Iconic Turn - Bildwissenschaften, LMU München SS 2002, Bewerbungen für Workshopteilnahme
Unter dem Titel "Iconic Turn - Das neue Bild der Welt" startet im Sommersemester 2002 erstmals eine interdisziplinäre Vortragsreihe an der LMU München, die sich mit dem Begriff "Bild" als einer zentralen Kategorie aller Natur- und Kulturwissenschaften beschäftigt. Die Reihe wird begleitet von mehreren eintägigen Workshops im Anschluss an den jeweiligen Vortrag.
Mit dem Begriff des Iconic Turn läßt sich die zunehmende Bildhaftigkeit gesellschaftlicher Kommunikation beschreiben, in der visuelle Medien und Phänomene das bestimmende Element des Austausches, des Verstehens und Wahrnehmens sind. "Turn" ist zugleich der Ausdruck für eine wissenschaftsgeschichtliche Wende, die sich historischen Gegenständen und Entwicklungen widmet und mit zahlreichen Erwartungen an eine interdisziplinäre und intermediale Öffnung der Kulturwissenschaften verbunden ist.
Zielsetzung der Workshops:
Ziel der Workshops ist es, Grundprobleme einer interdisziplinären Bildwissenschaft zu untersuchen und zu formulieren. Hierzu gehören der Begriff des Bildes in technischer, ikonischer oder naturwissenschaftlicher Hinsicht und seine Problematik in einer multimedialen und synästhetischen Informationswelt. Ebenso gehört die gemeinsame Vorgeschichte bildwissenschaftlicher Forschungen in den verschiedenen kultur- und naturwissenschaftlichen Disziplinen dazu sowie die internationale Vergleichbarkeit von "Bildwissenschaft" und "Visual Culture Studies" im Hinblick auf ihre jeweiligen Aufgaben und Untersuchungsgebiete.
Die fachübergreifende Diskussion des Begriffs "Bild" stellt uns vor die Frage, welche Perspektiven und Aufgaben sich daraus für die weitere wissenschaftliche Forschung ergeben und welche neuen Ausbildungsformen sich sinnvollerweise daraus entwickeln lassen.
Zusammensetzung der Workshops:
Die Workshops setzen sich aus einem über das Semester kontinuierlich arbeitenden Kreis von ca. 20 Teilnehmern verschiedener wissenschaftlicher Bereiche zusammen. Sie werden am Tag nach den Vorträgen abgehalten. Die Referenten, Prof. Dr. Hans Belting, Prof. Dr. Horst Bredekamp, Sir Norman Foster, Prof. Dr. Peter Sloterdijk, Prof. Dr. Wolf Singer, Susan Sontag (angefragt) und die Moderatoren der Vorlesungen werden bei den Workshops zugegen sein.
Die Teilnehmer sollen aus unterschiedlichen Fachbereichen aus den Bereichen der Geistes- und Naturwissenschaften kommen. Junge Wissenschaftler (Graduierte, Postgraduierte), die auch von den jeweiligen Institutsleitern bzw. Professoren vorgeschlagen werden können (ca. 12 Pers.), sind gefragt. Es werden auch Personen aus der Wirtschaft hinzugezogen (ca. 3). 2-3 Plätze werden rotierend mit jeweiligen Fachleuten besetzt. Die Workshops werden vom Rektor der LMU persönlich zertifiziert.
(Quelle: Hubert Burda Stiftung, 11.03.2002)


