WSI-Halbjahresbilanz der Tarifpolitik 1999
Im ersten Halbjahr 1999 schlossen die DGB-Gewerkschaften in den alten Bundesländern für rund 11,4 Mio. Beschäftigte neue Lohn- und Gehaltstarifverträge ab. Die Abschlussraten bewegen sich mehrheitlich zwischen 3 und 3,3 %.
Durch unterschiedliche Einmalzahlungen und Laufzeiten weichen die Ergebnisse je nach Tarifbereich z.T. deutlich voneinander ab. Die jahresbezogene Steigerung der Tarifverdienste gegenüber 1998 variiert in den alten Bundesländern zwischen 2,3 % für den Wirtschaftsbereich Energie- und Wasserversorgung, Bergbau und 3,7 % im Investitionsgütergewerbe. Im Durchschnitt ergibt sich eine jahresbezogene Steigerung für West- und Ostdeutschland von 3,0 %.
Zu diesem Ergebnis kommt die Halbjahresbilanz, die das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts in der Hans-Böckler-Stiftung jetzt veröffentlicht hat.
Die Tarifsteigerungen liegen also in diesem Jahr voraussichtlich etwas über der Summe aus der prognostizierten Preissteigerungsrate von rd. 1 % und dem Anstieg der Arbeitsproduktivität von etwa 1,5 %. In jedem Fall werden erstmals seit Jahren wieder deutliche Reallohnsteigerungen erreicht.
Zur Jahresmitte betrug das Tarifniveau Ost/West bezogen auf die tariflichen Grundvergütungen im Durchschnitt 91,3 % und liegt damit rund 2 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Die Einzelwerte bewegen sich je nach Branche zwischen rund 70 und 100 Prozent.
(Quelle: Hans-Böckler-Stiftung, 04.08.1999)


