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„Horizonte – Das Lehramtsstipendium für Migranten“: Sechs Berliner Stipendiaten werden heute in das Programm aufgenommen

Vier Studierende und zwei Referendare sind die neuen Berliner Stipendiaten des Programms „Horizonte – Das Lehramtsstipendium für Migranten“, mit dem die Gemeinnützige Hertie-Stiftung gezielt begabte und engagierte junge Migranten für den Beruf im Klassenzimmer gewinnen und auf dem Weg dorthin stärken will. Hintergrund sind die aktuellen Schüler- und Lehrerzahlen: Rund ein Drittel der Berliner Schüler hat Migrationshintergrund, Tendenz steigend. Gleichzeitig sind heute nur etwa ein bis zwei Prozent der Lehrkräfte ausländischer Herkunft. In Berlin, wo die Hertie-Stiftung „Horizonte“ in Zusammenarbeit mit der FU Berlin und der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung durchführt, nehmen zurzeit insgesamt elf Stipendiaten an dem Programm teil.

„Über die Teilnahme am Horizonte-Programm kann ich meinem Anspruch als Lehrerin näher kommen, den Schülerinnen und Schülern vorzuleben wie Menschen mit Migrationshintergrund aktive und gleichberechtigte Mitgestalter dieser Gesellschaft sein können. Neben der fachlichen und methodischen Arbeit ist diese Vorbildfunktion für mich eine grundlegende Voraussetzung für die Motivation der Jugendlichen“, so begründet Dinara Ullmann, die ihr Referendariat an der Peter-Witte-Grundschule absolviert, ihre Bewerbung für Horizonte.

Bewerben konnten sich Lehramtsstudierende aller Lehrämter und Fächer an den Berliner Universitäten sowie Referendare, die selbst oder deren Eltern außerhalb Deutschlands geboren wurden. Zum Zeitpunkt ihrer Bewerbung müssen sie noch mindestens zwei Jahre Ausbildungszeit vor sich haben. Die sechs Berliner Stipendiaten, die sich in einem Auswahlverfahren unter 50 Bewerbern durchgesetzt haben, sind amerikanischer, chilenischer, kirgisischer und türkischer Herkunft. Die drei Frauen und drei Männer streben das Lehramt an Grundschulen, Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien an. Vier studieren an der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin, zwei sind bereits im Referendariat.

Das Programm umfasst für Studierende ein Studienstipendium von monatlich 650 €. Für Referendare sieht es ein Bildungsstipendium von 1.000 € im Jahr vor. Darüber hinaus können zum Beispiel Zuschüsse für Bücher gewährt werden. Die Hertie-Stiftung legt besonderen Wert auf die immaterielle Förderung der Stipendiaten: In Seminaren und Sommerschulen können sie ihre persönlichen, pädagogischen und psychologischen Kompetenzen individuell erweitern und frühzeitig Netzwerke für das spätere Berufsleben aufbauen. Ihnen soll ermöglicht werden, zwischen Wissenschaft und Schulpraxis möglichst viele inhaltliche Brücken zu schlagen. Ein Tutor, der im Rahmen von „Horizonte“ von der Hertie-Stiftung ein Promotionsstipendium im Arbeitsbereich Interkulturelle Erziehungswissenschaft der Freien Universität Berlin erhält, betreut die Berliner Stipendiaten und unterstützt sie in allen Fragen rund um Stipendium und Ausbildung.

In Frankfurt am Main, wo die Hertie-Stiftung „Horizonte“ 2008 in Kooperation mit der Goethe-Universität und dem Hessischen Kultusministerium eingerichtet hat, nehmen zurzeit 18 Stipendiaten an dem Programm teil. In Hamburg startete das Programm in diesem Herbst mit neun Stipendiaten. Kooperationspartner der Hertie-Stiftung in Hamburg sind die Jürgen Sengpiel Stiftung, die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulent-wicklung sowie die Universität Hamburg.

(Quelle: Hertie-Stiftung, 03.12.2009)

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