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(Mehr) Frauen an die Macht? - Experten beraten Frauenquote bei Tagung der Hanns-Seidel-Stiftung

Ob Geschlechtergerechtigkeit leichter mit oder ohne Frauenquoten zu erreichen ist, und ob diese in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik verordnet werden soll, war jüngst Gegenstand einer Expertentagung bei der Hanns-Seidel-Stiftung. Einig waren sich die Experten, dass die Quote ein wichtiger Schritt sei, diese alleine aber nicht ausreiche.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich zu einer Quotenbefürworterin werde“, erklärte Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt, die grundsätzlich einen Mehrwert sieht, wenn Frauen und Männer gemeinsam einen Prozess bearbeiten. Frauen stärker in Führungspositionen einzubinden, ergebe sich allein schon aus volkswirtschaftlicher Notwendigkeit, urteilt Eleanor Tabi Heller-Jordan, General Manager beim Beratungsunternehmen Catalyst Europe: „Die demographische Entwicklung und der Fachkräftemangel verlangen dies!“

Wichtiger als die Quotendiskussion ist es, mehr Qualifizierungsmaßnahmen für Frauen anzubieten, erklärt Monika Schulz-Strehlow, Präsidentin des Vereins Frauen in die Aufsichtsräte. Klare Worte fand der Past-Präsident der Leibnitz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Ernst Rietschel: „Die Einführung der Quote ist die sicherste Maßnahme, um schnellstmöglich Geschlechtergerechtigkeit herbeizuführen!“ Dennoch gibt es bei der Durchsetzung einer Frauenquote in der Wissenschaft auch Grenzen. Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr. Margret Wintermantel, verwies auf Probleme der Fachspezifität, die Quotenvorgaben schwierig machen.

Prof. Ursula Männle, stv. Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, brachte die Ergebnisse auf einen Nenner: An Gesetzen und Vorgaben mangelt es nicht, deren Einhaltung aber nicht immer gewährleistet ist. Die Quote sei auch keine Abkehr vom Leistungsanspruch, aber Frauen müssen öfters deutlich machen, dass sie auch wirklich an die Spitze wollen.

(Quelle: Hanns-Seidel-Stiftung, 01.10.2010)

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