Europaweite Befragung von Doktoranden
Erste Ergebnisse der Eurodoc-Studie liegen vor
Eurodoc, der europäische Dachverband für Nachwuchswissenschaftler, hat zwischen Dezember 2008 und Mai 2009 die erste europaweite Doktoranden-Befragung durchgeführt. Rund 9.000 Promovierende aus über 30 Ländern antworteten auf Fragen zu ihrer Lebens- und Arbeitssituation. Jetzt liegen die ersten Ergebnisse dervon der Körber-Stiftung geförderten Studie vor.
Offenbar promovieren die wenigsten Doktoranden, um sich einen Karrierevorteil außerhalb der Wissenschaft zu verschaffen: Drei Viertel geben an, in der Forschung bleiben zu wollen. Obwohl rund 70 Prozent der Befragten während ihrer Promotion zusätzliche Ausbildungsangebote wahrnehmen, fühlen sich die wenigsten ausreichend für einen Beruf außerhalb der Wissenschaft qualifiziert.
Während gut 80 Prozent der Befragten finanzielle Unterstützung für ihre Promotion erhalten, entweder in Form eines Stipendiums oder einer Anstellung, müssen knapp 20 Prozent zusätzlich zur Doktorarbeit für ihren Lebensunterhalt arbeiten und/oder sind auf familiäre Unterstützung angewiesen. Eine stabile Finanzierung für die Doktorarbeit zu bekommen, ist für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einem oder mehreren Kindern offenbar schwieriger als für kinderlose Doktoranden. Knapp 20 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich gezwungen fühlen, die Familiengründung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.
Am 4. Dezember 2009 präsentierte Karoline Holländer vom Promovierenden-Netzwerk Thesis die vorläufigen Ergebnisse der Studie erstmals öffentlich im KörberForum – Kehrwieder 12 in Hamburg. Der vollständige Bericht wird bei der nächsten Eurodoc-Konferenz im März 2010 in Wien vorgestellt.
(Quelle: Körber-Stiftung, 04.12.2009)


