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„Jugend debattiert Freiheit“: Die Sieger des Schülerwettbewerbs präsentieren ihre Beiträge in der Paulskirche

Der Schülerwettbewerb „Jugend debattiert Freiheit“ der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und der KulturRegion Frankfurt RheinMain fand heute mit einer Veranstaltung in der Paulskirche seinen Abschluss. Vor ca. 700 Gästen präsentierten die Siegerinnen und Sieger ihre Wettbewerbsbeiträge. 235 Schülerinnen und Schüler aus 13 Schulen im Rhein-Main-Gebiet hatten sich am Wettbewerb beteiligt.

Den ersten Preis erhielt der Leistungskurs Geschichte der Jahrgangsstufe 12 vom Heinrich-von-Gagern-Gymnasium in Frankfurt am Main für eine Folge von szenischen Dialogen zur Geschichte der Freiheit von den Preußischen Reformen bis zur Gegenwart. Den zweiten Platz belegte die Klasse 8c der Carl-Schurz-Schule aus Frankfurt für ihre chorische, kommentierte Berarbeitung des Vormärz-Bürgerliedes „Ob wir rote gelbe Kragen, Helme oder Hüte tragen“. Platz drei ging an die Klasse 10 HF4 der Berufsschule Bergiusschule aus Frankfurt: Hotelfachschüler debattierten im Rahmen des Themen-schwerpunkts Freiheit und Grundrechte, ob das Rauchverbot in Gaststätten gelockert werden soll. Einen Sonderpreis der Jury erhielten zehn Schüler der Jahrgangsstufe 10 der Käthe-Kollwitz-Schule aus Langenselbold für ihr „Experiment Schul-T-Shirt“. Das Thema Freiheit und Kleidung hatte die Gruppe motiviert, ein T-Shirt zu entwerfen, mit dem es gelang, ihre Mitschüler davon zu überzeugen, dieses T-Shirt als offizielles Schul-T-Shirt anzunehmen. Die Sieger erhielten als Preis die Teilnahme an einem zweiteiligen Debattier-Seminar sowie verschiedene Exkursionen zu Orten der Freiheit im Rhein-Main-Gebiet.

Ruth Wagner, Staatsministerin a.D. und Mitglied der Jury, hielt die Laudatio auf die Sieger und lobte die hohe Qualität der Beiträge: „Besonders hat uns gefreut, wie vielfältig die Einsendungen gestaltet waren und wie kreativ sich die Schüler mit dem schwierigen Thema Freiheit auseinandergesetzt haben“. Jutta Fleck, bekannt als „Frau vom Checkpoint Charlie“, war als Zeitzeugin von den Veranstaltern eingeladen worden, um den ca. 700 versammelten Schülerinnen und Schülern über ihre Erfahrungen mit Unfreiheit und Freiheit zu berichten.

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung und die KulturRegion Frankfurt RheinMain hatten den Schülerwettbewerb im Herbst 2007 ausgeschrieben. „Jugend debattiert Freiheit“ fragte nach der Entwicklung und Bedeutung von Freiheit im Prozess der Demokratisierung. Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 an weiterführenden Schulen im Rhein-Main-Gebiet waren eingeladen, sich mit dem Thema Freiheit zu beschäftigen, im Unterricht darüber zu debattieren und die Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung als Beitrag einzureichen. Drei Themengebiete standen hierfür zur Auswahl: Freiheit und Grundrechte, Freiheit und Mobilität sowie Freiheit und Kleidung. Neben schriftlichen Arbeiten waren bildorientierte Beiträge – Fotoserien, Videos und Collagen – oder Szenen in darstellendem Spiel willkommen.

Drei Ereignisse rund um die Paulskirche, die die Entwicklung zur Demokratie in Deutschland maßgeblich geprägt haben und sich 2008 jähren, bildeten den Anlass für den Wettbewerb: 1848 – vor 160 Jahren – tagte hier die erste deutsche Nationalversamm-lung. 1948 – vor 60 Jahren – wurde die Paulskirche wieder aufgebaut und mit den Beratungen zum Grundgesetz begonnen.

(Quelle: Hertie-Stiftung, 20.05.2008)

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