Keine Angst vorm freien Reden: Matthias Hansal aus Bad Wildungen und Timm Dusemund aus Berlin siegen beim Bundeswettbewerb Jugend debattiert 2008
Rund 70.000 Schüler und 2.750 Lehrkräfte an 543 Schulen in ganz Deutschland haben sich am Bundeswettbewerb Jugend debattiert 2008 beteiligt. Die besten acht Schüler, die sich in Hunderten von Schuldebatten und 16 Landesfinalen durchgesetzt hatten, debattierten heute im Finale vor Bundespräsident Horst Köhler im Großen Sendesaal des RBB. „Sollen Schönheitsoperationen für Minderjährige verboten werden?“ lautete das Thema für die Klassen 8 bis 10, bei denen Matthias Hansal vom Gustav-Stresemann-Gymnasium in Bad Wildungen (Hessen) am Ende die Nase vorn hatte. In der Jahrgangsstufe 11 bis 13 konnte Timm Dusemund vom Evangelischen Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin bei dem Thema „Sollen Managergehälter gesetzlich begrenzt werden?“ den Wettbewerb für sich entscheiden. Beide gewinnen die Teilnahme an einer Akademiewoche mit weiterem Rhetoriktraining sowie die Aufnahme in ein Alumni-Netzwerk.
„Jugend debattiert ist ein gutes Beispiel dafür, wie Bildung durch das Engagement und die Partnerschaft vieler Menschen und Institutionen gelingen kann“, betonte Bundespräsident Horst Köhler in seiner Eröffnungsansprache. Das Projekt sei viel mehr als nur ein Beitrag zur rhetorischen Bildung, sondern es stärke „letztlich die Fähigkeit, verantwortlich von der eigenen Freiheit Gebrauch zu machen“.
Die Stärkung rhetorischer Fähigkeiten und die Förderung der sachlichen Auseinandersetzung mit politischen Themen bereits ab Klasse 8 ist das Anliegen von Jugend debattiert. Der Bundeswettbewerb wird von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Stiftung Mercator, der Heinz Nixdorf Stiftung und der Robert Bosch Stiftung unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten seit sechs Jahren gemeinsam durchgeführt. Die 16 Kultusministerien leisten einen substanziellen Beitrag, die Kultusministerkonferenz tritt unterstützend auf. Mit einem Etat von 10,8 Mio. Euro ist Jugend debattiert das größte privat finanzierte Programm zur sprachlichen und politischen Bildung in Deutschland. Dieses Engagement wurde in diesem Jahr besonders geehrt: Der Bundeswettbewerb Jugend debattiert ist als „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“ ausgezeichnet worden.
Der Schülerwettbewerb folgt klaren Regeln: Debattiert wird jeweils zu viert über aktuelle politische und schulische Streitfragen. Jeder hat zu Beginn zwei Minuten ungestörte Redezeit, in der er seine Position – pro oder contra – darlegt. Anschließend folgen zwölf Minuten freie Aussprache. Für das Schlusswort steht jedem Teilnehmer eine Minute zur Verfügung, wobei er seine ursprüngliche Position auch verändern darf. Bewertungskriterien für die Debatte sind Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.
Eine prominent besetzte Jury bewertete die heutige Final-Debatte: Christa Goetsch (Senatorin für Schule, Berufs- und Weiterbildung, Hamburg), Bettina Gaus (taz), Prof. Dr. Ulrich von Alemann (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf), Ansgar Kemmann (Projektleiter Jugend debattiert, Gemeinnützige Hertie-Stiftung) sowie der Vorjahressieger Philipp Hein und der Sieger aus dem Jahr 2004, Michael Seewald, begründeten öffentlich ihre Bewertung.
(Quelle: Hertie-Stiftung, 15.06.2008)


