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„Horizonte – Das Lehramtsstipendium für Migranten“ jetzt auch in Berlin: Fünf Berliner Stipendiaten werden heute in das Programm aufgenommen

Vier Studierende und ein Referendar sind die ersten Berliner Stipendiaten des Programms „Horizonte – Das Lehramtsstipendium für Migranten“ der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Berlin ist damit nach Frankfurt am Main der zweite Standort des Stipendienprogramms, mit dem die Hertie-Stiftung gezielt begabte und engagierte junge Migranten für den Beruf im Klassenzimmer gewinnen und auf dem Weg dorthin stärken will. Hintergrund sind die aktuellen Schüler- und Lehrerzahlen: Rund ein Drittel der Berliner Schüler hat Migrationshintergrund, Tendenz steigend. Gleichzeitig sind heute nur etwa ein bis zwei Prozent der Lehrkräfte ausländischer Herkunft. Die Hertie-Stiftung finanziert „Horizonte“ in Berlin mit rund 690.000 Euro für zunächst drei Jahrgänge mit jeweils fünf Stipendiaten. Sie führt das Programm in Zusammenarbeit mit der FU Berlin und der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung durch.

„Lehrer mit Migrationshintergrund sind an deutschen Schulen noch lange keine Normalität. Mit ‚Horizonte‘ möchte die Hertie-Stiftung darauf hinwirken, dass mehr Migranten an der schulischen Bildung der nachfolgenden Generationen mitwirken und mit ihrem eigenen erfolgreichen Bildungsweg zu Vorbildern für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund werden“, so Claudia Finke, Geschäftsführerin der Hertie-Stiftung.

Bewerben konnten sich Lehramtsstudierende aller Lehrämter und Fächer an den Berliner Universitäten sowie Referendare, die selbst oder deren Eltern außerhalb Deutschlands geboren wurden. Zum Zeitpunkt ihrer Bewerbung müssen sie noch mindestens zwei Jahre Ausbildungszeit vor sich haben. Die fünf ersten Berliner Stipendiaten, die sich in einem Auswahlverfahren unter 45 Bewerbern durchgesetzt haben, sind bulgarischer, ghanaischer, türkischer und usbekischer Herkunft. Die drei Frauen und zwei Männer streben das Lehramt an Grundschulen, Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien an. Vier studieren an der Freien Universität Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Universität der Künste Berlin, einer tritt zum Februar 2009 sein Referendariat an.

„Horizonte“ umfasst für Studierende ein Studienstipendium von monatlich 650 Euro. Referendare erhalten 1.000 Euro Bildungsgeld im Jahr. Zusätzlich können Zuschüsse für Bücher, Sprachkurse, technische Anschaffungen, Laborkosten etc. gewährt werden. Besonderen Wert legt das Programm auf die immaterielle Förderung der Stipendiaten: In Seminaren und Sommerakademien können sie ihre persönlichen, pädagogischen und psychologischen Kompetenzen individuell ausbauen. Den Stipendiaten soll ermöglicht werden, zwischen Wissenschaft und Schulpraxis möglichst viele inhaltliche Brücken zu schlagen und persönliche Kontakte zu knüpfen. Ein Tutor, der im Rahmen von „Horizonte“ von der Hertie-Stiftung ein Promotionsstipendium im Arbeitsbereich Interkulturelle Erziehungswissenschaft der Freien Universität Berlin erhält, betreut die Berliner Stipendiaten und unterstützt sie in allen Fragen des Studiums und der Ausbildung.

In Frankfurt am Main, wo die Hertie-Stiftung „Horizonte“ 2008 in Kooperation mit der Goethe-Universität und dem Hessischen Kultusministerium eingerichtet hat, nehmen zurzeit 14 Stipendiaten an dem Programm teil. Sowohl in Frankfurt als auch in Berlin werden zum Wintersemester 2009/2010 erneut je fünf Stipendien ausgeschrieben. Weitere Standorte – darunter Hamburg – sind in Vorbereitung.

(Quelle: Hertie-Stiftung, 30.01.2009)

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