Analogie in Naturwissenschaft, Medizin und Technik
Symposium der Universität Stuttgart und der Akademie Leopoldina.
Michael Faraday und James Clark Maxwell suchten im 19. Jahrhundert erfolgreich nach Analogien zwischen Magnetismus und Elektrizität. Analogien machen auch die Lehre der Naturwissenschaften kürzer und klarer. Ihre Verwendung zählt bis heute zu den interessantesten Strukturaspekten der Naturforschung und ist deshalb für Naturwissenschaftler, Wissenschafts-, Medizin und Kulturhistoriker, Wissenschaftstheoretiker und Kognitionswissenschaftler von aktueller Bedeutung. Die Tagung „Analogie in Naturwissenschaft, Medizin und Technik“ führt diese Gebiete in einem disziplinenübergreifenden Dialog zusammen. Veranstalter sind die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina und die Abteilung für Geschichte der Naturwissenschaften und Technik der Universität Stuttgart mit Unterstützung der Gerda-Henkel-Stiftung.
Zum Programm der Tagung:
Mitglieder der Leopoldina-Sektionen Wissenschafts- und Medizingeschichte, Wissenschaftstheorie und der naturwissenschaftlichen Sektionen sowie weitere Sprecher aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich werden Fallstudien aus ihren Arbeitsbereichen vorstellen. Darunter finden sich unter anderem mit der Bionik, einer Denk- und Vorgehensweise, die Technik, Mensch und Umwelt stärker zusammenbringt (Werner Nachtigall, Saarbrücken), und der Synergetik, der „Lehre vom Zusammenwirken“ (Hermann Haken, Stuttgart), auch Beispiele aus der heutigen naturwissenschaftlichen Forschung. Bei den historischen Fallbeispielen stehen neben Johannes Kepler, James Clerk Maxwell und Niels Bohr auch einige weniger bekannte Persönlichkeiten im Mittelpunkt, bei denen die Analogiebildung mitunter auch in die Irre geführt hat, damit auch die Schattenseiten heuristischer Analogien nicht zu kurz kommen. Wissenschaftstheoretiker und Technikphilosophen (Helmut Pulte, Bochum, Gerhard Vollmer, Braunschweig, Christoph Hubig, Stuttgart) stellen allgemeine Modelle von Analogien wie zum Beispiel das „structure mapping“ im Sinne der US-amerikanischen Psychologin Dedre Gentner vor. Den Abschluss bilden Beispiele aus der Mathematik, an denen eine breitere kulturhistorische Einbettung und ein Vergleich zu außereuropäischen Kulturen erfolgen soll.
(Quelle: Gerda Henkel Stiftung, 10.03.2008)


