„Horizonte – Das Lehramtsstipendium für Migranten“ jetzt auch im Ruhrgebiet: Die Ausschreibung läuft!
Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung startet „Horizonte – Das Lehramtsstipendium für Migranten“ zum Wintersemester 2010/11 auch im Ruhrgebiet. Mit Unterstützung der RWE Stiftung und in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung sowie der Universitätsallianz Metropole Ruhr wird „Horizonte“ an der Ruhr-Universität Bochum, der TU Dortmund und der Universität Duisburg-Essen eingerichtet. Nach Berlin, Frankfurt und Hamburg ist das Ruhrgebiet der vierte Standort des Stipendienprogramms, mit dem die Hertie-Stiftung gezielt begabte und engagierte junge Migranten für den Beruf im Klassenzimmer gewinnen und auf dem Weg dorthin stärken will. Hintergrund sind die aktuellen Schüler- und Lehrerzahlen: Rund ein Drittel der Schüler in Deutschland hat Migrationshintergrund, Tendenz steigend. Gleichzeitig sind heute nur etwa ein bis zwei Prozent der Lehrkräfte ausländischer Herkunft.
„Lehrer mit Migrationshintergrund sind an deutschen Schulen noch lange keine Normalität. Mit ‚Horizonte‘ möchte die Hertie-Stiftung darauf hinwirken, dass mehr Migranten an der schulischen Bildung der nachfolgenden Generationen mitwirken“, so Claudia Finke, Geschäftsführerin der Hertie-Stiftung. „Die jungen Lehrkräfte bringen Qualifikationen mit, die in einer modernen Einwanderungsgesellschaft in die Schule gehören. Das Stipendienprogramm will dazu beitragen, dass die Potenziale, die aus ihrem Lebenslauf herrühren, allen Schülerinnen und Schülern zu Gute kommen.“
In Berlin, Frankfurt und Hamburg nehmen zurzeit insgesamt 40 Stipendiaten aus 21 Herkunftsländern an „Horizonte“ teil. An allen „Horizonte“-Standorten werden zum Wintersemester 2010/2011 jeweils fünf Stipendien ausgeschrieben – erstmals auch im Ruhrgebiet: „Horizonte“ wird hier maßgeblich durch das Engagement der RWE Stiftung ermöglicht. Die Hertie-Stiftung führt das Programm im Ruhrgebiet in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung sowie der Universitätsallianz Metropole Ruhr durch.
„Wir sehen in der Förderung des ‚Horizonte’-Programms im Ruhrgebiet eine ausgezeichnete Chance, die gelebte kulturelle Vielfalt der Region verstärkt in die schulische Bildung zu tragen“, so Dr. Stephan Muschick, Geschäftsführer der RWE Stiftung. „Bildung ist eine wichtige Grundlage des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Insbesondere Lehrkräfte mit Migrationshintergrund sind in der Lage, jungen Menschen neben den fachlichen Inhalten auch den Wert kultureller Vielfalt zu vermitteln.“
Die Hertie-Stiftung legt besonderen Wert auf die ideelle Förderung der Stipendiaten: In Seminaren und Akademien können sie ihre persönlichen, pädagogischen und psychologischen Kompetenzen individuell erweitern und frühzeitig Netzwerke für das spätere Berufsleben aufbauen. Ihnen soll ermöglicht werden, zwischen Wissenschaft und Schulpraxis möglichst viele inhaltliche Brücken zu schlagen. Bei einer Laufzeit von zwei Jahren umfasst die finanzielle Förderung für Studierende ein monatliches Studienstipendium von 650 Euro sowie Büchergeld. Für Referendare sieht es ein Bildungsstipendium von 1.000 Euro im Jahr vor. Ein Tutor betreut die Stipendiaten an den drei Universitäten des Ruhrgebiets und unterstützt sie in allen Fragen des Studiums und der Ausbildung.
„Horizonte“ richtet sich an Studienanfänger und Studierende des Lehramts sowie Referendare mit Migrationshintergrund. Das Stipendienprogramm ist offen für Bewerber aller Lehrämter, Fächer und Ausbildungsstufen, die noch mindestens zwei Jahre Ausbildungszeit vor sich haben. Die Bewerber sollten neben guten bis sehr guten schulischen und akademischen Leistungen gesellschaftliches Engagement, Interesse an interkulturellen Frage-stellungen, Kreativität und Teamfähigkeit mitbringen. Die Bewerbungsfrist läuft für Abiturienten und Studierende bis zum 31. Juli 2010, für Referendare bis zum 15. August.
(Quelle: Hertie-Stiftung, 28.05.2010)


