Sprachförderung, interkulturelle Bildung und Elternarbeit in Kindergärten: Modellprojekt frühstart wird ausgeweitet - die Ausschreibung läuft
Sprachförderung, interkulturelle Bildung und Elternarbeit - mit der Verknüpfung dieser drei Elemente legt das Projekt frühstart schon im Kindergarten den Grundstein für eine erfolgreiche schulische Laufbahn und Integration von Kindern mit Migrationshintergrund. In einer dreijährigen Modellphase haben zwölf hessische Kindertagesstätten das Förderkonzept erprobt. Jetzt erhalten 25 Kindertagesstätten aus fünf weiteren Kommunen die Gelegenheit, an dem Projekt teilzunehmen. Hessische Städte und Gemeinden können sich zusammen mit den örtlichen Kindertagesstätten bei frühstart bewerben. Die Ausschreibung läuft bis zum 9. Mai. Informationen über Teilnahmevoraussetzungen und Bewerbungsformulare können unter http://www.projekt-fruehstart.de/ausschreibung eingesehen und heruntergeladen werden. frühstart ist ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung e.V., der Gemeinnützigen Gölkel-Stiftung und des Hessischen Sozialministeriums, in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Kultusministerium und den beteiligten Kommunen.
Die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes, die Wahrnehmung der Umwelt und die Verständigung mit anderen sind an die Sprache gekoppelt. Gute Deutschkenntnisse sind die Grundvoraussetzung für schulischen Erfolg und Integration. Doch Deutschkenntnisse alleine genügen nicht. frühstart verbindet deshalb drei Elemente zu einem Gesamtkonzept: Sprachförderung, interkulturelle Bildung und Elternarbeit. Erzieher und Erzieherinnen werden durch umfangreiche Fortbildungen in die Lage versetzt, Kindern mit Migrationshintergrund in Kleingruppen Deutsch zu vermitteln und Sprachförderung zum Gegenstand ihrer täglichen Arbeit zu machen. Ebenso vermitteln die Fortbildungen Kenntnisse über kulturelle Prägung und mit der Mehrsprachigkeit verbundene Chancen. Die Erzieher und Erzieherinnen werden in einer weltoffenen Haltung gestärkt und lernen, Vorurteile zu erkennen und zu bearbeiten. Weiterhin bildet frühstart mehrsprachige Elternbegleiter und Elternbegleiterinnen aus, die Eltern mit und ohne Migrationshintergrund informieren und beraten. Den Eltern wird so eine aktive Teilnahme am Bildungsweg ihrer Kinder ermöglicht. Alle Eltern sollen durch Elternveranstaltungen und kultursensible Kontaktpflege erreicht werden. Die Kita soll u.a. zu einem Begegnungszentrum werden, in dem sowohl soziale Kontakte geknüpft und gepflegt werden, als auch Fachinformationen zu Frühförderung und Bildung an die Eltern weitergegeben werden.
Die Vernetzung der Beteiligten, die Einbindung der Kommunen und das Zusammenspiel mit anderen lokalen Akteuren wie beispielsweise Migrantenvereinen ist entscheidend für den Erfolg. frühstart fördert deshalb die Vernetzung mit kommunalen Angeboten: Eine Teilnahmebedingung für Städte und Gemeinden ist u.a. die Einrichtung einer Koordinierungsstelle, die vor Ort die Vernetzung mit bestehenden Einrichtungen übernimmt.
(Quelle: Hertie-Stiftung, 17.03.2008)


