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„Horizonte – Das Lehramtsstipendium für Migranten“ jetzt auch in Hamburg: Neun Stipendiaten werden heute in das Programm aufgenommen

Sieben Studierende und zwei Referendare sind die ersten Hamburger Stipendiaten des Programms „Horizonte – Das Lehramtsstipendium für Migranten“. Hamburg ist nach Frankfurt am Main und Berlin der dritte Standort des Stipendienprogramms, mit dem die Hertie-Stiftung gezielt begabte und engagierte junge Migranten für den Beruf im Klassenzimmer gewinnen und auf dem Weg dorthin stärken will. Denn Lehrer mit Migrationshintergrund sind an deutschen Schulen noch längst keine Normalität: Während rund ein Drittel der Schüler in Deutschland – in Hamburg sogar mittlerweile jeder zweite – einen Migrationshintergrund hat, gilt gleiches nur bei etwa ein bis zwei Prozent der Lehrkräfte. Kooperationspartner der Hertie-Stiftung in Hamburg sind die Jürgen Sengpiel Stiftung, die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung sowie die Universität Hamburg.

„Ein höherer Anteil von Lehrern mit Einwanderungsgeschichte ist nicht nur eine Ermutigung für Schüler mit ähnlichen Lebensläufen. Die Herkunftsvielfalt von Pädagogen erweitert auch den Horizont der gesamten Schulgemeinschaft“, betont Bildungssenatorin Christa Goetsch, die krankheitsbedingt nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte. „Gerade deshalb ist es so wichtig, dass bei der Auswahl der ‚Horizonte’-Stipendiaten auch das gesellschaftliche Engagement und sprachliche wie kulturelle Kenntnisse in den Blick genommen werden. Denn das sind Kompetenzen, die für uns alle immer mehr an Bedeutung gewinnen.“

Lehramtsstudierende aller Lehrämter und Fächer der Universität Hamburg sowie Referendare, die selbst oder deren Eltern außerhalb Deutschlands geboren wurden, konnten sich für die Aufnahme ins „Horizonte“-Programm bewerben. Zum Zeitpunkt ihrer Bewerbung müssen sie noch mindestens zwei Jahre Ausbildungszeit vor sich haben. Die neun ersten Hamburger Stipendiaten, die sich in einem Auswahlverfahren unter rund 60 Bewerbern durchgesetzt haben, sind afghanischer, griechischer, iranischer, kroatischer, peruanischer, polnischer und türkischer Herkunft. Die sechs Frauen und drei Männer streben das Lehramt an Grundschulen, Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien an.

„Mit "Horizonte" möchte die Hertie-Stiftung darauf hinwirken, dass mehr Migranten an der schulischen Bildung der nachfolgenden Generationen mitwirken“, so Claudia Finke, Geschäftsführerin der Hertie-Stiftung. „Die jungen Lehrkräfte bringen Qualifikationen mit, die in einer modernen Einwanderungsgesellschaft in die Schule gehören. Das Stipendienprogramm will dazu beitragen, dass die Potenziale, die aus ihrem Lebenslauf herrühren, professionalisiert werden, um allen Schülerinnen und Schülern zu Gute zu kommen.“

Das Programm umfasst für Studierende ein Studienstipendium von monatlich 650 €. Für Referendare sieht es ein Bildungsstipendium von 1.000 € im Jahr vor. Darüber hinaus können zum Beispiel Zuschüsse für Bücher gewährt werden. Die Hertie-Stiftung legt besonderen Wert auf die immaterielle Förderung der Stipendiaten: In Seminaren und Sommerschulen können sie ihre persönlichen, pädagogischen und psychologischen Kompetenzen individuell erweitern und frühzeitig Netzwerke für das spätere Berufsleben aufbauen. Ihnen soll ermöglicht werden, zwischen Wissenschaft und Schulpraxis möglichst viele inhaltliche Brücken zu schlagen. Eine Tutorin, die im Rahmen von „Horizonte“ von der Hertie-Stiftung ein Promotionsstipendium im Arbeitsbereich Interkulturelle Bildung der Universität Hamburg erhält, betreut die Hamburger Stipendiaten und unterstützt sie in allen Fragen des Studiums und der Ausbildung.

„Horizonte“ Hamburg, das die Hertie-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg und dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung durchführt, wird maßgeblich durch das Engagement der Jürgen Sengpiel Stiftung ermöglicht. „Wir brauchen in Hamburg mehr gute Lehrer mit Migrationshintergrund. Die Förderung dieses Ziels ist wesentlicher Zweck der Jürgen Sengpiel Stiftung. Ich freue mich deshalb, dass wir mit ‚Horizonte’ ein Programm gefunden haben, das uns diesem Ziel in Hamburg näher bringt“, sagt Jürgen Sengpiel. Darüber hinaus unterstützt die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius das Programm und übernimmt ein Studienstipendium und ein Bildungsstipendium für Referendare. In Frankfurt, wo die Hertie-Stiftung „Horizonte“ 2008 in Zu-sammenarbeit mit der Goethe-Universität und dem Hessischen Kultusministerium eingerichtet hat, nehmen zurzeit 18 Stipendiaten an dem Programm teil. In Berlin wurde das Programm in diesem Herbst zum zweiten Mal ausgeschrieben; aktuell werden dort 11 Lehramtsanwärter gefördert. Die FU Berlin und die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung sind hier Kooperationspartner.

(Quelle: Hertie-Stiftung, 03.11.2009)

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