START in Hessen: Bewerberrekord – großes Interesse von Jugendlichen mit Migrationshintergrund an Schülerstipendium / 22 neue Stipendiaten werden aufgenommen
Gesellschaftliches Engagement und Leistungsmotivation – dadurch zeichnen sich die zehn Mädchen und zwölf Jungen aus, die heute im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt offiziell in das START-Stipendienprogramm für engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aufgenommen wurden. Die 22 neuen Stipendiaten erwartet neben der materiellen Unterstützung in Form eines Bildungsgeldes in Höhe von 100 € und einer PC-Grundausstattung mit In-ternetanschluss eine intensive ideelle Förderung im Bildungsbereich. START in Hessen ist mit einem Finanzvolumen von rund 3.385.000 € eine gemeinsame Bildungsinitiative der START-Stiftung – ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung – gGmbH und weiteren 15 Partnern. Bundesweit konnte in diesem Schuljahr bereits der 1.000ste Stipendiat in das Programm aufgenommen werden.
„Allen Stipendiatinnen und Stipendiaten, die neu in das START-Stipendienprogramm aufgenommen werden, möchte ich herzlich gratulieren und ihnen alles Gute für ihre schulische und persönliche Entwicklung wünschen. Es freut mich sehr, dass die START-Stiftung und die Förderer, Schülerinnen und Schüler während eines wichtigen Lebensabschnitts unterstützen und begleiten. Der START-Stiftung möchte ich heute meine besondere Anerkennung aussprechen, weil sie durch ihr Engagement gerade im Bereich Integration wichtige Zeichen mit diesem Programm setzt. Der Bewerberrekord beweist, dass die Stiftung mit dem Start-Stipendienprogramm die richtigen Weichen stellt“, unterstreichte Kultusministerin Dorothea Henzler und gratulierte den neuen Stipendiaten. Ihre Herkunftsländer sind Afghanistan, Armenien, Äthiopien, Bosnien und Herzegowina, Iran, Kasachstan, Kosovo, Marokko, Pakistan, Polen, Russland, Sri Lanka, Türkei und Weißrussland. Die Stipendiaten sind zwischen 14 und 18 Jahre alt. Zehn von ihnen besuchen ein Gymnasium, zwei eine Realschule, einer eine Berufsschule und neun eine Gesamtschule. Durchgesetzt haben sich die Jugendlichen unter insgesamt 379 hessischen Bewerbern – eine noch nie dagewesene Zahl, die das große Interesse von Jugendlichen mit Migrationshintergrund an dieser speziellen Bildungsförderung deutlich macht.
Andrea Schurr, Geschäftsführerin der START-Stiftung gGmbH, erläutert dazu: „START hat zum Ziel, die Jugendlichen auf ihrem Weg zum Abitur begleitend zu unterstützen und ihnen damit die Teilhabe an unserer Gesellschaft zu erleichtern. Dazu gehört für uns vor allem die ideelle Förderung: Neben grundlegenden Bildungsseminaren – z.B. zu den Themen „Demokratie und Partizipation“, „Medien in Theorie und Praxis“ und „Rhetorik“ – erhalten sie die Möglichkeit, Wahlseminare im künstlerisch-kreativen, musikalischen und naturwissenschaftlichen Bereich zu besuchen. Den eigenen Interessen und Talenten gezielt nachzugehen und dadurch die eigene Persönlichkeit weiterentwickeln zu können hat für die Stipendiaten einen besonders hohen Wert.“
Exkursionen in privatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinrichtungen, Beratungen für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung sowie die Vermittlung von Praktika ergänzen das Angebot. Die START-Stipendien werden zunächst für die Dauer eines Jahres gewährt, können aber bei anhaltend guten Leistungen und gesellschaftlichem Engagement bis zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses verlängert werden.
Die Nachfrage nach dem START-Stipendium ist erfreulich hoch: Insgesamt haben sich in den 14 Bundesländern, die das Bildungsprogramm anbieten, in diesem Jahr 2.374 Schüler und Schülerinnen beworben – 61 Prozent mehr als im Vorjahr.
Auch der Stipendiatenkreis wächst fortlaufend: Seit Beginn des Stipendienprogramms im Jahr 2002 konnte nun in diesem Schuljahr der 1.000ste Stipendiat aufgenommen werden. Aktuell werden insgesamt 639 Stipendiaten gefördert. Auf Hessen entfallen davon 86 Schülerinnen und Schüler. Zum Ende des vergangenen Schuljahrs wurden hier 17 Abiturienten verabschiedet. Sie zählen zu den bundesweit insgesamt 115 Abiturienten dieses Jahres, die damit in den Alumniverein eintreten können, der den weiteren Austausch gewährt. Das Ziel des START-Stipendienprogramms – das Abitur – erreicht eine überzeugende Mehrheit der Stipendiaten: 97 Prozent eines Jahrgangs legen durchschnittlich die Hochschulreife ab und eröffnen sich damit den Zugang zu einem Studium.
Es ist jedoch nicht nur das schulische Leistungsengagement, das bei START zählt. Auch das soziale Engagement ist wichtig, wie die START-Partner betonen: „Die ehrenamtliche Tätigkeit der START-Stipendiaten ist eine wichtige Basis für gelungene Integration. Durch ihr persönliches und aktives Engagement für die Gesellschaft sind sie auch Vorbilder für andere Jugendliche“, erklärt Marlehn Thieme, Deutsche Bank Stiftung, in Vertretung der START-Partner in Hessen. Die neuen hessischen Stipendiaten engagieren sich unter anderem als Klassensprecher, in der Theater-AG, als Trainer für Kinder im Karateverein, als Schulsanitäter, in der Jugendfeuerwehr und beim Deutschen Roten Kreuz.
(Quelle: Hertie-Stiftung, 09.09.2009)


