aus deren Erfahrungen Nutzen zu ziehen hinsichtlich effektiver Arbeitsweisen und Problemlösungsstrategien in interdisziplinär angelegten Forschungsvorhaben.

Das NASCH-Forum soll nicht der einzige Knoten des Netzwerks junger Geisteswissenschaftler bleiben: Noch auf der Tagung werden erste Ergebnisse aus einem Teilnehmerfragebogen vorgestellt, die als Grundlage für die Entscheidung dienen, ob das Konzept in Zukunft fortgesetzt werden soll. Darüber hinaus sollen im Schlussplenum weitere Angebote zur Vernetzung und Weiterbildung vorgeschlagen und diskutiert werden: unter anderem das Einrichten eines Weblogs, die Gründung von Regionalgruppen sowie Seminare und Programmschulungen.

(Quelle: VolkswagenStiftung, 22.03.2010)

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