Die Preisträger des Felix Burda Award 2007
Die Gewinner des Felix Burda Award 2007 wurden bei der Preisverleihung der Felix Burda Award Gala am 27. März 2007 im The Ritz-Carlton, Berlin, bekannt gegeben und ausgezeichnet. Aus insgesamt 52 eingereichten Bewerbungen hat die Jury der jeweiligen Kategorie die preiswürdigsten Projekte für eine Shortlist definiert und aus dieser die Preisträger des Felix Burda Award 2007 gewählt. Der Preisträger der Kategorie Stars for Prevention wurde von der Felix Burda Stiftung bestimmt.
Preisträger der Kategorie PUBLIC PREVENTION
1. Priv. Doz. Dr. med. Johannes Grossmann: „Aktionstage am Bethesda im Darmkrebsmonat März 2006“ – „das Mönchengladbacher Modell“
Bei den Aktionstagen wurde das Thema Darmkrebsprävention für vier Tage in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit der Stadt Mönchengladbach gestellt. Durch den Einsatz diverser Kommunikationsmittel, wie Radio und Interviews, wurden nachweislich viele Bevölkerungsgruppen erreicht. Wichtige Interessengruppen aus Mönchengladbach wurden aktiv in die Durchführung des Projektes eingebunden. Dazu zählten Ärzte und lokale Medien genauso wie Betroffene und Angehörige.
Dieses Projekt zeichnet sich neben dem professionellen und umfassenden Ansatz auch durch die gute Resonanz aus, die im Aktionszeitraum erzielt wurde. Die Aktion ist zukünftig alle zwei Jahre geplant, was die Jury aufgrund der Nachhaltigkeit der Aktion als sehr positiv bewertete.
2. Minister für Justiz, Gesundheit und Soziales des Saarlandes, Josef Hecken: Kampagne „Saarland gegen Darmkrebs“
Die seit 2004 im Saarland jährlich durchgeführte Kampagne soll die Saarländer für die Darmkrebsprävention sensibilisieren und motivieren. Unter der Leitung des Gesundheitsministeriums und der Schirmherrschaft des Gesundheitsministers Josef Hecken führen alle Akteure des Gesundheitswesens (Ärzte, Krankenhäuser, Gemeinden etc.) eine professionell organisierte und breit angelegte Kampagne mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit durch (Kinowerbung, Darmkrebsmobil, ca. 100.000 Flyer etc.). Ziel ist es, die Zahl der Krankheitsfälle zu reduzieren.
Darüber hinaus soll mit dieser Kampagne ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung von Früherkennung und Therapie bei Darmkrebserkrankungen geleistet werden. Für diese Kampagne wurde die ganze Bandbreite an Kommunikationsmitteln ausgeschöpft, professionell evaluiert und kontinuierlich erweitert. Die Auswertungen zeigen deutlich, dass die Kampagne sehr erfolgreich ist und die Anzahl der Vorsorgeuntersuchungen ansteigt. Die Aktion kann als Vorbild für andere Bundesländer gelten und bietet sich zur Nachahmung in anderen Bundesländern an. Die Jury bewertete zudem den Umstand positiv, dass das Saarland das am besten geführte Tumorregister bundesweit aufzuweisen hat.
Preisträger der Kategorie PREVENTION AT WORK
1. Allianz Deutschland AG und Betriebskrankenkasse der Allianz Gesellschaft: Brigitte Preuß, Mario Ghiai: „Darmkrebs- Früherkennungsaktion 2006 der Allianz Gruppe Deutschland“
2006 hat die Allianz Gruppe Deutschland bereits die dritte Aktion zur Darmkrebsvorsorge für ihre Mitarbeiter angeboten. Während bei den ersten Aktionen ca. 45.000 Mitarbeiter mit einbezogen wurden, wurden 2006 auch der Teilkonzern Dresdner Bank sowie der komplette Außendienst der Allianz Gruppe Deutschland mit berücksichtigt. Dadurch soll ein nachhaltiges Bewusstsein für Darmkrebsfrüherkennung bei der Belegschaft einschließlich der Familienangehörigen und bei den Versicherten der BKK Allianz geschaffen werden. Die Jury bewertete besonders positiv, dass alle Mitarbeiter an der Aktion teilnehmen konnten. Ebenfalls positiv wurde die Einbeziehung der Außendienstmitarbeiter und freien Mitarbeiter bewertet. Das Projekt hat insgesamt einen hohen Nachhaltigkeitswert, weil es bereits zum dritten Mal durchgeführt wurde und künftig auch alle zwei Jahre wiederholt werden soll. Ein weiteres positives Ergebnis ist, dass vorwiegend Männer bzw. Personen unter 45 Jahren an der Aktion teilgenommen haben.
2. Betriebskrankenkassen im Unternehmen e.V.: Jürgen Brennenstuhl: „Aktion zur Früherkennung von Darmkrebs“
Mit der Unterstützung seiner Trägerunternehmen hat der Verein „Betriebskrankenkassen im Unternehmen“ erstmalig zeitgleich in 28 verschiedenen Unternehmen (BMW, E.ON Ruhrgas u.v.m.) die Aktion zur Früherkennung von Darmkrebs im Zeitraum März bis Juli 2006 organisiert und durchgeführt. Sämtliche Mitarbeiter sowie deren Angehörige konnten die Möglichkeit des frühzeitigen Erkennens von Darmkrebs kostenlos nutzen. Beeindruckt hat die Jury besonders die logistische Leistung. An allen Unternehmensstandorten wurden identische Informationsmaterialien (Flyer, Plakate etc.) ausgelegt. Die Aktion wurde zudem von Frau Prof. Dr. Möslein, Klinikum Bochum wissenschaftlich evaluiert und dokumentiert. Besonders lobenswert hat die Jury das Management der Krankenkassen bewertet, nicht zuletzt wegen der Größenordnung hat dieses Projekt einen hohen Stellenwert und eine Vorbildfunktion für andere Krankenkassen.
Preisträger der Kategorie MEDICAL PREVENTION
1. Dr. med. Axel Munte: „Elektronische Dokumentation der Koloskopie“
Von Projektbeginn an wurden bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns ambulante Früherkennungs-Koloskopien in Papierform dokumentiert. Nun sollten präventive und kurative Koloskopien in Bayern auch elektronisch dokumentiert werden. Dies wurde auf Landesebene mit den Krankenkassen vereinbart. Weiterhin wurde ein webbasiertes Dokumentationsportal geschaffen, in dem niedergelassene Ärzte ihre Koloskopien strukturiert dokumentieren und auf sicherem Weg an die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns übermitteln können. Damit soll eine Verbesserung der Datenqualität für eine valide Versorgungsforschung erzielt werden. Durch die Erhebung des persönlichen Darmkrebsrisikos soll eine verbesserte Versorgung der Risikopatienten erreicht werden. Basierend auf der gesetzlich vorgeschriebenen, einheitlichen Dokumentation der Vorsorge-Koloskopie in Deutschland wurden durch die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns maßgebliche und vorbildhafte Weiterentwicklungen zur Evaluation und Qualitätssicherung der Koloskopie vorangetrieben und umgesetzt. Damit hat das Projekt der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns eine bundesweite Vorreiterrolle eingenommen und ist beispielgebend für andere Kassenärztliche Vereinigungen.
2. Prof. Dr. med. Tim Greten: „Untersuchung zur Frequenz der Teilnahme an Vorsorge-Koloskopien bei Verwandten 1. Grades von Patienten mit kolorektalen Karzinomen in Niedersachsen“
Mit einem Fragebogen sollten Informationen darüber gewonnen werden, in wieweit Vorsorge-Koloskopien bei Geschwistern und Eltern von Patienten mit Darmkrebs, die zum Zeitpunkt der Diagnose das 60. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, durchgeführt werden. Es ging darum, in Erfahrung zu bringen, wie es um das Wissen der Patienten um das erbliche Risiko bestellt ist. Zudem sollte festgestellt werden, wie häufig Darmkrebserkrankungen bei den Verwandten 1. Grades aufgetreten sind.
Schließlich zielte diese Aktion darauf ab, Patienten und Angehörige aufzuklären und möglichst dafür zu sensibilisieren, eine Vorsorgeuntersuchung durchführen zu lassen. Das Projekt zeichnet sich durch einen soliden und klaren Ansatz aus, der gut und einfach umsetzbar ist. Es ist ein sehr gutes Beispiel, Risikopersonen auf einem einfachen Weg zu erreichen.
Preisträger der Kategorie JOURNALISM FOR PREVENTION
1. Michael Backmund (Abendzeitung): „Darmkrebs: Heilung durch Früherkennung“
Der Zeitungsbericht legt den Schwerpunkt auf die Aufklärung und Information über die Möglichkeiten der kostenlosen Früherkennungsuntersuchung und spricht den Leser sehr direkt an, diese Angebote auch selbst in Anspruch zu nehmen.
2. Werner Buchberger (BR2 Radio): „Notizbuch: Reise durch den Körper – der Darm“
In der zweistündigen Radiosendung soll das „Tabuthema“ Darm gebrochen werden. Der Hörer wird ausführlich und facettenreich über Darmgesundheit und Darmkrebsprävention aufgeklärt. Der Radiobeitrag ist nach Ansicht der Jury fachlich sehr gut recherchiert und zudem humorvoll. Der Beitrag schafft Anreize zu präventivem Verhalten und gibt dem Zuhörer die Möglichkeit, sich direkt zu beteiligen.
Preisträger der Kategorie STARS FOR PREVENTION
Nina Ruge für ihr langjähriges herausragendes persönliches Engagement für die Darmkrebsvorsorge. Bereits seit den ersten öffentlichen Aktionen im Frühjahr 2002 engagiert sich Nina Ruge für die Felix Burda Stiftung. Wann immer es ihr in dieser Zeit möglich war, stand sie der Felix Burda Stiftung als prominente Unterstützerin für Interviews, als Moderatorin und als Testimonial für Print- und TV-Kampagnen, mit großem persönlichem Einsatz zur Verfügung.
Die persönliche Ansprache von beliebten und bekannten Menschen wie Nina Ruge, die von ihren persönlichen Erlebnissen bei der Darmkrebsvorsorge berichten, trägt viel dazu bei, die Ängste vor dieser Untersuchung abzubauen und die Menschen zur Vorsorge zu motivieren. Nachweislich wurden durch Ruges unermüdliches Engagement für die Darmkrebsvorsorge über 20 Mio. Zuschauerkontakte erreicht.
(Quelle: Felix Burda Stiftung, 29.03.2007)


