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Modellprojekt zur Integrationsförderung wird ausgeweitet: „frühstart – Deutsch und interkulturelle Bildung im Kindergarten“

„Rund 42% der Kinder in Hessen haben einen Zuwanderungshintergrund. Das stellt uns vor die Herausforderung, sie so früh wie möglich sprachlich zu fördern“, erklärte Sozialministerin Silke Lautenschläger heute in Wiesbaden anlässlich der feierlichen Aufnahme von 24 weiteren Kindergärten in das Projekt frühstart.

Sprachförderung, interkulturelle Bildung und Elternarbeit – mit der Verknüpfung dieser drei Elemente legt das Projekt frühstart schon im Kindergarten den Grundstein für eine erfolgreiche schulische Laufbahn und Integration insbesondere von Kindern mit Migrationshintergrund. Zwölf Kindertagesstätten in Frankfurt am Main, Gießen und Wetzlar haben das Förderprojekt in den vergangenen drei Jahren erprobt. Nach einer hessenweiten Ausschreibung, bei der sich 16 Städte um eine Teilnahme beworben hatten, wurden heute sieben weitere Städte mit 23 Kindergärten sowie eine weitere Kita am bisherigen frühstart-Standort Wetzlar in das Projekt aufgenommen. Neu ist die Rolle der Städte bei frühstart: Sie stellen einen frühstart-Ansprechpartner, der die verschiedenen Bildungs- und Integrationsangebote vor Ort koordiniert. frühstart ist ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung e.V., der Gölkel Stiftung und des Hessischen Sozialministeriums, in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Kultusministerium und den beteiligten Städten.

„Nicht nur mit der Ausweitung, auch mit der stärkeren Einbindung der Städte macht das Projekt einen großen Schritt nach vorne. Durch die bessere Vernetzung der verschiedenen integrationsfördernden Aktivitäten in einer Stadt können wir den Kindern und ihren Eltern noch mehr Unterstützung anbieten“, so Dr. Antje Becker, Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. „Integration ist eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft. Genau das spiegelt sich in unserem Projekt: Bei frühstart gestalten Stiftungen, Migrantenvereine, Ministerien und Städte Integration gemeinsam“, ergänzte Dr. Yasar Bilgin, Vorstandsvorsitzender der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung e.V.

frühstart verbindet die drei Elemente Sprachförderung, interkulturelle Bildung und Elternarbeit zu einem Gesamtkonzept. Grundlage ist dabei die Überzeugung, dass gute Deutschkenntnisse der Schlüssel für schulischen Erfolg und Integration sind und somit eine gezielte Sprachförderung schon vor der Grundschule beginnen sollte. Erzieherinnen und Erzieher werden durch umfangreiche Fortbildungen in die Lage versetzt, Kindern mit Sprachförderbedarf in Kleingruppen Deutsch zu vermitteln und Sprachförderung zum Gegenstand ihrer täglichen Arbeit zu machen. frühstart geht jedoch weit über die Vermittlung der deutschen Sprache hinaus: Die Fortbildungen vermitteln Kenntnisse über kulturelle Prägung und mit der Mehrsprachigkeit verbundene Chancen. Die Erzieherinnen und Erzieher werden in einer weltoffenen Haltung gestärkt und lernen, Vorurteile zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. Weiterhin bildet frühstart ehrenamtliche Elternbegleiter und Elternbegleiterinnen aus, die selbst mehrsprachig sind. Sie unterstützen die Eltern darin, den Bildungsweg ihrer Kinder aktiv zu begleiten und übernehmen eine Brückenfunktion zwischen Kindertagesstätte und Eltern. Im November dieses Jahres beginnen die zweijährigen Fortbildungen für 48 Erzieherinnen und Erzieher – jeweils zwei pro Kita – und rund 50 Elternbegleiter, die für die neuen frühstart-Standorte ausgebildet werden.

Damit der Prozess der Integration über den Kindergarten hinaus weitergeht – und beispielsweise der Sprung in die Grundschule optimal gelingt – ist ein intensives Zusammenspiel der Kitas mit anderen Akteuren entscheidend. Die beteiligten Städte übernehmen hierbei künftig eine wichtige Koordinierungsfunktion: Sie stellen einen frühstart-Ansprechpartner, der die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch der verschiedenen Akteure im Bereich Bildung und Integration vor Ort koordiniert. Hierzu zählen neben den Kindergärten und Grundschulen zum Beispiel auch Familienberatungsstellen und Migrantenverbände.

(Quelle: Hertie-Stiftung, 04.09.2008)

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