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Annerkennung für herausragende Leistungen bei der Berufswahlvorbereitung - 121 Schulen aus Baden-Württemberg erhalten das BoriS – Berufswahl-SIEGEL

Viele Jugendliche stehen am Ende ihrer Schulzeit vor einer großen Herausforderung: Sie müssen sich je nach individueller Situation zwischen rund 350 dualen Ausbildungsberufen, zahlreichen fachschulischen Ausbildungsgängen und einer kaum überschaubaren Zahl an Studiengängen für "ihren" Beruf entscheiden. Es ist eine Entscheidung, die ihren weiteren Lebensweg wesentlich bestimmt und deshalb gut vorbereitet sein muss. Die Berufs- und Studienwahlorientierung junger Menschen in Baden-Württemberg ist daher eine wichtige Aufgabe von Schulen und ihren Partnern.

Herbert Moser, Geschäftsführer der Landesstiftung Baden-Württemberg betont, "Jugendliche brauchen eine klare Vorstellung davon, was sie in ihrem zukünftigen Beruf erwartet. Das Berufswahl-SIEGEL Baden-Württemberg honoriert Projekte an Schulen, die Schülerinnen und Schüler bei der Berufs- und Lebensplanung schon jetzt unterstützten. Und es soll andere Schulen ermutigen, es ihnen gleich zu tun."

Mit dem Projekt "BoriS – Berufswahl-SIEGEL Baden-Württemberg" hat die Landesstiftung Baden-Württemberg ein Netzwerk initiiert, das landesweit die Zusammenarbeit beim Übergang Schule – Beruf stärken soll. Eine breite Koalition von Partnern im Bereich schulischer und beruflicher Ausbildung hat sich zusammengetan. Neben dem Kultus- und Wirtschaftsministerium wird das Projekt vom Industrie- und Handelskammertag Baden-Württemberg und dem Handwerkstag Baden-Württemberg getragen.

In seiner Ansprache beschrieb Professor Marx dieses Netzwerk als eine exzellente Chance, die Schnittstellen in der Bildungs- und Berufskarriere junger Menschen effizienter zu gestalten. Während in die kontinuierliche Verbesserung der einzelnen Abschnitte solcher Karrieren – der Schule, der weiterführenden Schule, der Berufsausbildung oder dem Studium – sehr viel Mühe und Engagement investiert worden sei, habe man die Nahtstellen, an denen ein System an das andere angrenze, vernachlässigt. "Die beste Schule nützt aber nichts, wenn sie in eine für den einzelnen Schüler ungeeignete Berufsausbildung mündet. Damit der Werdegang junger Menschen an der Schnittstelle Schule/Wirtschaft nicht dem Zufall überlassen bleibt, müssen Schulen und Wirtschaft intensiv zusammenarbeiten, lange bevor die eigentliche Schulzeit ende.", so Marx weiter.

Baden-Württemberg ist das einzige Bundesland, in dem das Netzwerk Berufswahl-SIEGEL, das auf einer Initiative der Bertelsmann Stiftung beruht, flächendeckend aktiv ist und wissenschaftlich begleitet wird. Dr. Jens Prager von der Bertelsmann Stiftung betont, dass "ein gelingender Übergang von der Schule in eine qualifizierende Ausbildung die Grundvoraussetzung für individuelle Teilhabe am Arbeitsmarkt und damit auch am gesellschaftlichen Leben insgesamt ist. Systematische schulische Berufsorientierung in enger Kooperation mit der Wirtschaft liefert hierzu einen wesentlichen Schlüssel."

Alle weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg, die Berufsorientierung für Schüler anbieten und an einer Zertifizierung der Qualität ihrer Arbeit durch das Berufswahl-SIEGEL interessiert waren, konnten am Wettbewerb teilnehmen. Eine Jury aus Vertretern der Unternehmen, Schulen und Kammern hat die Angebote unter die Lupe genommen und anhand eines einheitlichen Kriterienkatalogs bewertet.  121 Schulen aus 12 Regionen gehören zu den glücklichen Preisträgern. Bei den ausgezeichneten Projekten steht der beispielhafte Austausch zwischen Schule und Wirtschaft im Vordergrund. Dabei reicht das Spektrum vom Berufswahlcamp über Bewerbertrainings bis hin zu organisierten Praktika.

Das Berufswahl-SIEGEL Baden-Württemberg verfolgt im Wesentlichen drei Ziele: Die berufliche Orientierung und Studienorientierung von Schülerinnen und Schülern zu verbessern, die Zusammenarbeit von Schulen mit externen Partnern auszubauen sowie Transparenz hinsichtlich der Angebote und Aktivitäten zu schaffen. Damit soll der Wettbewerb angeregt und ein möglicher Einstieg in die Qualitätsentwicklung von Schulen aufgezeigt werden. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass die erprobten Instrumente anderen interessierten Schulen zugänglich gemacht werden und das Netzwerk weiter aufgebaut wird. Das SIEGEL hat eine Gültigkeit von drei Jahren. Danach werden die Schulen von der Jury rezertifiziert und können – sofern sie die Standards eingehalten und die Angebote erweitert haben – das SIEGEL für weitere drei Jahre erhalten.

(Quelle: Landesstiftung Baden-Württemberg, 23.06.2008)

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